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Essen

LIVE-Blog Hitzewelle 2018: Kraftwerke wegen Hitze heruntergefahren +++ Essen und Duisburg sagen Feuerwerk ab +++ Wald- und Flächenbrände in ganz NRW

Die Polizei fährt mit Wasserwerfern durch Bochum.
Foto: Polizei Bochum
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Essen. Die Hitzewelle 2018 hat NRW und ganz Deutschland fest im Griff. Und das Wetter bleibt extrem: Es sind die bislang heißesten Tage des Jahres.

Alles rund um die Hitzewelle im Live-Blog:

Freitag

+++ 22.51 Uhr +++

In Bottrop musste die Feuerwehr an der Horster Straße am Freitag einen eingeschlossenen Mann aus einem Aufzug befreien. „Bei den herrschenden Temperaturen war die Wartezeit für den Eingeschlossenen eine ziemliche Tortur“, so die Feuerwehr. Dementsprechend erleichtert habe sich der Mann gezeigt, als die Einsatzkräfte die Aufzugstür geöffnet hatte und er wieder ins Freie gelangte.

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+++ 22.03 Uhr +++

In NRW sind am Freitag zwei Kraftwerke heruntergefahren worden. Der Energiekonzern RWE schaltete das Kohlekraftwerk in Hamm vorerst für das Wochenende ab, sagte ein Unternehmens-Sprecher. Als Grund wurde Probleme beim Kohlenachschub angeführt, der aufgrund der niedrigen Pegelstände in den Flüssen infolge der Hitzeperiode entstanden sei. Die Schiffe, die den Brennstoff liefern, haben für die derzeitigen Verhältnisse zum Teil zu großen Tiefgang. Geplant sei laut RWE, dass das Kraftwerk am Montag wieder angefahren werde.

Das Steinkohlekraftwerk im benachbarten Bergkamen wurde aus einem anderen Grund am Freitag heruntergefahren, sagte ein Sprecher des Betreibers STEAG. Die Strompreise seien am Freitag so stark gefallen, dass man sich aus wirtschaftlichen Gründen zu einer Abschaltung entschlossen habe. Steinkohlekraftwerke haben im Jahresverlauf etwa ein Drittel der Betriebsstunden eines Braunkohlekraftwerks wie in Hamm. Sie produzieren auf Nachfrage.

In Bergkamen sei die Leistung des Kraftwerks am Mittwoch und Donnerstag aber auch wegen des Wetters reduziert worden, teilte der Sprecher mit. Die Wassertemperatur im Kühlturm sei wegen der Hitze zu hoch gewesen. Der WDR hatte zuvor von den Kraftwerksabschaltungen berichtet.

+++ 20.23 Uhr +++

Gleich zwei Mal hat es in Gelsenkirchen am Freitag auf größeren Flächen gebrannt: An der Horst-Gladbeckerstraße stand gegen 13 Uhr Unterholz an einem Bahnübergang in Flammen. 300 Quadratmeter brannten dort. Der zweite Flächenbrand wurde um 15.30 Uhr an der Straße Am Schleusengraben gemeldet. Dort brannte am Friedhof Horst-Süd ebenfalls Unterholz auf etwa 400 Quadratmetern.

+++ 18.51 Uhr +++

Die anhaltende Hitze in NRW bringt auch die Fische hierzulande in Lebensgefahr. Das Umweltministerium in NRW warnt vor einem Fischsterben. „Wir nehmen die aktuelle Situation sehr ernst. Die anhaltende Trockenheit und Hitze haben Folgen für Mensch und Umwelt. Mit steigenden Wassertemperaturen werden auch Fischbestände an den Rand ihrer Belastbarkeit kommen", heißt es in der aktuellen Mitteilung des Ministeriums.

Der Rhein ist stellenweise schon wärmer als 27 Grand. Für temperaturempfindliche Fischarten ist das fast schon zu warm - vor allem, wenn die Hitze anhält.

+++ 17.18 Uhr +++

Wir stöhnen ja schon in der Redaktion bei der Riesen-Hitze. Manche haben es da im Job noch härter getroffen: Gudin (28) und Mohamed (32) sind Köche im Steakhaus „Block House“ in Essen am Kennedyplatz. Sie arbeiten an einem Lavastein-Herd und bereiten Steaks zu. Der Herd ist 400 (!) Grad heiß. In der Küche pendeln die Temperaturen zwischen 36 und 38 Grad.

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Mohamed sagt: „Gerade mittags wird es hier sehr heiß, gegen Abend geht das aber wieder.“ Die beiden halten die Hitze trotz der warmen Arbeitkleidung aus Baumwolle trotzdem gut aus. „Wir haben uns daran gewöhnt“, sagen beide. Die einzige Abkühlung, die sie sich gönnen: „Abends eine kalte Dusche, eine halbe Stunde lang“, so Gudin.

+++ 16.28 Uhr +++

Auch die Wildtiere leiden unter dem Wassermangel, der derzeit herrscht. Die Untere Naturschutzbehörde in Herne bittet deshalb darum, Igeln, Vögeln und anderen Kleintieren über die Durststrecke zu helfen und Wasserschalen oder andere geeignete Wasserbehältnisse aufzustellen.

+++ 16.02 Uhr +++

Auch im Sauerland brennt es - und zwar richtig: Am Wixberg bei Altena im Märkischen Kreis standen seit Donnerstag laut Feuerwehr zwischenzeitlich 10.000 Quadratmeter Bäume und Waldboden in Flammen.

350 Feuerwehrleute aus Altena und den umliegenden Städten und Gemeinden waren im Einsatz. Am Freitagvormittag dann die vorsichtige Entwarnung: Der Brand sei unter Kontrolle. Dennoch kämpfen etwa 300 Einsatzkräfte auch am Freitagnachmittag noch gegen das Feuer.

+++ 15.30 +++

Nach mehreren Bränden in Würselen bei Aachen hat die Kripo einen Mann (57) festgenommen, der dringend verdächtig ist, die Feuer gelegt zu haben. Wer für einen weiteren Brand in einem Waldstück ganz in der Nähe verantwortlich ist, steht aber noch nicht fest.

Wiesen und Wälder brennen bei der derzeitigen Trockenheit wie Zunder.

Essen und Duisburg sagen Feuerwerke wegen Brandgefahr ab

+++ 13.55 Uhr +++

Auch das Feuerwerk beim Ruhrorter Hafenfest in Duisburg wurde wegen der erhöhten Brandgefahr abgesagt.

+++ 13.47 +++

Das Feuerwerk beim Schlossparkfest in Borbeck fällt in diesem Jahr aus. Die Veranstalter sagten es wegen erhöhter Brandgefahr ab: Das Risiko sei angesichts der anhaltenden Trockenheit zu groß.

+++ 13.14 Uhr +++

Traurige Bilanz zur Freibadsaison: In NRW sind in den ersten sechseinhalb Monaten des Jahres bereits 37 Menschen ertrunken.

Das sind mehr als im selben Zeitraum des vergangenen Jahres (da waren es 35 bis Ende Juli 2017). Bundesweit kamen seit dem Jahreswechsel 279 Menschen in deutschen Gewässern ums Leben, 37 mehr als im Jahr davor, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Freitag bekanntgab.

Wetter in NRW lockt mehr Menschen in die Freibäder

Während der vergangene Sommer stark verregnet gewesen sei, locke die anhaltende Hitze in diesem Jahr die Menschen ins Wasser, sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese. Die meisten Fälle ereignen sich wie so oft an den ungesicherten Badestellen vor allem im Binnenland, an Seen und Teichen sowie in Flüssen. "Das Ertrinkungsrisiko an diesen Badestellen ist sehr hoch, da sie eben nicht bewacht werden, ein Ertrinkender hat hier wenig Aussicht auf Rettung", sagte Wiese.

Er forderte mehr Bewachung durch Rettungsschwimmer. "Nur so können die Zahlen gesenkt werden." Ein schlichtes Badeverbotsschild reiche nicht aus.

+++ 12.54 Uhr +++

Dr. Clemens Kill, Notfallexperte der Uniklinik Essen, warnt: Wenn du bei diesen Temperaturen Fahrrad fährst, MUSST du erst recht einen Helm tragen.

Hitzewelle in NRW: Fahrradhelm schützt doppelt

„Der schützt in Doppelfunktion: Beim Sturz und vor der Sonne. Gerade durch direkte Sonneneinstrahlung kann es zu Kopfschmerzen kommen bis hin zu einem Sonnenstich. Wer im Sommer den Radhelm abzieht, weil es zu warm ist, der ist leichtsinnig, dem drohen lebensgefährliche Verletzungen.“

+++ 12.30 Uhr +++

Duisburgs Freibäder mit Rekord-Besucherzahlen: Zum Stichtag 24. Juli pilgerten bereits 74.727 Besucher in die städtischen Freibäder in Duisburg – Rekord! Im gleichen Zeitraum kamen 2016 ganze 15.000 Duisburger weniger, um sich abzukühlen.

„Beständiges Wetter ist für uns das Entscheidende und die dauerhaft hohen Temperaturen laden nun schon seit Wochen zum täglichen Besuch im Freibad ein. Auf unseren Liegewiesen und im Wasser ist aber auch jetzt noch genug Platz für die Duisburgerinnen und Duisburger“, so Marc Rüdesheim, stellvertretender Betriebsleiter von DuisburgSport.

+++ 12.06 Uhr +++

Grillverbot jetzt auch in Recklinghausen: Der Grillplatz am Rodelberg in der Mollbeck ist geschlossen und darf nicht mehr genutzt werden, meldet die Stadt.

Wetter steigert Waldbrandgefahr: Grillverbote in mehreren Städten

Seit vergangenem Freitag sind bereits die Feuerstellen auf der großen Wiese im Stadtgarten wegen der hohen Waldbrandgefahr geschlossen.

Auch in Bottrop ist das Grillen auf öffentlichen Plätzen derzeit nicht erlaubt.

+++ 12.01 ++++

Auch in Essen hilft die Feuerwehr beim Bewässern der Pflanzen aus, die Stadtwerke spenden das notwendige Wasser. Gerade jüngere Bäume, die in den letzten Jahren gepflanzt wurden, haben noch nicht ausreichend ausgebildete Wurzeln, um Nährstoffreserven aus tieferen Bodenschichten zu ziehen, heißt es in einer Mitteilung der Stadtwerke Essen.

Die Hilfsbereitschaft der Essener, mit Gießkannen, Eimern oder Wasserschläuchen auszuhelfen sei zwar groß - doch die Bäume bräuchten einfach noch mehr Wasser.

+++ 11.34 Uhr +++

Ungewöhnliche Szenen in Bochum: Zwei gewaltige Wasserwerfer der Polizei fahren am Freitag durch die Straßen.

Die beiden Fahrzeuge BO1 und BO2 bewässern Grünflächen und Bäume im ganzen Stadtgebiet, „da sie aktuell in keinem Einsatz gebraucht werden“, meldet die Poliziei.

Bochum: Polizei fährt mit 35-Tonnen-Fahrzeugen – wegen der Hitze

In die Tanks der Kolosse passen 10.000 Liter Wasser. Die Aktion diene angesichts der erheblichen Waldbrandgefahr auch der Feuer-Vorbeugung. „Da dies im Interesse von uns allen ist, bitten wir an der Stelle auch um Verständnis, wenn es an der einen oder anderen Stelle durch die auffälligen 35-Tonnen-Fahrzeuge zu einer geringen Verkehrsbeeinträchtigung kommen kann“, schreibt die Polizei.

+++ 11 Uhr +++

Die Menschen im Ruhrgebiet gehen mit der Hitze offenbar ziemlich gut um. Die Zahl der Kreislaufkollaps-Fälle hielt sich bislang glücklicherweise jedenfalls in Grenzen. "Wir haben unerwarteterweise ein geringes Rettungsdienstaufkommen. Wir glauben, dass sich die Bevölkerung strikt an die Verhaltensregeln bei so starker Hitze hält", sagt Matthias Hanne von der Feuerwehr Gelsenkirchen.

Hitze im Ruhrgebiet: Viele Einsätze wegen Waldbränden

Ähnlich sieht es in Bochum aus: "Wir haben seit der Hitzewelle kein erhöhtes Aufkommen von Einsätzen. Wir führen das auf ein bedachtes Verhalten der Bevölkerung zurück. Bislang hatten wir 115 Einsätze wegen Kreislaufproblemen, das sind weniger Einsätze als normalerweise", so ein Sprecher der Feuerwehr.

Essens Feuerwehrsprecher Mike Filzen sagte: "Es gab insgesamt sogar weniger Rettungseinsätze als üblich." Aber: "Die Zahl der Einsätze wegen Kreislaufproblemen war höher als sonst."

Der Anstieg von Einsätzten wegen Flächenbränden indes sei hoch, teilen alle Feuerwehren mit. Zahlreiche Hecken und Felder sind in den letzten Tagen in Brand geraten, weil der Boden so trocken ist.

+++ 10.28 Uhr +++

Nach der erwarteten Spitze der Hitzewelle mit bis zu 39 Grad am Freitag sollen Wolken und Regen am Samstag ein wenig Abkühlung für NRW bringen. "Morgen gibt es einen Dämpfer für das Sommerwetter", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Freitag.

Wetter am Wochenende in NRW: Gewitter und Starkregen

Von Westen her ziehen ab Samstagvormittag Wolken über das Land. Dabei seien Schauer und Gewitter teils mit Starkregen zu erwarten.

Auch Hagel und Sturmböen könnte es geben. Während der kurzen starken Schauer wird es etwas kühler. Die Höchstwerte sollen zwischen 25 Grad in der Eifel und bis zu 33 Grad in Ostwestfalen liegen."Aber sobald die Sonne wieder rauskommt, wirds dann auch wieder heiß", beschrieb der Meteorologe. Am Montag komme dann schon der nächste Wärmeschub.

+++ 9.55 Uhr +++

Keine Abkühlung in Mülheim: Jedenfalls nicht im Naturbad. Das schließt trotz Freibad-Wetter. Einige Besucher hatten über Magenprobleme geklagt. Jetzt prüfen die Betreiber des Bades die Wasserwerte. Das wird noch bis mindestens Samstag dauern.

+++ 9.34 Uhr +++

Am Freitagmorgen wurde erneut eine amtliche Wetterwarnung vor Hitze ausgegeben. Sie gilt bis 19 Uhr für folgende Städte:

  • Essen
  • Duisburg
  • Bochum
  • Gelsenkirchen
  • Dortmund
  • Hagen
  • Düsseldorf

+++ 9 Uhr +++

Tropennächte in NRW und ganz Deutschland: "In Duisburg und Mainz lag der Höchstwert bei 26 Grad, in Darmstadt bei 25 Grad", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am frühen Freitagmorgen.

NRW-Wetter wie in den Tropen - und ein besonderes Naturschauspiel

Das Schöne bei diesem Wetter: Man kann bis die ganze Nacht bis morgens draußen sein, wenn man möchte. Besonders am Freitagabend lohnt sich das: Ein extrem seltenes astronomisches Schauspiel ist später am Abendhimmel zu bewundern.

Die totale Mondfinsternis wird etwa 103 Minuten Minuten dauern. Dabei wird auch auch ein so heller und großer Mars am Himmel stehen wie zuletzt vor 15 Jahren. Die Sicht ist in den meisten Regionen ganz gut, heißt es beim DWD.

+++ 7.30 Uhr +++

300 Bahnpendler hatten am Donnerstagabend eine höchst unangenehme Heimreise. Ein Zug der Nordwest-Bahn stand war kurz vor dem Essener Hauptbahnhof stehengeblieben und musste evakuiert werden.

Hitze in der Bahn: Fahrgäste in Essen evakuiert

Stundenlang harrten die Fahrgäste ohne Klimaanlage und mit wenig Wasser aus. Am Freitagmorgen ist klar: Der Zug hatte einen technischen Schaden, womöglich war der Bremsschlauch gerissen. „Wir bedauern den Vorfall sehr“, so ein Sprecher der Nordwest-Bahn.

+++ 6.34 Uhr +++

Am Freitag könnte die 39-Grad-Marke überschritten werden, meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD). Demnach bleibt das Wetter am Freitag in NRW ähnlich wie in den vergangenen Tagen: heiß mit 35 bis 39 Grad Celsius und trocken.

Der DWD spricht erneut von einer starken Wärmebelastung.

Wetter-Extrem im Ruhrgebiet: Duisburg ist heißeste Stadt Deutschlands

+++ 6.15 Uhr +++

Der Sommer heizt Deutschland weiter ein. Mit 38,0 Grad gab es am Donnerstag einen neuen Jahreshöchstwert. Dieser Wert sei im Duisburger Stadtteil Baerl gemessen worden, teilte der Deutsche Wetterdienst am Donnerstagabend mit.

Der bundesweit zweitwärmste Ort war demnach Lingen in Niedersachsen mit 37,8 Grad. Platz drei teilen sich mit jeweils 37,6 Grad die nordrhein-westfälischen Städte Geldern und Tönisvorst. Abkühlung gab es dagegen auf Deutschlands höchstem Berg mit 8,1 Grad.

Wetter in NRW: „Das Ungewöhnliche ist die Länge“

Die kühlste Region Deutschlands lag laut Deutschem Wetterdienst (DWD) südlich der Donau. Dort kletterte das Thermometer auf rund 26 Grad.Der Hitzerekord in Deutschland liegt bei 40,3 Grad. Dieser Wert wurde im mainfränkischen Kitzingen im Jahr 2015 gleich zweimal gemessen - im Juli sowie im August.

"Das Ungewöhnliche an diesem Sommer ist die Länge", sagte der DWD-Meteorologe Lars Kirchhübel der Deutschen Presse-Agentur. Gefühlt sei er schon seit April da. "In der kommenden Woche geht das so weiter."

Hitzewelle: So gefährlich ist die Wärme für den Körper wirklich

Auf der Insel Sylt ist deshalb am Donnerstag mit 32,8 Grad der wärmste Tag überhaupt registriert worden. "So heiß war es dort noch nie."In der Nacht zum Freitag kühlt es laut DWD etwas ab. "Die höchsten Tiefstwerte haben wir im Nordwesten mit 20 bis 22 Grad", sagte Kirchhübel und verwies auf Wolken in der Region.

Donnerstag

Das Wetter in NRW bleibt stabil - und womöglich ist der vorläufige Höhepunkt der Hitzewelle am Donnerstag erreicht.

Bis zu 39 Grad heiß wird es in NRW, meldet der Deutsche Wetterdienst. Damit dürfte der Donnerstag der vorerst heißeste Tag des Jahres werden.

Tropisches Wetter während Hitzewelle in NRW

Seit Tagen schon brutzelt NRW in der Hitzewelle. Experten sprechen gar von tropischem Wetter.

Wetter: Wildtiere in Dortmund in Lebensgefahr

In Dortmund droht wegen der anhaltenden Hitze gar ein See umzukippen. Der Wasserstand des Sees im Romberpark war auf ein kritisches Niveau gefallen. Für die Tiere - vor allem Fische, Schildkröten und Amphibien - bestand Lebensgefahr, berichtet die Feuerwehr am Donnerstag.

Neun Kräfte des Löschzuges Hombruch der Freiwilligen Feuerwehr bauten eine Wasserversorgung von einem Hydranten zum See auf.

Mithilfe eines Wasserwerfers am Ufer soll der See mit Wasser gefüllt und mit Sauerstoff angereichert werden..

Die Feuerwehr Dortmund weist auf eine besondere Gefahr beim aktuellen Wetter hin: Autofahrer müssen besonders aufpassen. Denn der Innenraum von Autos kann sich bei der aktuellen Wetterlage so stark aufheizen, dass es zu Gesundheitsschäden der Insassen kommen kann.

Der Drogeriemarkt Rossmann musste sogar bereits Waren vernichten. Wie die „Neue Westfälische“ berichtet, musste ein Markt im ostwestfälischen Lübbecke der Hitze Tribut zollen. Der Laden hat keine Klimaanlage. „Leider ist es oft nicht so einfach, nachträglich eine Klimaanlage zu installieren“, gegenüber der Zeitung. Kommende Woche soll mithilfe eines Krans aber eine Klimaanlage installiert werden.

Wetter in Essen, Duisburg, Bochum: Mindestens 34 Grad Celsius

Für die nächsten Tage werden in Essen, Duisburg, Bochum, Gelsenkirchen, Mülheim und Dortmund Temperaturen von mindestens 34 bis 38 Grad erwartet. Nach einer Stunde in der prallen Sonne kann es laut Feuerwehr im Auto dann bis zu 64 Grad heiß werden.

Polizei und Feuerwehr mussten in den vergangenen Tagen immer wieder Haustiere oder gar Kinder aus verschlossenen aufgeheizten Autos retten. In Essen etwa hatten Eltern ihr elf Monate altes Kind allein im Auto gelassen. Die Polizei knackte die Autotür und nahm das Baby in Obhut.

„Wenn das Auto lange in der Sonne steht, kann man sich sogar Verbrennungen holen, wenn man das Armaturenbrett berührt“, sagt der Essener Mediziner Clemens Kill gegenüber DER WESTEN. Er ist Leiter des Zentrums für Notfallmedizin an der Uniklinik Essen.

Lebensgefahr für Kleinkinder im Auto

Durch die Frontscheibe könne sich der Innenraum so stark erhitzen, dass die Temperaturen dort 80 bis 100 Grad erreichen können, so Kill. Deshalb sei ein Sonnenschutz an der Scheibe sinnvoll.

Er warnt eindringlich: Kinder oder andere hilfsbedürftige Menschen sowie Tiere solle man keinesfalls allein im Auto lassen. „Auch nicht, wenn man nur mal eben zum Zigarettenautomat möchte“, sagt er. Denn das kann für Kleinkinder angesichts der Hitze lebensgefährlich sein.

Am Donnerstagvormittag wurde eine amtliche Warnung vor Hitze ausgegeben. Die Wetter-Warnung gilt am Donnerstag für diese Städte im Ruhrgebiet bzw. in NRW:

  • Duisburg
  • Essen
  • Düsseldorf
  • Dortmund
  • Bochum
  • Hagen

Diese Warnung wurde am Donnerstagnachmmitag noch einmal verlänergt. Sie gilt nun bis Freitag, 19 Uhr.

Hitzewelle: Starkregen und Gewitter möglich

Von der Eifel bis zum Niederrhein kann es am Donnerstag zu Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen geben.

Auch am Freitag bleibt es richtig heiß, erneut steigt die Temperatur auf bis zu 39 Grad an.

So schützt du deinen Hund vor der Sommerhitze

Am Samstag kann es dann Schauer und Gewitter geben, die Temperaturen sinken auf 26 bis 34 Grad.

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Wegen der langanhaltenden Hitze und Trockenheit kam es in den vergangenen Tagen immer wieder zu ungewöhnlichen Flächenbränden.

Flächenbrände durch die Hitze in NRW

In Bochum brannte am Dienstag eine Hecke auf einer Fläche von 35 Metern. Das Feuer drohte auf benachbarte Gebäude überzuspringen. Rolläden und Fensterscheiben an dem Wohnhaus wurden durch die enorme Hitze beschädigt.

In Mülheim musste die Feuerwehr einen Flächenbrand auf einer Wiese an der Raffelbergbrücke löschen. 3000 Quadratmeter der Fläche standen in Flammen. Die Einsatzkräfte fanden einen Holzkohlegrill, der auf der völlig ausgetrockneten Wiese benutzt worden war - vermutlich lag hier auch die Brandursache. Zum Glück hatte die Feuerwehr den Brand schnell unter Kontrolle.

Badespaß im Tierheim: Hitze macht Hund und Co. zu schaffen

Am Montag brannte in Iserlohn im Sauerland ein rund siebeneinhalb Hektar großes abgeerntetes Getreidefeld. Das entspricht einer Fläche von zehn Fußballfeldern.

Feuer in Bochum

In Bochum geriet ein Trecker in Brand und entzündete ein drei Hektar großes Stoppelfeld, wie die Feuerwehr mitteilte. Stroh- und Stoppelfeldbrände gab es auch in Gangelt (Kreis Heinsberg), Kevelaer (Kreis Kleve), Alsdorf bei Aachen, Neukirchen-Vluyn (Kreis Wesel), Düsseldorf und Höxter. In Stolberg bei Aachen gab es auch einen kleineren Waldbrand.

Waldbrandgefahr: Zweithöchste Warnstufe

In den Wäldern herrscht erhöhte Waldbrandgefahr. Für weite Landesteile gilt Gefahrenstufe vier – von fünf möglichen. Unter anderem in Lippstadt und Werl gilt ab Donnerstagnachmittag sogar die höchste Gefahrenstufe. Förster Matthias Klar vom Forststützpunkt Emscherbruch des Regionalverbandes Ruhr in Gelsenkirchen appelliert an die Bürger, keine brennenden Zigarettenstummel an den Wegesrand zu werfen. „Die Pflanzen sind pulvertrocken und dann noch der Wind. Nachts gibt es im Moment keine Taubildung.“

Ein Feuer könne sich da ganz schnell entzünden. Auch die Stadt Düsseldorf warnt: „Selbst achtlos weggeworfene Zigarettenasche oder ein Grillabend am Waldrand können bei der derzeitigen Witterung verheerende Folgen haben, wenn sich daraus ein unkontrolliertes Feuer entwickelt.“

Auch die Feuerwehr Essen warnt eindringlich. „Die Gefahr von Wald- und Flächenbränden ist riesig, die Grafiken des DWD veranschaulichen das recht eindrucksvoll“, schreibt die Feuerwehr bei Facebook:

„Verzichten Sie aufs Grillen!“

Auch die Stadt Düsseldorf warnt eindringlich davor, keinesfalls auf Grünflächen zu grillen. Das gelte angesichts des Wetters und der anhaltenden Trockenheit auch für solche Flächen, auf denen das Grillen normalerweise erlaubt oder geduldet ist.

"Die Situation verschärft sich mit jedem Tag anhaltender Trockenheit. Bereits ein kleiner Funke, der zum Beispiel beim Anzünden eines Grills oder von Kohleresten überspringen kann, kann einen unkontrollierten Brand auf der Fläche oder in den Gebüschen auslösen. Von daher lautet unserer dringender Appell: Verzichten Sie aufs Grillen in öffentlichen Anlagen und achten Sie noch mehr darauf, dass kein Feuer, zum Beispiel auch durch eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe, entsteht", sagt Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies.

Grillverbot in Bottrop

In Bottrop müssen Menschen auf das Grillen auf öffentlichen Grünflächen ganz verzichten. In den öffentlichen Grünanlagen ist das Grillen ohnehin untersagt, teilt die Stadt Bottrop mit. Aufgrund des derzeitigen Wetters spricht die Stadt jetzt aber auch für den Grillplatz bei Bischofssondern ein Verbot aus. Am Grillplatz werden nun Verbotsschilder angebracht, die Stadt wird den Bereich kontrollieren.

Der Landwirtschaft macht die anhaltende Trockenheit zu schaffen. Der Deutsche Bauernverband rechnet mit Milliardenschäden durch die Hitze, berichtet die Rheinische Post. "Die Lage ist ernst", sagte Verbandpräsident Joachim Rukwied dem Blatt. Es seien erhebliche Ernteausfälle zu befürchten.

Polizei Wuppertal hilft mit Wasserwerfern aus

Auch Wälder und Grünflächen in den Städten leiden. Unter anderem die Stadt Essen hat ihre Bürger aufgerufen, Bäume in der Umgebung zu gießen.

In Wuppertal wässert die Polizei in Kooperation Bäume in den Stadtwäldern gar mit Wasserwerfern. „Die Stadt hat in einer Liste Orte aufgeführt, an denen besonders dringend Wasser vonnöten ist“, so eine Sprecherin der Polizei.

Asphaltierer in Essen: „Gefühlt 500 Grad heiß“

In manchen Berufen ist die Hitze ganz besonders unerträglich. Frank Porsch und seine Kollegen etwa dürften wohl den heißesten Job in ganz Essen haben.

Der Bauarbeiter und seine Kollegen asphaltieren derzeit eine Unterführung zum Essener Hauptbahnhofs - am bislang heißesten Tag des Jahres.

„Der Asphalt ist 210 Grad heiß“, erklärt Porsch. Bei ihm und seinen Kollegen ist es gefühlt noch heißer. „Gefühlt ist es 500 Grad“, scherzt er. Was hilft bei der Hitze? „Nur viel, viel Trinken“, sagt er und schippt die nächste Ladung Asphalt in den Schubkarren.

Starkregen und Unwetter: Coesfeld unter Wasser

In einigen NRW-Städten gab es am Mittwoch heftige Unwetter.

Starkregen hat in der Stadt Coesfeld im westlichen Münsterland am Mittwochabend an vielen Stellen Sachschäden angerichtet. "Es hat ein Unwetter gegeben über der Stadt Coesfeld", berichtete ein Sprecher der Feuerwehr.

140 Einsatzstellen

Mehrere Keller seien vollgelaufen und mehrere Bäume umgestürzt. Ein Altenheim sei zeitweise ohne Strom gewesen. Von Verletzten war der Feuerwehr zunächst nichts bekannt.

Etwa 140 Einsatzstellen wurden verzeichnet. Schwerpunkt sei das Stadtzentrum von Coesfeld gewesen. Der Feuerwehrsprecher berichtete von etwa 120 Einsatzkräften vor Ort. Die ersten Meldungen seien kurz nach 17.30 Uhr eingegangen. Die "Westfälischen Nachrichten" hatten über das Unwetter online berichtet.

Kostenloses Eis und Trinkwasser in Bielefeld

Nette Geste in Bielefeld: Mitarbeiter der Stadtwerke verteilen in der Innenstadt gratis Trinkwasser an einer Wasser-Bar am Jahnplatz.

Am Donnerstag sowie am 2. August wird es außerdem kostenloses Eis in den Bielefelder Freibädern geben.

Das hilft bei der Hitze:

  • Sorge für ausreichende Getränkevorräte und trinke mindestens zwei bis drei Liter am Tag. Ideal sind Mineralwasser oder verdünnte Fruchtsäfte.
  • Decke deinen Mineralverlust, zum Beispiel durch salzhaltige Lebensmittel.
  • Wenn du im Freien arbeitest oder Sport treibst, tue dies möglichst in den frühen Morgenstunden oder am Abend.
  • Trage lockere Kleidung.
  • Bei Aufenthalt im Freien solltest du zum Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung eine leichte Kopfbedeckung tragen. Achte auch darauf, dass insbesondere Kinder sich nicht dauerhaft in der Sonne aufhalten.

(pen/js/ms/mj/dso/lin/dpa)

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