Tierschützer wollen Delfine aus dem Zoo Münster freilassen

PETA will eine „betreute Meeresbucht“ suchen, um die Delfine auszusetzen.
PETA will eine „betreute Meeresbucht“ suchen, um die Delfine auszusetzen.
Foto: dpad
Nach dem Aus fürs Delfinarium im Allwetterzoo Münster wollen Tierschützer die Delfine freilassen. Die Meeressäuger sollen in eine „betreute Meeresbucht“ gebracht werden. Die Organisation Peta will Aktion mit 10.000 Euro unterstützen. Doch der Zoo lehnt ab.

Münster. Die Tierschutzorganisation Peta will die Aussetzung der drei Münsteraner Delfine mit 10.000 Euro unterstützen. Wie berichtet, schließt das Delfinarium in diesen Tagen. Unklar ist aber immer noch, wohin die Meeressäuger kommen können. Bisher ist ein anderes europäisches Delfinarium als Ziel wahrscheinlich - dort würden die Tiere wieder in unnatürlich beengten Verhältnissen leben.

Jetzt schlägt Peta vor, eine „betreute Meeresbucht“ zu suchen, in der die Tiere ausgesetzt, aber weiterhin von Menschen gefüttert werden. In der Türkei seien bereits auf diese Weise Delfine erfolgreich ausgesetzt worden, sagte die Meeresbiologin Tanja Breining der WAZ-Mediengruppe.

Zoo Münster lehnt dankend ab

„Die einzige ernsthafte Option ist die Überstellung in eine betreute Meeresbucht, damit Nando, Rocco und Palawas ein Leben als Clowns hinter sich lassen können“, so Breining. „Nur dort können die Tiere unter Bedingungen gehalten werden, die ihren Bedürfnissen annähernd entsprechen.“

Der Zoo Münster dankte Peta, lehnte aber ab. Es gebe verschiedene Gründe, die Hilfe nicht annehmen zu können. „Nando, Rocco und Palawas sind in Deutschland bzw. den Niederlanden geborene Große Tümmler. Von Geburt an haben sie das enge Zusammenleben mit Menschen, insbesondere den Trainern, und die tägliche Versorgung mit ausreichend Fisch kennen gelernt. Es gibt kein Beispiel, dass eine Auswilderung mit in Delfinarien geborenen Delfinen gelungen ist“, sagte Zoo-Sprecherin Ilona Zühlke. „Ob die im vergangenen Jahr an der Küste der Türkei wieder ausgesetzten Tiere überlebt haben, wissen wir nicht.“

Peta rät von Besuch in Delfinarien ab

Nach Informationen von Peta seien die Tiere mit Sendern ausgestattet worden, die zeigten, dass sie sich einer Gruppe Delfine angeschlossen hätten. Die Delfine im Zoo Münster müssen zur Belustigung der Zuschauer mehrmals am Tag stupide Kunststücke in einem viel zu engen Becken ausführen. Aufgrund ihrer hohen Intelligenz, die wissenschaftliche Studien belegen, leiden die Tiere in Gefangenschaft enorm.

Mit Blick auf die Schließung des Delfinariums in Münster appelliert Peta an die zoologischen Einrichtungen in Duisburg und Nürnberg, diesem Beispiel zu folgen. Die Organisation fordert die Bevölkerung dazu auf, keine Delfinarien zu besuchen.

 
 

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