Zu viele Badetote: Schilder warnen am Rhein vorm Schwimmen

Nach mehreren tödlichen Badeunfällen stellt die Stadt Köln Warnschilder am Rhein auf. 50 Hinweistafeln sollen darauf aufmerksam machen, wie gefährlich das Schwimmen im Fluss ist, sagte ein Stadtsprecher am Dienstag. "Achtung Lebensgefahr!" steht neben einem gelben Warndreieck, in dem ein Ertrinkender zu sehen ist. An 25 der Schilder wird außerdem ein Rettungsring aufgehängt.

Köln/Düsseldorf.. Denn immer wieder kommen bei gutem Wetter Menschen im Rhein ums Leben. Erst am Samstag ertrank ein Sechsjähriger, der beim Spielen am Ufer von der Strömung mitgerissen wurde. Bei der Hitze der vergangenen Tage hat die Zahl der tödliche Badeunfälle in Seen und Flüssen enorm zugenommen.

Das ruft die Stadt Köln auf den Plan. "Die Schilder und Rettungsringe werden schnellstmöglich aufgestellt. Vor allem an Abschnitten, die besonders gefährlich sind und an denen bereits Menschen ums Leben gekommen sind", sagte der Stadtsprecher. Schilder sollen unter anderem an Buchten in Rodenkirchen aufgestellt werden, die im Sommer sehr beliebt bei Badegästen sind. Auch am Rheinboulevard, der in der kommenden Woche im Stadtteil Deutz eröffnet wird, sollen mehrere Tafeln die Besucher warnen.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) findet die Aktion der Stadt zwar gut, schränkt aber ein: "Das darf nur ein erster Schritt sein. Weitere Aufklärungsmaßnahmen sind nötig", sagte DLRG-Sprecher Michael Grohe in Köln. Die Menschen müssten besser und ausführlicher über die Gefahren des Rheins informiert werden. "Auf einer Autobahn würde auch niemand seine Kinder spielen lassen. Nicht einmal auf dem Standstreifen. Auch der Rhein ist eine internationale Verkehrsstraße."

Lange habe die DLRG diskutiert, ob Rettungsringe am Ufer sinnvoll sind. "Der Vorteil ist, dass sie einfach zu handhaben sind. Doch es ist schwer, so zielgenau zu werfen, dass sie einem Ertrinkenden helfen", sagt Grohe. Zudem sei die Reichweite sehr begrenzt. Aber im Einzelfall könnten sie vielleicht doch ein Leben retten.

In Düsseldorf sind aktuell keine Warnschilder geplant. "Wir setzen auf andere Formen der Aufklärung", sagte ein Stadtsprecher. "Wir weisen auf unserer Internetseite umfassend auf die Gefahren des Rheins hin." Seit 2010 gebe es außerdem die Aktion "Gelbe Karte": Mitarbeiter des Ordnungsamtes verteilen gelbe Handzettel an Besucher am Ufer des Flusses. Sie weisen auf die Lebensgefahr hin, die das Schwimmen im Rhein bedeutet.

Nach zahlreichen Badetoten in der vergangenen Woche setzt sich die Serie fort: Im Liblarer See in Erftstadt (Rhein-Erft-Kreis) ertrank ein 36 Jahre alter Mann nach einer nächtlichen Feier am See. Er sei am frühen Dienstagmorgen mit Freunden schwimmen gegangen, sagte ein Polizeisprecher. Als er nicht mehr auftauchte, riefen seine Freunde die Feuerwehr. Bereits am Montag war ein 39-jähriger Franzose tot aus dem Fühlinger See in Köln geborgen worden. Der 39-Jährige hatte das Reggae-Festival "Summerjam" besucht, das am Wochenende auf dem Gelände rund um den See stattgefunden hatte. Ebenfalls am Montag entdeckte ein Kanufahrer auf der Ruhr in Witten den leblosen Körper eines vermissten 21-Jährigen aus Hessen, der zwei Tage zuvor in Wetter zum Baden gegangen war.

Im Fall des sechsjährigen Jungen, der am Samstag beim Spielen am Ufer des Rheins plötzlich in die Strömung geraten war, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen den Vater des Jungen. Möglicherweise habe dieser seine Aufsichtspflicht verletzt. Ein Verfahren wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung sei eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft.

EURE FAVORITEN