NRW bereitet sich auf die Rückkehr der Wölfe vor

Hagen.  Es wird ernst. Das NRW-Umweltministerium hatte gestern zu einer „Interaktiven Ausstellungseröffnung“ in sein Düsseldorfer Haus eingeladen und wies im Zusammenspiel mit dem Naturschutzbund in NRW (Nabu) darauf hin, dass es ­„höchste Zeit“ ist, „sich auf die Rückkehr des Wolfes einzustellen“. Droht Ungemach durch den wilden oder gar bösen Wolf in den Wäldern des Sauer- und Siegerlandes? „Alles halb so wild“, sagt Friederike Wolff, Wolfsberaterin beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW.

„Ich bin eher durch Zufall dazu gekommen“, sagt die Expertin aus dem Forsthaus im westfälischen Beverungen (Kreis Höxter). Als im Jahr 2009 nachgewiesen wurde, dass ein Wolf aus dem nordhessischen Reinhardwald - unweit des Sauerlandes - ein Schaf gerissen hatte, „wurde ich hinzugezogen“. Die Försterin hatte sich vorher bereits mit Luchsen und Wildkatzen beschäftigt.

Seitdem ist Friederike Wolff als Öffentlichkeitsarbeiterin für den Wolf tätig. Es ist nicht immer einfach, dieses Anliegen in einer Zeit zu vertreten: „Das Rotkäppchen-Image des Wolfes steckt in vielen Köpfen.“

Wird der Wolf in absehbarer Zeit durch NRW spazieren? „Das kann jederzeit passieren“, sagt Friederike Wolf. „Es kann kommenden Herbst sein, aber auch erst in fünf Jahren.“

Eine Prognose ist ­schwierig. „Wegen seiner großen Scheu vor Menschen bevorzugt er bevölkerungsärmere Regionen“, sagt die Wolfsberaterin. Und: „Der Wolf ist sehr schlau und an­passungsfähig.“ Er könne ­durchaus in unserer Kultur­landschaft klarkommen. „Er braucht nicht unbedingt Wildnis.“

In Deutschland sind 28 Wolfsrudel bestätigt, die in Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern leben. Zu einem Rudel gehören im Schnitt acht Tiere. Ein Rudel bleibt an einem Ort und zieht nicht weiter.

Vom Wolf, so Wolff, geht keine Gefahr für den Menschen aus. Mehr noch: Das extrem scheue Tier habe das natürliche Verhalten, sich von ihm fernzuhalten.

 
 

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