Winterberg/NRW: Polizei rüstet sich SO gegen Ansturm ++ Eifelgemeinden mit dringendem Appell an Schnee-Touristen

Winter in der Eifel.
Winter in der Eifel.
Foto: imago images / Mika Volkmann

Winterberg. Nach dem heftigen Touristen-Ansturm in den Skigebieten von NRW reagieren die Wintersportorte nun mit drastischen Maßnahmen.

Der Schnee zu Neujahr lockt viele Menschen für Ausflüge oder sonstige Freizeitaktivitäten ins beliebte Wintersportgebiet Winterberg in NRW.

Am Wochenende gab es wieder einen regelrechten Ansturm. Die Polizei riegelte das Gebiet großräumig ab. Mittlerweile sind auch andere Regionen im Sauerland betroffen.

Das ändert sich jetzt alles!

Winterberg/NRW: Ansturm auf Ski-Gebiet – Alle Infos im News-Blog

In unserem News-Blog halten wir dich über alle neuen Entwicklungen im Ski-Gebiet auf dem Laufenden.

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Das ist Winterberg:

  • eine Kleinstadt im Rothaargebirge im Sauerland (NRW)
  • gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg
  • hat rund 12.600 Einwohner
  • ist ein beliebter Wintersportort
  • ist Austragungsort von Weltcup-Rennen im Bob- und Rodelsport international bekannt

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Donnerstag, 7. Januar

15.23: Polizei in NRW rüstet sich gegen Ansturm auf Schneegebiete

Die Polizei sowie Ordnungsämter im Sauerland und in der Eifel breiten sich auf einen erneuten Touristenansturm am Samstag und Sonntag vor. Auch in etwas niedriger gelegenen verschneiten Regionen rechnet die Polizei mit vielen Tagesausflüglern. So stellt sich etwa die Polizei im Märkischen Kreis auf einen größeren Einsatz zwischen Meinerzhagen und Herscheid ein. An einer Landstraße hatten am vergangenen Wochenende am Straßenrand widerrechtlich geparkte Autos für Verkehrschaos gesorgt.

Für eine wachsende Zahl von Skigebieten im gesamten Hochsauerland, in Olpe sowie im Eifelort Hellenthal und im nordhessischen Willingen haben die Kommunen ein Betretungsverbot ausgesprochen oder bereiten es vor. Ordnungsämter und Polizei kündigten an, Präsenz zu zeigen und gegen Verstöße gegen die Corona- oder Verkehrsregeln konsequent vorzugehen. Sofern es nötig werde, könnten auch Zufahrtsstraßen wieder abgeriegelt werden, hieß es etwa mit Blick auf Winterberg. „Wir stellen uns wieder mit starken Kräften auf“, sagte die Sprecherin der Kreispolizei Hochsauerland. Abermals seien Kollegen der Bereitschaftspolizei und Reiterstaffel zur Unterstützung im Einsatz. Auch im Kreis Euskirchen bereitet sich die Polizei darauf vor, die Kräfte des Ordnungsamtes zu unterstützen, wenn nötig.

09:25: Eifelgemeinden appellieren an Schnee-Touristen

Nach einem beispiellosen Andrang von Schnee-Touristen haben Eifelgemeinden eindringlich gebeten, solche Besuche zu unterlassen. Es gebe in der Nordeifel in der aktuellen Corona-Pandemie keine Angebote, erklärten die Bürgermeister von acht Kommunen sowie der Landrat des Kreises Euskirchen am Mittwoch. „Die Skigebiete sind nicht zugänglich, die Lifte laufen nicht, die Rodelhänge sind gesperrt, ebenso die meisten Parkplätze“, beschrieben sie. Auch gebe es keine Toiletten, keine Wickelräume, keinen Ort zum Aufwärmen, keine Gastronomie. Die Menschen sollten zu Hause bleiben und Spaziergänge an ihrem Wohnort unternehmen, appellierten die Bürgermeister unter anderem aus Bad Münstereifel und dem besonders betroffenen Hellenthal. Die Gemeinde hat in ihrem Wintersportgebiet Parkplätze, Wanderwege und Zugänge zu Liften gesperrt.

Mittwoch, 6. Januar

18.25 Uhr: Auch Olpe macht am Wochenende dicht

Aus Sorge vor neuen Besucherströmen auf schneebedeckten Ski- und Rodelpisten wird in Olpe am Wochenende ein weiteres NRW-Wintersportgebiet abgeriegelt. Die Straßen um die Hänge am Fahlenscheid werden Samstag und Sonntag weiträumig für den Verkehr gesperrt, für die Pisten ist ein Betretungsverbot ausgesprochen, wie die Stadt Olpe und die Polizei am Mittwoch mitteilten. Polizei und Ordnungsamt seien am Wochenende im Einsatz, um Zufahrtswege zu sperren, den Verkehr umzuleiten und Ordnungswidrigkeiten zu ahnden. Falschparker würden notfalls abgeschleppt.

17.45 Uhr: Winterbergs Bürgermeister fassunglos - „Unverständlich“

Trotz des verschärften Corona-Lockdowns und eines Betretungsverbots der Ski- und Rodelpisten rechnet der Winterberger Bürgermeister Michael Beckmann (CDU) mit vielen Besuchern am Wochenende. Man bereite sich auf ein größeres Aufkommen vor, teilte Beckmann am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Es werde wieder einen großen Einsatz von Ordnungsamt, Sicherheitsdienst und der Polizei geben.

Für Beckmann ist schwer nachvollziehbar, dass weiter Tagesausflügler ins Sauerland kämen: „Mittlerweile ist es für mich sogar schon ein Stück unverständlich, dass die Menschen seit einigen Wochen und trotz der Bilder der letzte Tage unseren Appell "Bleiben Sie zu Hause" nicht ernst nehmen.“

Entlastung am kommenden Wochenende könnte laut Beckmann vor allem ein Wintereinbruch in den Städten in Nordrhein-Westfalen bringen, aus denen die Besucher überwiegend kämen. Er hofft darauf, „dass der Schnee bis in die tiefen Lagen fällt, damit sich der Druck auf die hochgelegenen Schneegebiete deutlich verringert“.

10.46 Uhr: Schwangere wird von Spaziergängerin angegriffen

In Winterberg liegen die Nerven blank. Eine hochschwangere Frau ist kürzlich von einer Spaziergängerin angegriffen worden. Die Schwangere war mit einem Hund und ihrem Kleinkind unterwegs, als es passierte. >>> Hier liest du mehr zu dem Vorfall

9.13 Uhr: Neuschnee im Sauerland und Bergischen Land

Weiße Flocken und glatte Straßen: In Nordrhein-Westfalen werden ab Mittwochabend immer mehr Schneefälle erwartet. Wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Essen sagte, bringt ein Niederschlagsgebiet, das aus dem Norden über das Land zieht, verbreitet Schnee mit sich. In einem Streifen vom Mindener Land in Richtung Sauerland und Bergisches Land sollen die Flocken demnach liegen bleiben. Ob das auch für den Schnee im Ruhrgebiet und im Münsterland gelte, sei fraglich. Ab dem Abend kann es auch in tieferen Lagen glatt werden.

Doch Ausflüge in Wintersportorte sind Tabu. Winterberg und andere Orte haben Pisten und Parkplätze abgeriegelt.

Dienstag, 5. Januar

17.59 Uhr: Hiobsbotschaft für alle Winterberg-Tagestouristen

Zu viele Menschen sind in den vergangenen Tagen ins Sauerland geströmt. Die Polizei und die Stadt waren mit einem massiven Aufgebot vor Ort, um der Lage Herr zu werden. Das könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Denn wenn die Politik am Dienstag ernst macht, dann dürfen Wintersportfans von außerhalb bald nicht mehr bis ins Sauerland oder gar noch weiter fahren.

Denn wenn die Inzidenz in einer Stadt oder Region 200 oder noch höher beträgt, soll sehr wahrscheinlich der Bewegungsradius eingeschränkt werden. Wie weit du dich dann noch bewegen darfst, kannst du hier nachlesen >>>

Alle Informationen zum Corona-Gipfel und er Pressekonfenrenz von Angela Merkel findest du hier >>>

17.01 Uhr: Nächster Wintersport-Ort macht am Wochenende dicht

Nach den Wintersportorten Hellenthal und Winterberg will auch die Gemeinde Reichshof im Bergischen Land wegen des Andrangs von Schnee-Touristen die Straßen zu ihrem Skigebiet sperren. Dies solle am nächsten Wochenende geschehen, „um ein Verkehrschaos zu vermeiden und auch der Corona-Pandemie entgegen zu wirken“, teilte die Gemeinde am Dienstag mit. „Wie sehr wir uns auch immer auf Schnee und die vielen Besucher aus den umliegenden Städten freuen, diesen Winter geht es leider nicht“, erklärte Bürgermeister Rüdiger Gennies. Lifte und Loipen hatte die Gemeinde ohnehin nicht in Betrieb genommen.

15.30 Uhr: Auch Willingen macht am Wochenende dicht

Wegen des Ansturms der Schneetouristen sind im nordhessischen Wintersportort Willingen Skipisten, Rodelhänge und Parkplätze am Wochenende für Besucher gesperrt. Ein entsprechendes Verbot hat am Dienstag der Landkreis Waldeck-Frankenberg beschlossen. Es ist die erste Sperrung von Skipisten und Rodelhängen dieser Art in Hessen. Aus Gründen des Infektionsschutzes habe man sich für die zunächst dreitägige Einschränkung entschieden, sagte eine Sprecherin in Korbach. Sie soll von Freitag bis Sonntag gelten.

Nachdem die Wintersport-Region Winterberg im benachbarten Nordrhein-Westfalen am Wochenende Pisten und Parkplätze geschlossen hatte, waren Tausende Ausflügler nach Nordhessen ausgewichen.

>>> alle Infos zum Corona-Gipfel HIER

13.00 Uhr: Auch Reichshof will keine Schneetouristen mehr

Nach Winterberg und Hellenthal in der Eifel will nun auch der Ort Reichshof im Oberbergischen keine Schneetouristen mehr und macht dicht. „Wir sehen uns verpflichtet, hier einzugreifen und die Straßen zum kommenden Wochenende zu sperren, um ein Verkehrschaos zu vermeiden und auch der Corona-Pandemie entgegen zu wirken“, erklärt Bürgermeister Gennies.

Zu groß ist die Sorge, dass noch mehr Touristen kommen, nachdem schon einige Orte sich weiträumig abgeriegelt hatten.

07.20 Uhr: Fußballer berichtet von vollen Pisten und keinen Masken

Ein Amateurfußballer sprach mit den Ruhrnachrichten“ über seine Erfahrungen in Winterberg. Am Tag vor Silvester fuhr er mit seiner Freundin ins Sauerland - trotz der Berichterstattung über volle Pisten und überfüllte Parkplätze. Er erklärt, das Paar habe sich einfach eine schöne Zeit machen wollen und daher nicht darüber nachgedacht. Die beiden entschieden sich für einen weniger befahrenen Hügel, doch eine Maske trug niemand.

Auf anderen Hügeln sei mehr losgewesen, der Mann, der seinen Namen nicht genannt haben will, berichtet von zahlreichen Autos mit auswärtigen Kennzeichen. Die Leute kann er verstehen - das Betretungsverbot in Winterberg aber auch, sagt er.

Montag, 4. Januar

20.08 Uhr: Lage entspannt sich zum Wochenstart

Bauzäune vor Parkplätzen und ein Betretungsverbot für Rodelpisten: Die Maßnahmen gegen einen Ansturm von Touristen auf die Wintersportgebiete in der Eifel und im Sauerland scheinen Wirkung zu zeigen. Nach den chaotischen Zuständen am Wochenende blieb es am Montag weitgehend ruhig. Es sei zudem davon auszugehen, dass nach der Pause über Weihnachten und Neujahr wieder mehr Menschen bei der Arbeit seien, sagte die Stadtsprecherin von Winterberg, Rabea Kappen.

In Winterberg mussten Mitarbeiter des Ordnungsamts nur vereinzelt Menschen vom Betreten der Piste abhalten. Insgesamt seien 64 Verstöße gegen die Maskenpflicht, das Betretungsverbot sowie die Kontaktbeschränkungen festgestellt worden, hieß es am Nachmittag in einer Bilanz von Polizei und Stadt. Samstag und Sonntag waren in etwa viermal so viele Verstöße registriert worden. „Die Straßensperrungen vom Wochenende und die geltenden Betretungsverbote haben sicher viele Leute abgehalten“, sagte Kappen. Nach dem durch Staus und Hunderte Verstöße geprägten Wochenende könne man nun aufatmen in dem beliebten Wintersportort. „Erstmal zumindest. Zum Wochenende rechnen wir wieder mit ganz anderen Dimensionen“, sagte Kappen.

Polizei und Ordnungskräfte zeigten auch am Montag deutliche Präsenz. Nach Angaben eines Polizeisprechers aus dem Hochsauerlandkreis war abermals die Bereitschaftspolizei zur Unterstützung ausgerückt. „Wie wir für diesen Werktag erwartet haben, sind aber deutlich weniger Menschen unterwegs“, sagte er. Insgesamt hätten sich viel weniger Auswärtige auf den Weg in die Skigebiete des Kreises gemacht.

16.25 Uhr: Weniger Andrang durch strenge Maßnahmen

In der Eifel und im Sauerland zeigen die strengen Maßnahmen Wirkung: Am Montag blieb es nach dem chaotischen Wochenende verhältnismäßig ruhig. Es sei davon auszugehen, dass nach der Pause über Weihnachten und Neujahr wieder mehr Menschen bei der Arbeit seien, sagte die Stadtsprecherin von Winterberg, Rabea Kappen. Am kommenden Wochenende wird aber mit einem erneuten Ansturm gerechnet.

11.05 Uhr: Touristen verlassen Winterberg - und hinterlassen Dreck

Die Touristen aus Winterberg sind weg, der Ort wurde weiträumig abgeriegelt. Doch die Wintersport-Fans haben viel Dreck hinterlassen. Wie die WAZ berichtet, sind überall Müll und Fäkalien zu beobachten. Essensreste, Masken, Becher, Flaschen, Reifen, Kleidungsstücke, kaputte Bobs und Schlitten liegen herum.

09.16 Uhr: Oliver Pocher appelliert an Urlauber in Winterberg

Comedian Oliver Pocher schlägt ernste Worte an: Bei Instagram postete der 42-Jährige eine Collage von Dubai und Winterberg - und rief seine Follower dazu auf, in Zeiten von Corona auf Urlaub zu verzichten. Er schrieb unter das Bild: „Leute... niemand hat etwas gegen Urlaub oder Schnee... Auch ich war schon mal im Winterurlaub oder auch in der Sonne und in Dubai... nur einfach sich nochmal ein paar Monate zurückhalten und seinen Egoismus hinten anstellen.“

08.26 Uhr: Nächster beliebter Ski-Ort riegelt sich ab

Nachdem Winterberg Pisten und Straßen für Besucher bereits abgeriegelt hat, zieht nun offenbar auch Hellenthal in der Eifel nach. Die Gemeinde im Kreis Euskirchen hat am Sonntagabend nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" angekündigt, von Montag an alle Wintersportanlagen für Besucher zu schließen. Sie sollen mit Bauzäunen abgesperrt werden.

Bürgermeister Rudolf Westerburg appellierte, im Lockdown keine Tagesausflüge in das Schneegebiet zu machen.

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