Kopierte Stoiber-Sohn aus Siegener Arbeit?

Carsten Menzel
Dominic Stoiber soll nach einem Bericht der Münchener Abendzeitung aus der Arbeit eines Siegener Drittsemesters kopiert haben.

Siegen/München. Der mit Plagiatsvorwürfen konfrontierte Sohn des ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, Dr. Dominic Stoiber, soll für seinen Doktortitel aus der Semesterarbeit eines Siegener Studenten aus dem Jahr 1997 abgeschrieben haben. Das berichtet die „Münchener Abendzeitung“. Die Uni Innsbruck (Österreich), an der Stoiber junior dissertierte, prüft unterdessen die Vorwürfe.

„Ich weiß noch nicht, wer herausgefunden hat, dass es sich um eine Semesterarbeit von mir handelt“, sagte gestern Nils Zeino-Mahmalat, der seinerzeit an der Uni in Siegen studiert hat und heute in Dortmund wohnt, „aber es handelt sich um eine Arbeit aus dem dritten Semester.“ Zeino-Mahmalat hatte darin über „Konkurrierende Gesetzgebung“ geschrieben. Einziger Weg, wie Dominic Stoiber an die Veröffentlichung gekommen sein könnte, ist offenbar eine Online-Plattform, auf der Zeino-Mahmalat die Arbeit veröffentlicht hat. „Das war damals, Ende der 1990er-Jahre, der Trend, seine Arbeiten ins Internet zu stellen“, erinnerte sich der Betroffene.

An eine Klage denkt er nicht; Zeino-Mahmalat empfindet die ganze Angelegenheit „als Posse“.

Das sieht die Fraktion der Linkspartei im oberbayrischen Bezirkstag allerdings ganz anders. Mit Antrag Nr. 44 fordern sie die Abberufung von Dominic Stoiber als Bezirksrat. Die Begründung: Stoiber habe sich für das politische Ehrenamt als Bezirksrat „als unwürdig“ erwiesen.