Wetter: Tief „Mortimer“ schmeißt Bäume um – Bahnverkehr teilweise eingestellt

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn in Norddeutschland ist dem Wetter zum Opfer gefallen.
Der Fernverkehr der Deutschen Bahn in Norddeutschland ist dem Wetter zum Opfer gefallen.
Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Der Herbst startete bisher trüb und grau. Am Wochenende änderte sich das Wetter allerdings dramatisch.

In der Nacht von Sonntag auf Montag zog Tief „Mortimer“ über Deutschland hinweg – größere Schäden blieben zwar aus, der Fernverkehr der Deutschen Bahn wurde jedoch teilweise eingestellt.

Alles zum Wetter in Deutschland liest du in unserem Wetter-Blog:

Montag, 30. September:

14.20 Uhr: Wegen Sturm Mortimer musste die Feuerwehr in NRW 350 Schafe in Sicherheit bringen. Die Weide hatte sich wegen des heftigen Regens in einen See verwandelt, weswegen ein Schlauchboot und Taucher zum Einsatz kamen.

13.00 Uhr: Auch wenn einige Streckensperrungen wieder aufgehoben sind, müssen sich die Passagiere der Deutschen Bahn den ganzen Tag auf Einschränkungen einstellen, heißt es bei Twitter.

11.37 Uhr: Die Polizei warnt vor Starkwind auf Autibahnen. Vor allem Sachsen-Anhalt ist betroffen.

Autofahrer sollen am Montag langsamer und vorsichtiger fahren.

10.31 Uhr: In Wolfsburg ist ein ICE gegen einen auf die Gleise gestürzten Baum gefahren. Der Lokführer wurde leicht verletzt, so ein Sprecher der Bahn. Die Scheibe des Führerhauses zersplitterte, auch die Oberleitung wurde auf einer Länge von mehreren Hundert Metern beschädigt.

Die 250 Passagiere an Bord des ICE kamen mit dem Schrecken davon. Sie sollen von Bussen abgeholt werden.

9.50 Uhr: In ganz Deutschland komme es mittlerweile zu Einschränkungen im Bahnverkehr, teilt die Deutsche Bahn bei Twitter mit.

Passagiere sollen sich vor Reiseantritt im DB Navigator oder unter bahn.de informieren.

9.00 Uhr: Die Strecken Hamburg - Hannover, Hamburg - Bremen, Bremen - Hannover und Hannover - Göttingen sind wieder befahrbar, teilte die Deutsche Bahn mit.

8.40 Uhr: Die Deutsche Bahn hat ihren Fernverkehr in Norddeutschland am Montagmorgen weitgehend eingestellt. Grund dafür ist das Sturmtief „Mortimer“.

Gegen 8 Uhr morgens mussten die wichtigsten Strecken nördlich von Hannover gesperrt werden.

Im Regionalverkehr gab es zunächst keine größeren Behinderungen.

Wetter: Sturmtief „Mortimer“ fegt über Deutschland

7.30 Uhr: Der Schwerpunkt des Sturms lag in der ersten Nachthälfte vor allem auf dem Westen und der Südhälfte Deutschlands. Später verlagerten sich die stärksten Böen in den Norden und Osten des Landes.

Der von „Mortimer“ verursachte Schaden hielt sich allerdings in Grenzen. Am frühen Montagmorgen gab es keine Meldungen von verletzten Personen.

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Umgekippte Bäume und abgebrochene Äste

Die Polizei berichtete hauptsächlich von umgekippten Bäumen und abgebrochenen Ästen. Weil die meisten Bäume noch voll belaubt sind, bieten sie eine größere Angriffsfläche für den Sturm.

Trotzdem meldete die Deutsche Bahn bisher kaum sturmbedingte Einschränkungen.

Schafe in Dortmund von Weide gerettet

Eine spektakuläre Rettungsaktion erlebten hingegen Hunderte Schafe auf einer Weide in Dortmund.

Starke Regenfälle hatten die Weide mit rund 300 Tieren geflutet. Die Feuerwehr habe ein Rettungsboot eingesetzt und Stege gebaut, um die Tiere vor dem Ertrinken zu retten, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen. Bis 02:00 Uhr waren den Angaben zufolge 200 Tiere von der Weide geholt worden. Die Wiese stand nach Angaben eines dpa-Fotografen anderthalb bis zwei Meter unter Wasser. Mehrere Tiere, darunter auch Lämmer, seien in den Wassermassen verendet. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit 120 Einsatzkräften vor Ort.

Saarland und Bremen ruhig

Im Saarland waren bis 2.20 Uhr rund 50 Notrufe wegen umgekippter Bäume oder Bauzäune eingegangen. Ein Baum sei auf ein geparktes Auto gefallen. Aus Bremen meldete eine Sprecherin „außer viel Regen nichts“.

Vereinzelte Gewitter erwartet

Am Montag soll in weiten Teilen des Landes kaum noch etwas von „Mortimer“ zu spüren sein. Vereinzelt kann es aber noch zu kurzen Gewittern kommen.

Sonntag, 29. September:

Schwere Sturmböen vom Herbststurm „Mortimer“ könnten nicht nur für ungemütliches Wetter sorgen, sondern auch ein Verkehrschaos nach sich ziehen. Eine Sache macht den Sturm ganz besonders gefährlich.

Wetter: Warnung vor schweren Gewittern

Am späten Abend rollt Sturmtief Mortimer von den Britischen Inseln aus auf Deutschland zu. Der Deutsche Wetterdienst warnt am Abend vor dem Auftreten von starken Gewittern, unter anderem im Ruhrgebiet.

In der Meldung weist der Wetterdienst auch auf die mögliche Gefahr von Blitzschlägen hin. Bäume könnten vereinzelt entwurzelt und Dächer entschädigt werden. Platzregen könnte zudem schon am Spätabend zu Verkehrsbehinderungen führen.

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Warnung vor starken Stumböen

„Ganz genau kennen wir die Zugbahn und die Stärke des Sturmtiefs allerdings noch nicht und kleine Änderungen können hier große Auswirkung haben“, erklärte Andreas Machalica, Meteorologe bei wetter.com am Freitag.

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Der Meteorologe warnt allerdings vor starken Sturmböen: „Vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands müssen wir dann mit Sturmböen von 60 bis 80 Kilometer pro Stunde rechnen, örtlich auch mit schweren Sturmböen von rund 90 Kilometer pro Stunde.“

Grafik verdeutlich Weg von Mortimer

Auf Facebook gibt es auf der Seite des Deutschen Wetterdienstes eine Übersicht über den Verlauf des Tiefs. Darauf ist zu erkennen, wie es von Westen aus weiter in Richtung Osten zieht. Dem Zeitstrahl am unteren Bildrand kann man entnehmen, dass es etwa ab Sonntag 22 Uhr auf Westdeutschland trifft.

Wetterdienst: Warnung für NRW

Für Sonntag hat der Deutsche Wetterdienst eine Warnung vor Windböen für das Ruhrgebiet herausgegeben. Die Warnung wurde um kurz nach 17 Uhr von der ersten Warnstufe auf Stufe zwei von vier für ganz NRW erhöht. Es besteht die Gefahr des Auftretens von Sturmböen zwischen 70 und 85 Stundenkilometern aus südlicher, später aus westlicher Richtung. Der Dienst warnt zudem vor herabfallenden Gegenständen.

Die Warnung gilt für folgende Städte im Ruhrgebiet:

  • Duisburg
  • Oberhausen
  • Bottrop
  • Mülheim
  • Herne
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Dortmund
  • Bochum

In Norddeutschland hat der Wetterdienst am Abend die Warnstufe bereits zum Teil auf Stufe drei von vier erhöht und eine Vorabinformation ausgegeben. Darin wird vor orkanartigen Böen um 110 Kilometer pro Stunde gewarnt.

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Die Aussichten für Sonntag und Montag

Während der Sonntag in NRW zunächst mit Regen und starken bis stürmischen Böen in den Tag startete, wird es gegen Abend deutlich ungemütlicher werden.

Dann kommt NRW in den Einflussbereich von Tief Mortimer. Laut Deutschem Wetterdienst kommt es zu Gewittern und schweren Sturmböen zwischen 80 und 100 Kilometern pro Stunde. Vereinzelt seien sogar orkanartige Böen mit 110 Kilometern pro Stunde möglich.

Schwerer treffen soll es allerdings Mitteldeutschland, den Nordwesten sowie vereinzelte Regionen in Süddeutschland.

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Auch am Montagvormittag soll es noch stark stürmen. Zwar soll der Wind langsam nachlassen, doch noch immer sind Böen zwischen 55 und 65 Stundenkilometer zu erwarten.

Sturm könnte für Wartezeiten bei Pendlern sorgen

Die angekündigte böse Überraschung könnte es dann für Pendler und Reisende am Montagmorgen geben. Es drohen nämlich umstürzende Bäume, die für Probleme beim Straßenbahn- und Schienenverkehr sorgen könnten.

Auch Dominik Jung von Wetter.net warnt: „Die nächsten Tage werden turbulent. Äste können abbrechen und Bäume könne umstürzen. Da können am Montagmorgen auch Bahnstrecken und Straßen unterbrochen sein.“ Besonders die Mitte Deutschlands und den Süden soll der Sturm treffen.

Ein Sturm der vielen in NRW noch schmerzhaft in Erinnerung ist: 2014 sorgte Sturm Ela für teils total verwüstete Flächen und massive Schäden im Nah- und Fernverkehr.

Blattwerk macht Mortimer gefährlich

Ein Umstand bietet dabei besonderes Gefahrenpotenzial durch das nahende Sturmtief „Mortimer“.

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Aktuell tragen die Bäume noch viele Blätter und Laub. Für den Wind bieten sie dadurch besonders viel Angriffsfläche. Er drückt also deutlich stärker gegen die Baumkronen, als das im Spätherbst der Fall wäre. Deswegen reichen auch geringere Windgeschwindigkeiten, um Schäden und Brüche bei den Bäumen hervorzurufen.

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Alle Informationen im Überblick:

  • Sturmtief „Mortimer“ erreicht Deutschland voraussichtlich in der Nacht von Sonntag auf Montag
  • Meteorologen rechnen mit Stärken von 60 bis 80 Kilometer pro Stunde, örtlich auch bis zu 90 Kilometer pro Stunde
  • Welche Teile Deutschlands besonders hart getroffen werden, ist noch nicht abzusehen
  • Besondere Gefahr besteht durch das dichte Blattwerk der Bäume

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Das solltest du vor und nach dem Sturm beachten

Die Gefahr umstürzender Bäume und abbrechender Äste steigt dementsprechend. Sollte deine Region von dem Sturm in der Nacht von Sonntag auf Montag betroffen sein: Sei auf jeden Fall vorsichtig beim nächsten Waldspaziergang. Auch am Tag selbst solltest du dich natürlich besser nicht in der Nähe von Bäumen aufhalten.

Das „Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe“ empfiehlt zudem, bei Sturm und Unwetter einige Dinge zu beachten:

  • Sicher deine Mülltonne und Gartenmöbel
  • Bringe Blumentöpfe von deinem Balkon oder der Dachterasse lieber nach drinnen
  • Wenn möglich: Parke deinen Wagen in der Garage
  • Falls nicht möglich: Parke am besten weit weg von Bäumen und anderen Häusern

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Auf die stürmige Zeit vom Wochenbeginn folgt dann zur Wochenmitte ein deutlicher Temperaturabfall. „Auch im Flachland gibt es nur noch Temperaturen um zehn Grad“, so Dominik Jung vom Portal wetter.net.

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In höheren Lagen könnten die Temperaturen sogar so weit sinken, dass rund um den Tag der Deutschen Einheit auch mit Schnee zu rechnen ist. „Wer nächste Woche Schneeflocken sehen möchte, dem raten wir ab Mittwochabend einen Besuch auf den Gipfeln von Schwarzwald und Harz. Dort kann es zeitweise weiß werden“, so Jung.

Hier könnte es sogar schneien

Die Temperaturen auf 1.500 Metern könnten auf null Grad und sogar bis auf minus vier Grad fallen.

Die Schneefallgrenze könnte demnach auf 1.000 oder sogar 900 Meter fallen.

Warnung vor Bauernglätte

Doch auch dort, wo es noch nicht schneien wird, kann es glatt werden. Und das ohne das der Boden gefroren ist. Grund ist ein Phänomen, dass sich Bauernglätte nennt. Davor warnt jetzt der ADAC. Denn während der Erntezeit verlieren Bauern mit ihren Traktoren Schmutz auf den Straßen.

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Regnet es dann, kann dieses Gemisch richtig glatt und schmierig werden, so die Experten. „Lehm- und Erdklumpen können sich bei Feuchtigkeit zu einem gefährlichen Schmierfilm verbinden, auf dem Autos und Zweiräder leicht außer Kontrolle geraten".

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Auch nächstes Wochenende könnte es ungemütlich werden

Auch wenn Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in der nächsten Woche im Flachland eher unwahrscheinlich sind: Am nächsten Wochenende könnte weiten Teilen Deutschlands ein ähnliches Schicksal blühen, wie dieses Wochenende.

Denn der Deutsche Wetterdienst verkündet, dass es auch am Wochenende nach dem Tag der Deutschen Einheit Chancen für ein erneutes Sturmtief gibt.

Diskussionen über Wetter werden anders geführt

Die Diskussionen über das Wetter werden mittlerweile anders geführt als früher. Schietwetter? Na klar! Goldener Herbst? Auch kein Problem! Früher war das Plaudern über's Wetter selbstverständlich. Doch wer heute beim Small Talk nicht aufpasst, findet sich plötzlich in einer Diskussion über Klimawandel, CO2-Ausgleichszahlungen, Umweltaktivistin Greta Thunberg und freitags demonstrierende Schüler wieder. Hat das Wetter seine Unschuld verloren?

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„Die Politisierung des Privaten schreitet voran“, sagt Anna Wagner, die an der Universität Augsburg zu öffentlicher Kommunikation forscht. Wie bei Ernährung und Gesundheit gehe es in der öffentlichen Debatte bei Wetter und Klima immer häufiger um das Individuum: Was kann der Einzelne tun, wie muss er sich anders verhalten? „Auch in den sozialen Medien wird individuelles Verhalten bewertet“, sagt sie.

Auch Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD) hat den Eindruck, dass bei Gesprächen über das Wetter immer öfter auch Klimawandel mitschwingt. „Da hat sich was gedreht. Da ist ein Fragezeichen hinzugekommen: Könnte das schon mit Klimawandel zusammenhängen?“, sagt er. Und: „Die Frage wird zu Recht gestellt.“ (dav/cs/dpa)

 
 

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