Wuppertal: Mann schnappt fremdes Kind und springt vor einen Zug – Jetzt wurde er verurteilt

Ein 24-Jähriger hatte sich im April ein fremdes Kind geschnappt und war mit ihm vor den Augen seiner Eltern vor einen Zug gesprungen. (Symbolbild)
Ein 24-Jähriger hatte sich im April ein fremdes Kind geschnappt und war mit ihm vor den Augen seiner Eltern vor einen Zug gesprungen. (Symbolbild)
Foto: imago stock&people / imago/Manngold

Wuppertal.  Nach seinem lebensgefährlichen Sprung mit einem fremden Kind vor einen Zug in Wuppertal wird ein 24-jähriger Mann in der Psychiatrie untergebracht. Es sei völlig klar, dass „eine Gemeingefährlichkeit auf unabsehbare Zeit“ vorliege, begründete das Landgericht Wuppertal am Donnerstag sein Urteil.

Unter den Augen der entsetzten Eltern und zwei Geschwisterkindern hatte der Mann aus Indien Mitte April ihren fünfjährigen Sohn auf dem Wuppertaler Bahnhof ergriffen und war unvermittelt vor einen Zug gesprungen. Bei dem Beschuldigten wurde eine Schizophrenie festgestellt.

Wuppertal: Mann springt mit Kind vor Zug - Täter hörte Stimmen

Ein Gutachter hatte vor Gericht berichtet, der Mann, der immer wieder Stimmen und einen Geist gehört haben will, habe ein Opfer bringen wollen. Das Kind sollte demnach „Ersatz für ein Lamm sein“. Dies sei ein wesentlicher Antrieb für die Tat gewesen. Der Junge hatte sich zudem an verstörende Worte erinnert, die der Mann vor dem Sprung zu ihm gesagt hatte: „Dich nehme ich mit in den Tod.“

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Der Beschuldigte hatte im Prozess allerdings bestritten, sich so geäußert zu haben.

Junge überlebte Sprung wie durch ein Wunder

Wie durch ein Wunder überlebten der Junge und der 23-Jährige die Wahnsinnstat nahezu unverletzt. Der Fünfjährige werde allerdings eine Trauma-Behandlung beginnen, sagte der Richter. „Die Familie leidet weiter an den Folgen der Tat.“

Die Staatsanwaltschaft hatte auf versuchten Mord plädiert. Allerdings galt der Mann schon im Vorfeld als nicht voll schuldfähig. Ein Gutachter hatte bei dem Angeklagten eine Schizophrenie diagnostiziert. Während der Verhandlung wirkte er verängstigt und verwirrt. Immer wieder sprach er davon, Stimmen gehört zu haben. (dpa/pen)

 
 

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