NRW: Lehrerin packt über Islamismus an Schulen aus – „Das, was in Wien passiert, kann uns auch passieren“

Wien am späten Abend des 2. November 2020. Eine Lehrerin aus NRW packt jetzt nach dem Terroranschlag aus.
Wien am späten Abend des 2. November 2020. Eine Lehrerin aus NRW packt jetzt nach dem Terroranschlag aus.
Foto: imago images / Xinhua

Eine Lehrerin aus NRW schlägt jetzt Alarm!

Am 16. Oktober ist der Geschichtslehrer Samuel Paty in einem Pariser Vorort ermordet, seine Leiche enthauptet aufgefunden worden. Er hatte im Unterricht das Thema Meinungsfreiheit behandelt und in dem Zusammenhang zwei Karikaturen des Propheten Mohammed als Beispiel gezeigt. Der Täter (18) ist von der Polizei erschossen worden.

Keine zwei Wochen später, am 29. Oktober, sind bei einer Messerattacke in einer Kirche in Nizza drei Menschen getötet, mehrere Personen verletzt worden. Der Täter, ein Tunesier, hatte beim Eintreffen der Polizei und bei der Festnahme „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) gerufen, die Morde werden von den französischen Behörden als islamistischer Terror eingestuft.

NRW: Lehrerin packt über Islamismus an Schulen aus

Und am 2. November die neueste Horror-Tat: Mutmaßliche ISIS-Sympathisanten haben mitten in Wien wahllos auf Passanten geschossen, mindestens vier Personen getötet. Jetzt warnt eine Lehrerin aus NRW und sagt: Solche Taten können auch bei uns in Deutschland passieren!

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Birgit Ebel ist Lehrerin an einer Gesamtschule in Herford, seit 24 Jahren Grünen-Politikerin und engagiert sich seit 2014 gegen islamistische Radikalisierung und das Phänomen des Salafismus. Sie ist Mitglied der Frauenrechte-Organisation „Terres des Femmes“ und der Kurdischen Gemeinde Deutschland. 2014 hat sie die Initiative „extremdagegen“ gegründet, ein Projekt, mit dem Jugendliche gegen extremistische Ideologien stark gemacht werden sollen.

Und dieses Engagement scheint nötig, denn: Aus der Region Ostwestfalen sind zahlreiche Islamisten wie beispielsweise der bekannte ISIS-Kämpfer Murat Demir nach Syrien gereist. Schlagzeilen hatte auch 2018 ein Video gemacht, in dem kleine Kinder in einer Ditib-Moschee in Herford in Tarnkleidung ein militaristisches Theaterstück aufgeführt hatten.

Im Gespräch mit DER WESTEN warnt Ebel: „Das zentrale Problem ist die Propaganda in Moscheen, die von ausländischen Verbänden wie Ditib oder Milli Görüs getragen werden oder auch von arabischen und bosnischen Islam-Zentren und Hinterhof-Moscheen. Das ist der Nährboden für die islamistische Radikalisierung. Dort wird gegen Deutschland und Andersgläubige gehetzt. Wir als Lehrer machen morgens Demokratiepädagogik, nach der Schule aber finden diese zumeist verfassungsfeindlichen Moscheepredigten statt, die unsere Arbeit massiv erschweren.“

Über „Haram-Kinder“ und Kinderfasten – „Fängt ab der siebten Klasse an“

Schon im Teenager-Alter würde es viele Kinder geben, die sich dem radikalen Islam verbunden fühlen. Ebel erzählt: „Es fängt ab der siebten Klasse an. Es gibt Kinder, die für die Todesstrafe sind, andere Kinder als 'Haram-Kinder' („Kinder der Sünde“) bezeichnen und Mitschülerinnen und auch Lehrerinnen maßregeln, wenn sie Röcke tragen. Man muss sich das mal vorstellen, wenn ein 14-Jähriger zur Mitschülerin sagt, dass sie keinen Rock tragen soll, weil das 'haram' sei.“

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Das ist Islamismus bzw. der politische Islam:

  • wird auch „radikaler Islam“ genannt
  • Streben, im Namen Allahs eine allein religiös legitimierte Gesellschafts- und Staatsordnung zu errichten
  • richtet sich gegen die Prinzipien des Laizismus (Trennung von Staat und Religion), Individualität, Volkssouveränität, Gleichstellung der Geschlechter und Religions- und Meinungsfreiheit
  • zutiefst antisemitisch
  • es wird unterschieden zwischen Gruppierungen, die ihre Ziele friedlich durchsetzen wollen, und radikalen Strömungen, die Gewalt und Terror als Mitten anwenden

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Weitere Beispiele: Mitten im Unterricht gebe es Schüler und auch Schülerinnen, die beten wollen und deshalb den Unterricht verlassen. „Sie und deren Eltern machen auch Druck bei der Schulleitung, fordern einen Gebetsraum. Wir sprechen hier schließlich von 13- oder 14-Jährigen! Diese Kinder sind es dann auch, die radikal fasten und selbst Kinder, die nicht fasten, dazu auffordern. Sie kontrollieren sie dann sogar und bedrohen sie, sollten sie doch heimlich was essen und trinken.“

„Väter wollen nicht mit Lehrerinnen reden, geben uns nicht die Hand“

Dass Deutschland jederzeit Ziel von islamistischen Anschlägen sein könne, ist für Ebel klar: „Schüler, die sich hier dem Unterricht verwehren, weil sie Frauen als Lehrkräfte haben, sind viel empfänglicher für islamistische Propaganda und ihre Ideologie. Das Problem sind auch die Eltern, die kaum im Schulleben ihrer Kinder präsent sind und zuhause ein rückwartsgewandtes, frauenverachtendes Miteinander vorleben.“

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Die Islamismus-Expertin weiter: „An Elternsprechtagen gibt es immer öfter Väter, die nicht mit Lehrerinnen sprechen wollen, geschweige denn die Hand geben. Das überträgt sich dann auch auf ihre pubertierenden Kinder, die ohnehin auf der Suche nach Vorbildern sind und diese in ihrem Zuhause, bei Hasspredigern im Internet oder in Moscheen finden.“

„Sie sagen uns: 'Er hat unseren Propheten beleidigt, er soll in der Hölle schmoren!'“

Die Grünen-Politikerin warnt: „Die Schulen sind überfordert mit diesem Islamismus-Problem. Das Schulministerium lässt uns da im Stich. Uns wurde von Seiten des Schulministeriums kurzfristig mitgeteilt, dass wir für Samuel Paty eine Schweigeminute im Unterricht durchführen sollen. Material zur Aufklärung wird jedoch nicht bereitgestellt. Wir werden faktisch damit allein gelassen, wenn Kinder und Jugendliche das nicht mitmachen und sagen: 'Er hat unseren Propheten beleidigt, er soll in der Hölle schmoren!'. Wir alle in Deutschland haben dringenden Handlungsbedarf bei diesem Thema! Das, was in Wien passiert ist, kann auch bei uns passieren.“

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