Wetterdienst warnt vor Schnee und Glätte in NRW

Schnee im April: In Winterberg im Sauerland ist der Ortsname auf ungeahnte Weise derzeit aktuell.
Schnee im April: In Winterberg im Sauerland ist der Ortsname auf ungeahnte Weise derzeit aktuell.
Foto: WP
  • Niederschlagsgebiet zieht über NRW und sorgt vielerorts auch für Schneefall und Eis
  • Schneefall-Grenze sinkt am Dienstag bis auf 200 Meter
  • Mehrere Glätte-Unfälle mit Verletzten bereits am Wochenende

Winterberg. Dicke Pullover und Mützen statt T-Shirt und Sonnenbrille: Kurz vor Beginn des "Wonnemonats" Mai zeigt der Frühling noch einmal seine kalte Schulter. Bis in tiefere Lagen kann es in den kommenden Tagen kurzfristig noch einmal weiß und damit wohl auch glatt werden. Am Dienstag und Mittwoch sind auch an Rhein und Ruhr Schauer angesagt, zum Teil gar als Schnee und Graupel und auch mit Sturmböen.

Im Sauerland sind die Berge schon seit dem Wochenende wieder leicht überzuckert und manchem Autofahrer zeigte der späte Winter noch einmal die Krallen. Am Kahlen Asten gibt es den Dienstag über Dauerfrost. Im Ruhrgebiet ist mit Temperaturen bis 9 Grad zu rechnen, "in Schauern kühlt es sich dann deutlich ab", sagt Rainer Buchhop vom Wetterdienst Meteogroup.

Es bleibt auch am Mittwoch winterlich in NRW

Laut Meteogroup soll es auch am Mittwoch kalt bleiben. In Höhenlagen wie dem Sauer- und Siegerland gibt es seit Montag schon eine dünne, aber geschlossene Schneedecke. An Rhein und Ruhr bleibt Schnee, so er denn kurzzeitig fällt, eher nicht liegen.

"Der starke Wetterwechsel ist nicht besonders ungewöhnlich, das ist ja das typische Aprilwetter", sagt Meteorologin Magdalena Bertelmann von der Vorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach. "Was allerdings etwas ungewöhnlich ist, sind die langanhaltenden geringen Temperaturen - das ist schon nicht ganz so alltäglich. In den Übergangsjahreszeiten können diese Extreme auftreten, weil die Atmosphäre großen Schwankungen unterliegt. "Labile Luft" neigt dazu, Schauer und Gewitter zu bilden", erklärt die Expertin.

Der April ist insgesamt sogar etwas zu warm

Im Münsterland wurden am Dienstagmorgen 0 Grad Celsius gemessen, im Ruhrgebiet lag die Temperatur bei 2 Grad. Insgesamt aber ist der April sogar etwas zu warm, um etwa 0,6 Grad im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt, heißt es beim Deutschen Wetterdienst. Wenn man sich allerdings nur die gerade vergangenen kalten Tage ansehe, "sind wir fünf Grad darunter", sagt Magdalena Bertelmann. Die Sonnenscheindauer liege laut Statistik bereits jetzt über dem Mittel. Vermutlich wird der April aber zu nass.

Gegen Ende der Woche wird es wieder "etwas wärmer". Für Donnerstag sei mit wechselhaftem Wetter zu rechnen, mit Schauern aber auch mit Sonnenschein. Die Tagestemperaturen dürften an Rhein und Ruhr bis 12 Grad Celsius steigen, heißt es bei der Meteogroup. Während der DWD keine Prognose bis Himmelfahrt oder Pfingsten macht, blickt das Infoportal wetter.net bereits voraus: "Es bleibt in diesem Frühling dabei: Ein stabiles Schönwetterhoch kann und will sich einfach nicht etablieren", sagt Dominik Jung, Wetterexperte bei wetter.net. "Es geht wechselhaft und zeitweise sehr nass weiter. Von einem Wonnemonat kann in den ersten Maitagen überhaupt keine Rede sein.

Unfälle durch Schnee- und Graupel-Schauern

Was im Sauerland das Auge freut, brachte in Ostwestfalen und im Bergischen Land Autofahrer ins Schlingern. Am Sonntagabend krachte es auf der Autobahn A2 bei Rheda-Wiedenbrück, als ein 43 Jahre alter Mann bei einem heftigen Graupelschauer die Gewalt über seinen Wagen verlor. Beim Zusammenstoß mit einem anderen Wagen wurden insgesamt acht Menschen verletzt, zwei sechs und neun Jahre alte Kinder schwer. Bei Höxter kam ein Autofahrer auf der schneeglatten Bundesstraße 239 ins Schleudern und landete vor einem Verkehrsschild. Der 20-Jährige kam verletzt ins Krankenhaus. Dort landeten auch zwei 23 und 20 Jahre alte Männer, die in einem Auto in Wermelskirchen vor einer roten Ampel standen, als ein Autofahrer ihnen ins Heck fuhr. Er hatte aufgrund eines Schneeschauers die Ampel und das stehende Auto übersehen. (WE/dpa)

 
 

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