Inklusion als Menschenrecht

Die körperbehinderte Jalina (rechts) spielt in der Pause mit Klassenkameraden Seilhüpfen. Inklusion, so fordern Behindertenvertreter, muss ins Schulgesetz aufgenommen werden.  Foto: Thomas Lohnes/dapd
Die körperbehinderte Jalina (rechts) spielt in der Pause mit Klassenkameraden Seilhüpfen. Inklusion, so fordern Behindertenvertreter, muss ins Schulgesetz aufgenommen werden. Foto: Thomas Lohnes/dapd
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Gemeinsam leben und lernen ist das Ziel der Inklusion. Doch von einer konsequenten und flächendeckenden Umsetzung, so kritisieren Behindertenvertreter, ist man in den Schulen in NRW noch weit entfernt.

Dortmund.. Das Recht des Kindes auf inklusive Bildung muss nach Ansicht von Verbänden und Behindertenvertretern endlich gesetzlich verankert werden.

„Wir stehen bei der Inklusion noch ganz am Anfang“, sagte der Landesbehindertenbeauftragte Norbert Killewald (SPD) im Gespräch mit der WR. „Noch vor den Sommerferien sollte ein Schulgesetzentwurf auf den Weg gebracht werden, damit es ab Schuljahresbeginn 2013/2014 einen Rechtsanspruch für inklusive Bildung gibt.“ Die Gesellschaft jedoch wolle zum Teil die Inklusion noch gar nicht. „Und wenn einige handelnde Personen sich vor Ort strikt weigern, dann ist es ganz schwer umzusetzen. Von daher muss der Gesetzgeber Farbe bekennen.“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisierte die bisherige Umsetzung des gemeinsamen Lernens. „Im Moment sind wir enttäuscht, dass das Thema nicht besser vorbereitet wird und so unterschiedlich im Land verläuft“, sagte Bildungsreferentin Ilse Führer-Lehner von der GEW in NRW. „Wir brauchen unbedingt den schon vor einem Jahr angekündigten zentralen Inklusionsplan, um wenigstens die Rahmenbedingungen für alle gleichsetzen zu können.“ Die GEW fordert für inklusiv arbeitende Klassen eine Festsetzung auf 20 Schüler mit maximal fünf Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und eine Doppelsetzung durch Lehrkräfte.

Auch die Landesarbeitsgemeinschaft „Gemeinsam Leben, gemeinsam lernen“ verlangt von der neuen Landesregierung eine konsequentere Umsetzung des Inklusions-Zieles. „Teilhabe für alle Menschen mit Behinderung, auch für die Kinder und Jugendlichen, ist nicht Geschenk oder Gnade“, sagt der Vorsitzende Bernd Kochanek. „Es ist ein Menschenrecht und gilt insbesondere auch im Bildungsbereich.“

Ein weiteres Problem, um das Ziel der Inklusion vor Ort wirklich umsetzen zu können, seien die „zersplitterten Zuständigkeiten“: „Das Geld befindet sich in verschiedenen Töpfen, und die Eltern werden von Pontius zu Pilatus geschickt.“ Die Forderung des Verbandes: „Es müssen regionale Strukturen geschaffen werden, auf die die Eltern sich verlassen können. Dafür muss eine zentrale Anlaufstelle auch mit einem entsprechenden Mandat ausgestattet werden.“

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