Stillstand auf der A44-Baustelle zwischen Werl und Soest

Joachim Karpa
Foto: Ralf Rottmann/Funke Foto Services
Die für 7,1 Millionen Euro geplante Fahrbahnsanierung der A 44 auf 5,3 Kilometern zwischen dem Autobahnkreuz Werl und der Anschlussstelle Soest in beiden Fahrtrichtungen kommt nicht voran.

Soest/Werl. Seit Wochen gibt es lange Staus wegen der Baustelle auf der A 44 zwischen Werl und Soest, an normalen Tagen passieren bis zu 52 000 Fahrzeuge in beiden Richtungen den Bereich. „Wir warten auf die Kampfmittelfreigabe der Bezirksregierung Arnsberg“, sagt Dieter Reppenhorst, Abteilungsleiter Bau bei der Autobahnniederlassung Hamm von Straßen NRW.

„Erst dann ist es möglich, die Fahrbahndecke aus Beton mit dem Fallbeil zu zertrümmern. Die Erschütterungen sind gewaltig. Wir müssen sicher sein, dass keine Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden sind.“

Wenn diese Genehmigung vorliege, könne die beauftragte Straßenbaufirma Betam aus Bochum die Arbeiten wieder aufnehmen. Wenn, ja wenn, sie kann und will. Hartnäckig halten sich die Gerüchte, das Unternehmen leide unter Zahlungsschwierigkeiten. Der Gesellschafter Roland Müller wird im Internet-Portal Bauforum 24 mit dem Satz zitiert. „Wir befinden uns in einer schwierigen Liquiditätslage.“

Auch hätten die Bauaufträge stark zugenommen. Und: „Es konnte bislang nicht gelöst werden, dass es rund läuft.“ Mit einem Wechsel an der Spitze der Geschäftsführung in Bochum soll sich das ändern. Das Unternehmen war seit der Einrichtung der Baustelle Anfang Mai durch wochenlange Untätigkeit aufgefallen. Seither stehen die Autofahrer hier regelmäßig auf den verengten Fahrbahnen im Stau.

„Wenn die Kampfmittelfreigabe vorhanden ist, erwarten wir, dass Betam einen Bauzeitenplan vorlegt“, sagt Reppenhorst. „Wir wollen wissen, wie das Unternehmen die verlorene Zeit aufholen will.“ Möglichkeiten, der Firma Druck zu machen und Vertragsstrafen zu verhängen, gebe es: „Im äußersten Fall wird das Bauvorhaben neu ausgeschrieben.“ Mehrkosten müssten am Ende von Betam übernommen werden.