Brutaler Mord aus Eifersucht

Mareike Maack
Mordprozess am Landgericht Dortmund
Mordprozess am Landgericht Dortmund
Foto: Heinz Krischer
Seit gestern muss sich der 34-jährige Angeklagte Adem I. wegen brutalem Mord an der 33-jährigen Yasemin K. vor dem Dortmunder Landgericht verantworten.

Dortmund/Lünen. Seit gestern muss sich der 34-jährige Angeklagte Adem I. wegen brutalem Mord an der 33-jährigen Yasemin K. vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Zusammen mit einer Komplizin soll der Angeklagte das 33-jährige Opfer in ihrer Lünener Wohnung brutal zusammengeschlagen und sie anschließend erwürgt haben.

Die gestern vorgetragene Anklageschrift stellt ein Eifersuchtsdrama aus Rache und Gewalt dar. Das Opfer Yasemin T. soll seit 2005 eine sexuelle Beziehung zu dem Angeklagten Adem I. gehabt haben. 2010 habe sie diese Beziehung beendet und sich ihrem neuen, verheirateten, Liebhaber Ibrahim K. zugewandt, sagte gestern Staatsanwalt Kruse.

Die Ehefrau von Ibrahim K. , Salia K. und der Angeklagte Adem I. sollen dann beschlossen haben sich zu rächen. Ihr mutmaßlicher Plan war es Ibrahim K. durch einen Schlägertrupp verprügeln zu lassen. Auch Yasemin T. sollte nicht ungestraft davon kommen. Um die türkisch stämmige Frau zu entehren, sollte sie geschlagen und vergewaltigt werden. Doch für das Opfer kam es noch schlimmer.

Der Angeklagte Adem I. und seine flüchtige Mittäterin Salia K., die sich im Sommer in die Türkei absetzte, organisierten, laut Anklageschrift, einen Schlägertrupp aus drei Männern. Die Schläger lauerten Ibrahim K. am 23. Januar 2011 an seinem Wohnsitz in der Jägerstraße in Lünen, auf. Als der Lünener den Hof betrat schlugen die drei Männer, wie die Staatsanwaltschaft anklagt, mit Holzknüppeln gezielt auf Kopf und Beine des Opfers ein. Erst als der Mann bewusstlos zu Boden ging, sollen sie von ihm abgelassen haben. Das Opfer trug schwere Verletzungen, unter anderem einen Kiefer- und Wadenbeinbruch, davon.

Um sich auch an Yasemin T. zu rächen, sollen Adem I. und Salia K. die 33-Jährige an ihrer Lünener Wohnung aufgesucht, gefesselt und zu einer Autowerkstatt in der Dortmunder Glückaufstraße verschleppt haben. Dort haben sie, wie die Staatsanwaltschaft ihnen vorwirft, Yasemin K. einigen Männern zur Vergewaltigung angeboten. Adem I. wollte zusätzlich die Vergewaltigung filmen und das Opfer anschließend zu ihren Verwandten in die Nähe von München bringen, schiulderte der Staatsanwalt. Die Männer lehnten die Vergewaltigung aber ab. Um die Tat zu vertuschen, fuhren Adem I. und Salia K. laut Anklageschrift, mit dem gefesselten Opfer zurück zu deren Wohnung. Dort sollen beide erst sehr brutal auf Kopf und Oberkörper von Yasemin T. eingeschlagen und sie anschließend erwürgt haben. Sie legten die Leiche nahe einer Autobahn in den Niederlanden ab.

Der Angeklagte Adem I. schwieg gestern vor dem Dortmunder Landgericht zu den Vorwürfen des Mordes, der schweren Körperverletzung und der Freiheitsberaubung. Die Verhandlung wird am 2. Januar 2012 fortgeführt.