Zwei Gebiete in NRW zu Wolfsgebieten erklärt: Angriffe auf Menschen befürchtet

Die wiederholten Tierrisse durch Wolf lassen die Angst aufsteigen, Wolf könnte auch für den Menschen gefährlich werden. (Symbolfoto)
Die wiederholten Tierrisse durch Wolf lassen die Angst aufsteigen, Wolf könnte auch für den Menschen gefährlich werden. (Symbolfoto)
Foto: Bernd Thissen/dpa
  • Zwei Gebiete in NRW wurden offiziell zu Wolfsgebieten erklärt
  • Bauernpräsident Johannes Röring befürchtet Gefahr für den Menschen
  • Landesamt für Natur hält Befürchtung für unbegründet

Münster. Die Rückkehr des Wolfs nach NRW und mehrere Tierrisse sorgen für immer mehr Unruhe. Der Bauernpräsident Johannes Röring sieht auch eine Gefahr für den Menschen.

„Es muss befürchtet werden, dass letztendlich Menschen durch den Wolf zu Schaden kommen“, sagte Röring am Donnerstagabend in Münster. Der Bauernpräsident, der auch für die CDU im Bundestag sitzt, verwies auf eine Resolution seines Verbandes.

Darin wird die NRW-Landesregierung zu einem kritischeren Umgang mit Wölfen aufgefordert. Bereits 2017 hatte der Bauernverband eine Regulierung des Wolfsbestandes und damit einen begrenzten Abschuss gefordert.

In NRW sind zwei Gebietet als Wolfsland ausgewiesen

In Nordrhein-Westfalen sind seit wenigen Wochen zwei Gebiete als Wolfsland ausgewiesen. Rund um Schermbeck am Niederrhein und in der Senne bei Bielefeld haben sich weibliche Wölfe niedergelassen.

Dort werden jetzt Schutzmaßnahmen für Schafe und Ziegen zu bis zu 80 Prozent der Kosten gefördert. Entschädigungen für Tierrisse durch Wölfe werden zu 100 Prozent gezahlt.

Der Wolf genießt laut Bundesnaturschutzgesetz allerhöchsten Schutz und darf nicht gejagt werden.

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Ein Experte hält die Befürchtung von Röring für unbegründet

Ein Sprecher des Landesamtes für Natur, Umwelt, Klima und Verbraucherschutz (Lanuv) wies Rörings Darstellung zurück.

„Wissenschaftlich ist klar belegt, dass der Wolf sich aus seinem natürlichen Verhalten heraus dem Menschen nicht nähert. Ganz im Gegenteil, er läuft weg“, sagt Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann.

Anders sei es, wenn Wölfe durch den Menschen zum Beispiel an Raststätten von Menschen angefüttert werden. „Wenn so ein Wolf bettelt, kann es passieren, dass er auch mal zuschnappt“.

Daher appelliert Deitermann, dass Menschen den Kontakt zum Wolf in solchen Situationen immer meiden sollten.

Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages hält die Wolfsangriffe auf Menschen für unwahrscheinlich

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages spricht in einem Bericht zu Angriffen von Wölfen auf Menschen von einem „sehr, sehr geringen Risiko“. In den vergangenen 50 Jahren seien in Europa und Russland zusammen acht Menschen von Wölfen getötet worden, die keine Tollwut hatten.

Ein Europa leben demnach nach Schätzungen aktuell 20 000 Wölfe, in Russland 40 000.

Röring nannte Schutzzäune und Schutzhunde sinnlos. „Unsere Mitglieder wollen ihre Tiere im Herbst wieder gesund in die Ställe bringen und keine Entschädigungen für gerissene Tiere“, sagte Röring.

Deitermann besteht am Beispiel der anderen Bundesländer darauf, dass die Präventionsmaßnahmen für weniger Tierrisse durch Wolf sorgen können. (dpa/ses)

 
 

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