Wuppertaler Jobcenter-Chef bei Demo gegen Rechte festgenommen: Deshalb schlägt der Vorfall jetzt auch politisch hohe Wellen

Bei einer Gegendemo gegen einen rechten Aufmarsch war der Wuppertaler Jobcenter-Chef festgenommen worden. Ein SPD-Politiker hatte ein Video davon veröffentlicht. (Symbolbild)
Bei einer Gegendemo gegen einen rechten Aufmarsch war der Wuppertaler Jobcenter-Chef festgenommen worden. Ein SPD-Politiker hatte ein Video davon veröffentlicht. (Symbolbild)
Foto: imago/Jochen Tack
  • Jobcenter-Chef bei Anti-Nazi-Demo fixiert - er zeigt Beamten an
  • Jetzt ist daraus eine politische Diskussion entstanden
  • Kritik an FDP-Abgeordneten: „Wo waren Sie am Samstag?“

Wuppertal. Bei einer Demonstration gegen einen Aufmarsch der neonazistischen Kleinpartei „Die Rechte“ ist der Chef des Wuppertaler Jobcenters Thomas Lenz von Polizisten unsanft fixiert worden.

Ein Video davon sorgte für viel Aufregung. Der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Bialas, der das Video nicht selbst gemacht hatte, postete es auf Facebook.

Jobcenter-Chef in Wuppertal festgenommen: Daraus entbrennt ein politischer Streit

Daraus ist jetzt ein politischer Streit entstanden. Der FDP-Politiker Marcel Hafke und Marc Lürbke hatten Bialas dafür kritisiert, dass er ein Video der Polizeiaktion gegen Thomas Lenz auf Facebook gestellt hatte. Damit würde die Arbeit der Polizei „an den Pranger gestellt“, zitiert sie die „WAZ“.

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„Wo waren Sie denn am Samstag?“ Kritik an FDP-Abgeordnetem

Die Reaktion folgte prompt: In einem gemeinsamen Schreiben haben sich am Mittwoch die SPD-Politiker Dietmar Bell, Andreas Bialas und Josef Neumann an den Wuppertaler FDP-Landtagsabgeordneten Hafke gerichtet.

„Wo waren Sie denn am Samstag? Wir hätten von Ihnen als Wuppertaler Abgeordnetem erwartet, dass Sie sich wie zahlreiche Wuppertalerinnen und Wuppertaler dagegen stellen, wenn Nazis unsere Stadt für ihre Propaganda missbrauchen.“, schreiben sie in einem offenen Brief.

>>>Der komplette Offene Brief zum Nachlesen

Video von SPD-Politiker tausendfach geklickt

SPD-Mann Andreas Bialas hatte das Video mit den Worten „Ist das die neue Robustheit? Alles rund um die Demo wird Thema im Innenausschuss des Landtages NRW“ bei Facebook hochgeladen. Das Video wurde mehr als 190.000 Mal geklickt und fast 1.700 Mal geteilt.

>>> Alles zur Festnahme des Wuppertaler Jobcenter-Chefs

Er legte jetzt nochmal nach: Die Polizei habe auf Druck von oben „unverhältnismäßig hart“ gehandelt. Seine Kritik richtet sich gegen das Polizeipräsidium, das die Gegen-Demonstranten in die Nähe von Extremisten gerückt hätte.

Demnach hätte das „Wuppertaler Bündnis gegen Nazis“ die Polizei um Infos über den geplanten Naziaufmarsch gebeten, diese aber nicht erhalten. Stattdessen sei in einer Anwtort von „Charakter einer Hinterhalt vorbereitenden paramilitärischen taktischen Lagesondierung“ gesprochen worden. Bialas dazu entsetzt: „Damit werden normale Bürger als Gefährder bezeichnet.“

Jobcenter-Chef zeigt Polizisten an

Laut „WAZ“ hat Jobcenter-Chef Thomas Lenz, der auch Verwaltungsrats-Vorsitzender des Wuppertaler SV ist, die involvierten Polizisten jetzt angezeigt. Denn er sei nicht aggressiv gewesen und habe auch nicht bei einem Sitzstreik auf dem Boden gesessen und einen Platzverweis ignoriert. (ms)

Hier liest du den kompletten Artikel der WAZ.

 
 

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