„NRW macht nicht genug für den Artenschutz“

Düsseldorf..  Nordrhein-Westfalen tut aus Sicht von Naturschützern immer noch nicht genug für die Vielfalt von Tieren und Pflanzen.

Das bevölkerungsreichste Bundesland punkte zwar beim Flächenanteil der Naturschutzgebiete, bleibe ansonsten aber hinter den eigenen Zielen zurück, kritisierten die Verbände Bund und Nabu am Freitag in Düsseldorf. Trotz leichter Verbesserungen versage das Land vor allem beim Schutz des Grünlandes in Schutzgebieten, bei der Einrichtung neuer, streng geschützter Wildnisgebiete und der Förderung des Ökolandbaus.

Die beiden Naturschutzverbände hatten die Bundesländer verglichen - mit Ausnahme der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Nirgendwo würden Tiere, Pflanzen und Lebensräume so geschützt, dass der Verlust der Artenvielfalt bis zum Jahr 2020 gestoppt und gefährdete Lebensräume wiederhergestellt werden könnten. Für Nordrhein-Westfalen fordern Bund und Nabu unter anderem einen weiteren Nationalpark.

„Die Situation verschärft sich“

Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel räumte ein, dass trotz Erfolgen auch in Nordrhein-Westfalen das Artensterben voranschreite. „Insgesamt sind etwa 45 Prozent der beobachteten Tier- und Pflanzenarten in NRW akut bedroht oder bereits ausgestorben“, betonte der Grünen-Politiker. „Und die Situation verschärft sich.“

Remmel kündigte eine Neuausrichtung der NRW-Naturschutzpolitik noch für dieses Jahr an: „Bereits in den nächsten Monaten werden wir die Eckpunkte für eine langfristige Biodiversitätsstrategie vorlegen.“ Zudem werde die Landesregierung erstmalig ein NRW-Naturschutzgesetz präsentieren, bekräftigte der Minister.

„Flächenversiegelung reduzieren“

Der nordrhein-westfälische Nabu-Vorsitzende Josef Tumbrinck verlangte, insbesondere die Landwirtschaft in die Pflicht zu nehmen. So müsse das Unterpflügen artenreicher Wiesen und Weiden künftig unterbunden werden. Bund-Landeschef Holger Sticht warnte, der Artenverlust sei nur dann bis 2020 zu stoppen, wenn die „Flächenversiegelung und Zerschneidung der Landschaft durch Industrie- und Verkehrsbauten“ drastisch reduziert werde.

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