Lasertechnik gegen den Grauen Star

In der Augenklinik im Kanppschaftskrankenhaus in Bochum Langendreer führte Prof. Dr. Burkhard Dick  eine Katarakt-OP mithilfe eines Femtosekunden-Lasers durch. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
In der Augenklinik im Kanppschaftskrankenhaus in Bochum Langendreer führte Prof. Dr. Burkhard Dick eine Katarakt-OP mithilfe eines Femtosekunden-Lasers durch. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
Bochum.Bochum.Mit 700 000 Operationen im Jahr ist der Graue Star der häufigste chirurgische Eingriff. Er bleibt wohl keinem alten Menschen erspart, hat aber längst den Schrecken des „Starstechens“ verloren. Jetzt schlägt die Augenklinik des Knappschaftskrankenhauses in Bochum ein neues Kapital auf.

Bochum..  Mit 700 000 Operationen im Jahr ist der Graue Star der häufigste chirurgische Eingriff. Er bleibt wohl keinem alten Menschen erspart, hat aber längst den Schrecken des „Starstechens“ verloren. Jetzt schlägt die Augenklinik des Knappschaftskrankenhauses in Bochum ein neues Kapital auf: Dort öffnet nun ein Lasergerät die Vorderkammer, um die eingetrübte Linse zu entfernen.

Prof. Burkhard Dick ist begeistert von der Neuanschaffung in Bochum, dem ersten Standort des Femtosekundenlasers in Deutschland. Präziser als jedes Skalpell und zielsicherer als die ruhigste Chirurgenhand schneide der gebündelte Lichtstrahl. Dick, der sich selbst als technikliebend bezeichnet, spricht von einer „extremen Weiterentwicklung“.

Er zeigte, wie in seiner Klinik in Bochum zunächst ein saugender Trichter das Auge für die Behandlung fixiert.

Dann übernimmt das 500 000 Euro teure „Wunder“-Gerät aus dem Silikon Valley die chirurgische Arbeit. Es schneidet sich scharf und schonend zugleich zur Linse, rastert sie und zertrümmert sie, sodass sie im nächsten Arbeitsschritt vom Operateur abgesaugt werden kann. Und zwar auch die harten Linsen, wie Dick gestern betonte. Das abschließende Einsetzen der Kunstlinse ist hunderttausendfach geübte Praxis. Schonender gehe es kaum für den Patienten.

Dick arbeitet seit Dezember mit dem Laser und hat 80 Patienten behandelt. Eine von ihnen ist Agnes Marie Pohlmann (72). Ihr erstes Auge wurde konventionell mit Ultraschall operiert. Das zweite mit der neuen Methode. „Es war fast wie ein Wunder“, berichtete sie gestern. „Ich konnte sofort wieder sehen. Komplikationen habe es bis jetzt noch in keinem einzigen Fall gegeben, versicherte der Mediziner auf Nachfrage. Er bestätigte, dass das neue Katarakt-Verfahren auf Fachkongressen heiß diskutiert werde. Die Entwicklung lasse sich aber nicht stoppen. Die Ergebnisse seien „ex­trem akkurat, die Hornhäute wie geleckt“. Bei Komplikationen könne der Laser seine Vorteile ausspielen.

Wären da nicht noch die gesalzenen Aufpreise. Patienten müssen 1500 Euro aus eigener Tasche aufbringen, bezifferte Dick gestern. Die privat Versicherten wie auch die Kassen-Patienten. Dennoch: „Millimetergenau - das ist uns jetzt nicht mehr gut genug“, schloss Prof. Dick.

 
 

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