Ruhrgebiet: Ehemaliger Bergmann mit deutlichen Worten in ZDF-Doku „Ruhrpott – Revier im Umbruch“

Schicht im Schacht - Die Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet

Schicht im Schacht - Die Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet

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Ist das Ruhrgebiet am Ende? Diese Frage stellt eine Doku des ZDF mit dem Titel „Ruhrpott – Revier im Umbruch“. Unter anderem ein ehemaliger Bergmann hat da seine ganz eigene Meinung.

Das Ruhrgebiet: grau, dreckig, Industrie. Dieses Bild haben nach wie vor viele Menschen, wenn sie an den Kohlepott denken. Doch das Revier ist schon lange nicht mehr so wie vor vielen Jahrzehnten.

Ruhrgebiet: ZDF-Doku stellt sich Frage nach Zukunft

Gerburg Jahnke, Kabarettistin aus Oberhausen und Kind eines Bergmannes, ist an der Zeche Osterfeld aufgewachsen. Sie sagt in der ZDF-Doku, dass die Sonnenuntergänge damals sehr romantisch gewesen seien. „Aber aus gifttechnischen Gründen“, sagte sie, lacht und spielt damit auf die Abgase der Zechen an, die den Himmel auch farblich beeinflusst haben.

Außerdem meint Jahnke: „Wir hatten alles von der Zeche, über die Gitter am Fenster bis zur Schaukel im Hinterhof. Ich dachte damals, dass die Zeche sowas wie Ikea heute wäre, wo man alles kriegt. Ich wusste ja nicht, dass das alles illegal war, was die Männer so mitbrachten.“

Die Zeche, der Arbeitgeber für Millionen Menschen im Ballungsraum Ruhrgebiet für Jahrzehnte. 2018 hat die letzte Zeche in Bottrop geschlossen, eine Ära ging zuende. Was sich seitdem im Ruhrgebiet getan hat?

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Eine Menge und dann wieder auch ganz schön wenig, so klingt der Tenor der Doku. Denn das Ruhrgebiet ist zwar der größte Ballungsraum Deutschlands mit vielen angesiedelten Firmen und zahlreichen Idealen und Fußballklubs, gleichzeitig aber auch der finanzschwächste mit einer deutlich höheren Arbeitslosigkeit als der Bundesdurchschnitt.

Dass es einige Städte mit extrem hohen Schulden gibt, liege demnach daran, dass sich wirtschaftlich zu spät vom Bergbau verabschiedet und umorientiert wurde.

Ruhrgebiet: Ehemaliger Bergmann sicher, dass der Pott Deutschland viel gebracht hat

Ein ehemaliger Bergmann, Jürgen Jakubeit, weiß aber, was die Region und seiner Meinung auch ganz Deutschland, den Bergleuten zu verdanken hat: „Ohne die Bergleute würde ganz Deutschland noch immer Rüben auf dem Feld ziehen.“ Da ist er sich sicher. 33 Jahre war er unter Tage, heute bietet er Führungen an, ebenfalls unter Tage in einem Trainingsbergwerk.

Das Ruhrgebiet als größter Ballungsraum dürfe zwar nicht vergessen, wo es herkommt, meint er. Dennoch müsse es möglich sein, den Sprung in die Zukunft zu schaffen. Das dürfte vermutlich dem Norden deutlich schwerer fallen als dem Süden.

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Das ist das Ruhrgebiet:

  • ist mit rund 5,1 Millionen Einwohnern der größte Ballungsraum Deutschlands und der viertgrößte Europas
  • den Namen hat die Region vom südlich verlaufenden Fluss die „Ruhr“
  • es besteht aus den fünf Kernzentren: Dortmund, Essen, Duisburg, Bochum und Hagen
  • bekannt ist das Ruhrgebiet für die Historie um den Bergbau

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Ruhrgebiet: Nord-Süd-Gefälle enorm

Denn wie in der ZDF-Doku deutlich wird, wurden die Zechen im Süden des Potts früher geschlossen. Daher wurden diese Städte gezwungen, sich wirtschaftlich neu zu sortieren. Das ist im Norden erst viel später passiert. Dennoch gebe es Hoffnung für das Revier. Mit fünf Millionen Einwohnern ist es eine gigantische Metropole. Zumindest auf dem Papier. Denn der Ruhrpottler sieht sich nicht als einer von fünf Millionen, sondern als Essener, Dortmunder, Mülheimer oder Bochumer.

Und das sei der große Fehler beziehungsweise das große Problem. Denn wenn die Städte zusammenwachsen würden und nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen würde, hätte das Ruhrgebiet enormes Potential. Da sind sich die Experten in der Doku sehr sicher.

Die ganze ZDF-Dokumentation kannst du hier anschauen. (fb)