Winterberg/Sauerland: SO ist die Lage vor Ort ++ Viele Wintersportgebiete bleiben gesperrt

Winterberg/Sauerland: So sieht es derzeit vor Ort aus. (Symbolbild)
Winterberg/Sauerland: So sieht es derzeit vor Ort aus. (Symbolbild)
Foto: Marius Becker/dpa

Sauerland/Eifel. Überfüllte Parkplätze, volle Rodelpisten, kilometerlange Staus an den Zufahrtswegen: Im Sauerland und in der Eifel beherrschte das Bild von den vergangenen Wochenenden die Köpfe der Polizei und Einheimischen. Damit so etwas nicht nochmal passiert, wurden Absperrungen eingerichtet und die Polizeipräsenz erhöht.

Unter anderem Winterberg hat sein Skigebiet gesperrt. Anscheinend scheinen diese Maßnahmen zu helfen.

Denn am zweiten Januarwochenende blieb es bisher ruhig.

Sauerland, Winterberg, Eifel: Droht erneut ein überfülltes Chaos-Wochenende? Alle Infos im News-Blog

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Das ist Winterberg:

  • eine Kleinstadt im Rothaargebirge im Sauerland (NRW)
  • gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg
  • hat rund 12.600 Einwohner
  • ist ein beliebter Wintersportort
  • ist Austragungsort von Weltcup-Rennen im Bob- und Rodelsport international bekannt

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Samstag, 15. Januar

14.41 Uhr: SO ist die Lage vor Ort

Die Sperrungen und Appelle in den Wintersportgebieten in Nordrhein-Westfalen zeigen offenbar Wirkung: Ein Ansturm auf die beliebten Ausflugsziele im Sauerland und in der Eifel ist am Samstag vorerst ausgeblieben. In allen betroffenen Gebieten sei es komplett ruhig, sagte etwa ein Polizeisprecher im Hochsauerlandkreis. In Winterberg sei sehr wenig los, berichtete auch ein dpa-Reporter am Samstag. Ab und zu seien zwar Menschen zu sehen, die sich einen Hang zum Rodeln suchen. Die großen Pisten seien aber komplett leer.

In Sundern etwa seien vereinzelt ein paar Menschen zum Rodeln unterwegs, bestätigte der Polizeisprecher. Auch ein paar Ausflügler seien angereist. Das sei aber alles im Maß und kein Vergleich zum Ansturm rund um den Jahreswechsel. „Die Appelle der vergangenen Wochen haben Wirkung gezeigt, damit sind wir sehr zufrieden.“

In der Eifel hätten die Sperrungen und Bitten seitens der Polizei ebenfalls gefruchtet, berichtete ein Sprecher. Die Parkplätze seien zwar gut gefüllt, Verkehrsprobleme oder besondere Vorkommnisse gebe es aber nicht. Ab den Mittagsstunden wurde allerdings mit einem Zustrom gerechnet.

08.38 Uhr: Viele NRW-Wintersportgebiete weiter gesperrt

Auch an diesem Wochenende bleiben im Sauerland und in der Eifel viele Ski- und Rodelhänge, Parkplätze und Zufahrten gesperrt. Der Bürgermeister von Winterberg, Michael Beckmann (CDU), appellierte an mögliche Tagesgäste: „Bleiben Sie in Lockdown-Zeiten zu Hause, um so möglichst bald nach dem Lockdown unsere Ferienregion richtig zu genießen.“

Man sei erneut auf einen größeren Einsatz vorbereitet, sagte ein Sprecher der Kreispolizeibehörde in Meschede. Die Kreispolizei wird dabei erneut von der Reiterstaffel und Bereitschaftspolizisten unterstützt, um bei Verkehrsproblemen reagieren zu können und die Ordnungsämter bei der Einhaltung der Corona-Auflagen und Sicherung gesperrter Pisten zu unterstützen.

Die Stadt Winterberg hatte schon am Donnerstag mitgeteilt, dass Pisten und Parkplätze gesperrt seien. Die Ordnungsbehörden seien abermals personell aufgestockt worden, um darauf zu achten, dass die Regeln eingehalten würden. Auch in Schmallenberg sollen mit gesperrten Hängen und Parkplätzen Tagesausflügler von einem Ansturm auf die winterliche Landschaft abgehalten werden.

Auch in der Eifelgemeinde Hellenthal kündigten die Ordnungsdienste an, weiter präsent zu sein. Mehrere Parkplätze seien gesperrt.

Im Oberbergischen Kreis verwies die Gemeinde Reichshof mit seinem Wintersportgebiet Blockhaus-Belmicke auf die dort geltende 15-Kilometer-Hotspot-Regel, die eine Anreise für Freizeitaktivitäten von weiter weg ohnehin untersage.

Freitag, 15. Januar

15.50 Uhr: Am Wochenende ist die Polizei wieder im Sauerland im Einsatz

Auch an diesem Wochenende bleiben im Sauerland und in der Eifel viele Ski- und Rodelhänge, Parkplätze und Zufahrten gesperrt. Man sei erneut auf einen größeren Einsatz vorbereitet, sagte ein Sprecher der Kreispolizeibehörde in Meschede. Da heftiger Schneefall vorausgesagt ist, rechnet die Polizei mit einem erneuten Ansturm von Menschenmassen.

Die Polizei im Hochsauerlandkreis wird dabei erneut von der Reiterstaffel und von Bereitschaftspolizisten unterstützt, um bei Verkehrsproblemen reagieren zu können und die Ordnungsämter bei der Einhaltung der Corona-Auflagen und Sicherung gesperrter Pisten zu unterstützen. „Wir appellieren natürlich, dass man nicht die Orte kommt“, so der Sprecher weiter.

Auch in der Eifelgemeinde Hellenthal kündigten die Ordnungsdienste an, weiter präsent zu sein. Mehrere Parkplätze seien gesperrt.

Montag, 11. Januar

7.10 Uhr: Polizist berichtet von dramatischen Zuständen – „Wurden bespuckt“

Obwohl es am Wochenende in Winterberg und im Sauerland etwas ruhiger war, als am vorherigen Wochenende, kam es immer wieder zu überfüllten Parkplätzen und Pisten. In einem Video der Nachrichtenagentur Reuters erzählt Sebastian Held, Polizei Hochsauerlandkreis, von den Einsätzen an diesem Wochenende – und das ist zum Teil einfach widerlich.

„Gestern kam es auch wieder zu vermehrten Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung, aber auch gegen die erlassene Maskenpflicht“, so der Polizist am Sonntag. Man habe das Kräfteaufgebot erhöht, um die Maskenpflicht an den Hängen zu kontrollieren. Dass es trotz gesperrter Hänge immer wieder zu Rodel-Aktionen kam, sei bei über 40 Hängen auf tausenden Quadratkilometern „unmöglich“ zu verhindern. Die meisten hätten sich nach Ansprache der Polizisten einsichtig gezeigt.

Doch: „Hier und da haben natürlich auch einige Leute ein bisschen über die Stränge geschlagen und sich nicht entsprechend verhalten. Da wurde versucht, Kollegen zu bespucken, oder einige sind beleidigt worden. Das geht natürlich gar nicht und da schreiten wir auch konsequent ein und schreiben Strafanzeigen.“ Schon ohne eine grassierende Pandemie ist das einfach nur ekelig. In Hinblick auf das Coronavirus dazu auch noch sehr gefährlich.

Sonntag, 10. Januar

16.22 Uhr: Manche Uneinsichtige haben Absperrungen ignoriert

Am Sonntag kam es auf einzelnen Parkplätzen bei Bad Münstereifel zu Überfüllung und Platznot. In der Nordhelle, dem höchsten Berg im Märkischen Kreis, musste die Polizei eine verstopfte Zufahrtstraße sperren, es gab lange Staus. Viele Ortschaften mit schneebedeckten Hügeln und Winterlandschaft seien mehr als ausgelastet gewesen, sagte ein Polizeisprecher. „Nach dem Chaos in Winterberg hatten wohl viele die Idee, zu uns zu kommen.“ Mancherorts hätten die Leute auch Absperrungen an Parkplätzen einfach ignoriert.

Polizei und Ordnungsbehörden bezeichneten die Lage diesmal zwar insgesamt als deutlich entspannter als bisher. Da in den Höhenlagen überall Schnee liege, seien viele Ausflügler in anderen Gebiete ausgewichen. Dennoch habe es Uneinsichtige gegeben, die in die verschneiten Landschaften drängten und rodeln wollten. Die Lage sei beherrschbar gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Anzeigen wurden nicht gestellt.

In Winterberg und Umgebung stellte die Polizei am Sonntag 23 Verstöße gegen die Corona-Regeln fest.

12.05 Uhr: Parkplätze gut gefüllt, aber Ansturm bleibt aus

Der Ansturm auf die nordrhein-westfälischen Wintersportgebiete hat am Sonntag deutlich nachgelassen. In der Eifel waren am Morgen kaum Touristen und Ausflügler unterwegs, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die Tendenz zeige, dass bei den Leuten ein Umdenken eingesetzt habe, sagte eine Polizeisprecherin. Man gehe davon aus, dass sich ein Ansturm wie am vorherigen Wochenende nicht wiederhole.

Im Sauerland waren am Samstag noch einige Wanderparkplätze gut gefüllt, auch im Skigebiet Wildewiese gab es etliche Besucher. Insgesamt habe aber wohl die Einsicht in die Appelle der Behörden, der Region fernzubleiben, zur einer entspannteren Situation geführt, hieß es. Außerdem sei inzwischen auch Schnee im gesamten Sauerland gefallen, so dass sich die Gäste auf viele Orte verteilten.

08.43 Uhr: Stadt Winterberg bedankt sich fürs Nicht-Kommen

Man habe am Samstag "nur" 28 Verstöße gegen das Betretungsverbot oder die Maskenpflicht geahndet. Und auch die Polizei hatte nur einige wenige Autos zurückzuschicken. Nun hoffen Polizei und die Einheimischen, dass es auch am Sonntag so ruhig bleibt.

Die Stadt Winterberg sagt dazu: „Die Lage blieb ruhig und damit auch sicher. Daher ein dickes DANKESCHÖN an alle, die sich heute nicht auf den Weg zu uns gemacht haben. Vielleicht habt ihr den Schnee direkt vor Eurer Haustür genießen können und Ihr konntet so diesen Samstag "in weiß" gut nutzen. Das ist auch unsere Bitte für morgen!Auch für Sonntag gelten weiterhin die bisherigen Regelungen: Betretungsverbot für die Skipisten und Sperrung der Parkplätze. Die Lage bleibt unverändert: während des Lockdowns müssen die Skilifte und Rodelpisten geschlossen bleiben, ebenso wie Gastronomie, Einzelhandel und alles andere, was uns sonst so viel Freude bereitet.“

(red mit dpa)

 
 

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