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Wuppertal: Rollstuhlfahrerin will Schwebebahn nutzen – und wird vom Fahrer öffentlich gedemütigt

Wuppertal: Rollstuhlfahrerin will Schwebebahn nutzen – und wird vom Fahrer öffentlich gedemütigt

wuppertal
u00a9 IMAGO / Tim Oelbermann

Deutsche Bahn: Die Geschichte des deutschen Eisenbahnkonzerns

Wie schwer es Menschen mit Behinderungen im Alltag haben, musste eine Rollstuhlfahrerin aus Wuppertal kürzlich am eigenen Leib erfahren.

Die Tagesschau teilt dazu ein Video auf Instagram, das einen besonders heftigen Fall von Diskriminierung zeigte. Betroffen war eine Rollstuhlfahrerin aus Wuppertal, die einfach nur mit der Schwebebahn fahren wollte und dann auf den Fahrer stieß.

Wuppertal: Rollstuhlfahrerin will in die Schwebebahn – Fahrer blockiert

Schlimm, was dieser Rollstuhlfahrerin passiert ist. Sie wollte eigentlich nur in die Schwebebahn einsteigen, doch der Fahrer der Bahn stellte sich quer. „Dann verdrehte er die Augen, machte so eine Kopfbewegung, kam dann raus aus seinem Führerstand und sagte dann zu mir, er könne mich jetzt nicht mehr mitnehmen“, schilderte die Betroffene die Situation. „Er könne mir jetzt die Rampe nicht mehr runterklappen, er hätte eh schon Verspätung.“

Daniela Kubiak-Tolsdorf aus Wuppertal setzte sich jedoch gegen den störrischen Fahrer durch. „Ich bin dann hin und habe die Tür aufgehalten und habe dann reingeschrien, damit er das auch hört: ‚Sie werden noch mehr Verspätung haben, wenn Sie mich jetzt nicht reinlassen, denn ich gehe hier nicht weg‘.“

Wuppertalerin in Schwebebahn schwer gedemütigt – vor allen Fahrgästen

Der Fahrer gab klein bei, fuhr die Rampe raus und die Frau konnte in den Waggon rollen. Doch dann ließ er seinen Frust raus – vor allen Fahrgästen. „Als er dann wieder zurück in sein Fahrerhaus einstieg, konnte er sich nicht verkneifen, da noch mal eine Durchsage zu machen, sodass alle das hören: Er wünsche mir noch einen schönen Tag mit meiner Verbitterung über meine Behinderung.“ Doch damit nicht genug.

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„Er bedankte sich recht herzlich, dass ich ihnen die Verspätung beschert habe und wünsche mir noch ein schönes Leben.“ Der Betreiber der Schwebebahn entschuldigte sich später bei der Kundin. In den Kommentaren unter dem Post sorgte die Schilderung der Betroffenen für einen Aufschrei.

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„Geht gar nicht“, „bodenlos“, „das allerletzte“ – so beschrieben viele das Verhalten des Fahrers. „Unfassbare Situation – alle Achtung davor, dass sie so sehr für sich eingestanden ist!“, beglückwünschte einer Daniela für ihre Courage. „Die Mobilität für Rollstuhlfahrende ist sowieso schon erheblich erschwert, es einem noch schwerer zu machen, ist so herzlos.“ „Wie kaputt muss man sein, dass man eine Rollstuhlfahrerin in der Öffentlichkeit bloßstellt“, reagierte ein anderer. (mbo)