Wie Kriminelle das Handy als Werkzeug entdecken

Holger Dumke
Wunderbare Welt der Smartphones: Die schlauen Mobiltelefone sind immer leistungsfähiger und ihre Nutzer 24 Stunden erreichbar. Es gibt immer mehr Programme, sogenannte „Apps“, mit immer vielfältigeren Anwendungen. Da tun sich ganz neue Möglichkeiten auf – auch für Kriminelle.

An Rhein und Ruhr. „Die Gefahr ist sehr real“, sagt Christian Martinek vom Kompetenzzentrum Cybercrime der Polizei in Nordrhein-Westfalen, wenn er von handys in der Hand von Kriminellen spricht. Smartphones seien „Hochleistungscomputer im Westentaschenformat“. Allerdings: Beim Umgang damit lassen viele Nutzer längst nicht dieselbe Sorgfalt walten wie bei großen PCs.

Kontodaten, Zugänge zu E-Commerce-Anbietern wie Ebay oder Amazon oder auch E-Mails und Bilder: Immer mehr Privates und immer mehr sensible Daten werden nicht nur zu Hause auf PCs, sondern auch auf den Handys abgespeichert. Darauf haben es die Täter abgesehen.

Über Schadprogramme versuchen die Kriminellen, diese Daten auszuspähen, „um sie dann für Straftaten wie Betrug oder sogar Erpressung zu nutzen“, sagt Martinek. Oder die Täter versuchen, Handynutzer über Klicks auf Werbebanner in kostspielige, mitunter als gratis getarnte Abofallen zu locken, deren Kosten dann über die Telefonrechnung abgebucht werden.

Nützliche Hinweise auf mögliche Gefahren

Die Schadprogramme laden sich die Nutzer in der Regel unbewusst aufs Handy, häufig „im Gepäck“ von Kostenlos-Apps, wie sie mittlerweile zuhauf im Internet angeboten werden. „Man sollte Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen beziehen und Zugriffsrechte auf sensible Nutzerdaten einschränken“, rät LKA-Experte Martinek. Anwendungsbeschreibungen und Erfahrungsberichte früherer Kunden könnten nützliche Hinweise auf mögliche Gefahren liefern.

Eine großes Risiko stelle das sogenannte „jailbreaken“ oder „rooten“ dar. Dabei modifizieren Leute die verschiedenen Betriebssysteme von Smartphones, indem sie Hersteller-Beschränkungen entfernen. Martinek warnt ausdrücklich davor: Auf diese Weise könne man beliebige Programme aus unsicheren Quellen auf dem Handy installieren.