Pleite von IBG Haus trift 330 Bauherren in NRW

Über 330 Bauherren in Nordrhein-Westfalen sind von der Pleite der Bauträgergesellschaft IBG Haus betroffen.
Über 330 Bauherren in Nordrhein-Westfalen sind von der Pleite der Bauträgergesellschaft IBG Haus betroffen.
Foto: Iris-MEDIEN
Die Pleite der Bauträgergesellschaft IBG Haus betrifft in Nordrhein-Westfalen 330 Bauherren. Sollte in dieser Woche keine Komplett-Übernahme vereinbart werden, wird das Unternehmen zerschlagen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen den Geschäftsführer.

Essen/Dortmund.. Über 330 Bauherren in Nordrhein-Westfalen sind von der Pleite der Bauträgergesellschaft IBG Haus betroffen. 154 von ihnen stehen vor nicht fertiggestellten Häusern: Wie es weitergeht, könnte sich schon heute, Freitag, entscheiden. „Wir verhandeln mit einem Investor, ob er das gesamte Unternehmen übernimmt“, sagte Andreas Jung, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters, auf Anfrage unserer Zeitung. Sollte in dieser Woche keine Komplett-Übernahme vereinbart werden, wird das Unternehmen zerschlagen.

Der Gesamtkonzern weist nach Angaben des Insolvenzverwalters aktuell Verbindlichkeiten in Höhe von rund 40 Millionen Euro auf. Die Summe könnte sich jedoch „deutlich“ erhöhen, wenn Gewährleistungsansprüche aufgrund von Baumängeln geltend gemacht werden. Bundesweit gibt es fast 6300 Fälle, in denen es zu solchen Ansprüchen kommen könnte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

„Der beste Fall für alle Beteiligten wäre, wenn wir einen Investor für die Gesamtgruppe finden“, sagte Andreas Jung. Die Bauherren könnten mit ihm dann vereinbaren, ob sie den Bau fortsetzen wollen oder nicht. Aber auch der Investor kann Bauvorhaben ablehnen, wenn deren Kalkulation nicht stimmig ist, sagte Jung.

In insgesamt 1070 Fällen, davon 177 in NRW, gibt es Verträge und zum Teil Planungen von Bauherren mit IBG Haus. Teilweise wurden schon erhebliche Anzahlungen geleistet. Ab Mitte Dezember soll in diesen Fällen geprüft werden, ob es eine Vertragsauflösung geben kann. „Da muss allerdings jeder Einzelfall angeschaut werden“, hieß es.

Die Gehälter auch für die 27 Beschäftigten in der Niederlassung Essen sind bis November über das Insolvenzausfallgeld gedeckt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen den Geschäftsführer, ob er den Insolvenzantrag verspätet gestellt hat. Der Insolvenzverwalter geht davon aus, teilte er gestern mit.

 

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