Das bringt „Die Höhle der Löwen“ wirklich: Zwei Start-ups erzählen

Das Team von Babo Blue.
Das Team von Babo Blue.
  • Riesiger Ansturm nach der Show
  • Erst waren die Start-ups überfordert
  • Jetzt wollen sie andere Gründer in NRW inspirieren

Köln. Im Studio sieht alles so gut aus: Überzeugender Pitch, Zusage eines Löwen – und danach geht’s mit dem eigenen Business nach oben. Aber wie läuft es nach „Die Höhle der Löwen“? Und lohnt sich die VOX-Show für Gründer wirklich? Wir haben bei den Start-ups „Babo Blue“ und „MySchleppApp“ nachgefragt.

„Die Ausstrahlung ist ein extremer Beschleuniger“, erzählt Santosh Satschdeva, der zusammen mit Frank Heck „MySchleppApp“ gegründet hat. Mit ihrer Abschlepp-App wollen sie dem ADAC Konkurrenz machen – und Carsten Maschmeyer fand die Idee so gut, dass er investierte.

Doch ein Deal wurde erst später draus: „Nach der Show kam Herr Maschmeyer auf uns zu und hat uns sogar seine private Handynummer gegeben“, erzählen die Gründer. „Dann haben wir uns zwei Tage später im Büro getroffen.“ Ein paar Wochen wurde verhandelt, dann war alles fix.

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Server waren nicht stark genug

Und die neuen Geschäftspartner haben viel zu tun: „Wir wachsen seit der Ausstrahlung so schnell wie nie zuvor“, erzählen die Gründer. „Seitdem haben wir allein 150 neue Partner gewonnen und unzählige Anfragen bekommen, die wir aktuell abarbeiten.“ Als die Sendung lief, hatte das Start-up 120.000 Besucher auf ihrer Website, 40.000 Menschen haben die App heruntergeladen – dafür mussten erst einmal die Server verstärkt werden.

Doch es gibt auch Negativpunkte, die den Fernsehzuschauern nicht klar sind: „Die Zeit vom Dreh bis zur Ausstrahlung ist lang und in dieser Zeit ist man etwas gelähmt, weil man nicht offiziell mit dem Löwen arbeiten kann.“ Außerdem haben die Gründer zwei Monate in die Vorbereitung des Auftritts gesteckt – in dieser Zeit konnten sie sich kaum ums eigentliche Geschäft kümmern.

Schwachpunkte knallhart vor Augen“

Bei „Babo Blue“ ist der Auftritt in der Höhle der Löwen schon zwei Jahre her. Die fünf Jungs stellten dort ihr blaues Bier vor, Jochen Schweizer und Lencke Steiner schlugen als Investoren zu. „Allein am Tag nach der Ausstrahlung lagen mehrere Tausend Mails und Bestellungen in unseren Postfächern“, erzählt Robin Stein, der nach wie vor im Team ist.

Der Ansturm war riesig – das Start-up damals aber noch nicht bereit dafür: „Wir haben erkannt, dass unsere Produktions- und Distributionskette zu diesem Zeitpunkt noch nicht weit genug ausgebaut war um eine nationale Belieferung des Handels in diesem Ausmaß zu bewerkstelligen.“

Einige Kunden sprangen daraufhin ab. „Das hat uns knallhart vor Augen geführt wo unsere Schwachpunkte liegen und wie wir diese lösen können.“ Deshalb hieß es nach der Show: Die Produktion des Biers in eine größere Brauerei verlagern. Mittlerweile gibt es das bunte Bier in knapp 1000 Läden in ganz Deutschland.

Beide Start-ups im November in Köln

Die Zusammenarbeit mit den Löwen hat das Team nach einem Jahr beendet, trotzdem würde Gründer Robin Stein „Die Höhle der Löwen“ jedem Start-up empfehlen: „Wir haben das Format als sehr ehrlich wahrgenommen und die Teilnahme bringt neben der persönlichen Erfahrung und bestenfalls einem Investment natürlich auch einen gehörigen Bekanntheitsschub für die eigene Marke.“

Jetzt wollen „Babo Blue“ und „MySchleppApp“ ihre Erfahrungen teilen: Sie sind Ende November auf dem Absolventenkongress in Köln, um dort Studenten zum Gründen zu inspirieren. Und das Abschlepp-Team sucht dort sogar Verstärkung: Denn ein Zwei-Mann-Betrieb können die Männer nach dem TV-Auftritt nicht länger bleiben.