Acht Fakten, die Sie über Kaffee wissen sollten

800 verschiedene Aromen stecken in jeder Bohne. Nur wer den Kaffee langsam aufbrüht, kann sie entfalten.Foto: Udo Kreikenbohm
800 verschiedene Aromen stecken in jeder Bohne. Nur wer den Kaffee langsam aufbrüht, kann sie entfalten.Foto: Udo Kreikenbohm
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86 Prozent aller Erwachsenen trinken Kaffee. Beim Frühstück, im Büro, beim ersten Date. Wir verraten, was Sie unbedingt über Kaffee wissen müssen.

Hagen.. Die nächsten Zeilen sind kein Teekesselchen. Schon deshalb nicht, weil das gesuchte Wort vermutlich aus dem Kessel springen würde, mögen sich die beiden Rivalen doch überhaupt nicht. Also, los geht’s: Er hält uns wach und doch von der Arbeit ab (~pause). Er hat gelernt zu laufen („to go“), ist hartnäckig (~flecken) und dient als wohl klingender Deckmantel für zwielichtige Geschäfte (~fahrt). Er kann nicht schreiben, lesen, sprechen, obwohl selbst das manche behaupten (~satz und ~klatsch). Er ist unpolitisch, weshalb es ihn „die Bohne interessiert“, ob man ihn „schwarz“ oder mit „~weiß“ zu sich nimmt. Und am Freitag ist sein Ehrentag. Richtig: Des Deutschen liebstes Getränk, dem Kaffee, sind diese Zeilen gewidmet.

Die WR verrät Ihnen heute acht weitere Dinge, die Kaffeetrinker unbedingt über den heißen Muntermacher wissen sollten.


1 Unangefochten vorne
Es ist das Lieblingsgetränk der Deutschen – noch vor Wasser und Bier (siehe Grafik). 86 Prozent der erwachsenen Deutschen trinken laut Deutschem Kaffeeverband täglich oder mehrmals wöchentlich Kaffee. Beim Frühstück, im Büro, zum Kuchen. Weltweit trinken die Finnen den meisten Kaffee, Deutschland folgt auf Rang drei. Überraschend: Das Mutterland des „Coffee to go“, die USA, liegt nur auf Rang 15 – dort trinkt jeder Bewohner im Schnitt nur 1,8 Tassen (125 ml). Zum Vergleich: In Deutschland sind es im Schnitt vier Tassen. Apropos Mitnehm-Kaffee: Laut Schätzungen von Umweltexperten sollen weltweit pro Jahr 23 Milliarden Coffee-to-go-Becher verkauft werden.


2 Lukratives Gut für den Staat
Unter Friedrich dem Großen war es im 18. Jahrhundert Privatleuten verboten, Kaffeebohnen zu besitzen. Dazu setzte er sogar „Kaffeeschnüffler“ ein, die ungehorsame Bürger entlarven sollten. Heute ist der Staat einer der größten Nutznießer des immens hohen Kaffeekonsums: Er nimmt durch die Kaffeesteuer, einer zusätzlichen Verbrauchssteuer, eine Milliarde Euro pro Jahr ein.


3 Ziegen haben ihn entdeckt
Und, wer hat’s erfunden? Na, net die Schweizer. Die Ziegen sollen es gewesen sein. So will es zumindest eine Legende. Sie sollen von einem Baum mit roten Früchten genascht haben und selbst nachts ständig herumgesprungen sein. Der überforderte Hirte wandte sich sogleich an einen Mönch: Der sammelte diese Früchte, bereitetet daraus einen Sud und trank so den ersten Kaffee. Revolutioniert hat diesen übrigens eine sächsische Hausfrau namens Melitta Bentz: Sie erfand im Jahr 1908 den Filterkaffee.


4 Macht Kaffee wirklich munter?
Der Muntermacher trägt seinen Namen zu Recht: Koffein steigert nicht nur nachweislich die Wachheit und Konzentrationsfähigkeit, es hebt auch die Stimmung. Koffein regt die Produktion von körpereigenen Hormonen, den Endorphinen, an. Diese können sogar Depressionen lindern. „Die Nervenrezeptoren werden durch das Koffein blockiert, die Konzentration des ‘Schlafhormons’ Melatonin vermindert“, sagt Dr. Doris Dorsel, Leiterin der Patientenberatung Westfalen-Lippe.


5 Kaffee als Eisbrecher
Es ist der meist genutzte Satz, um Mann oder Frau unverfänglich zu einem ersten Treffen zu bewegen: „Sollen wir mal einen Kaffee zusammen trinken?“ Laut einer Studie treffen sich 73 Prozent der deutschen Singles zum ersten Date „auf einen Kaffee“. Genügend Möglichkeiten, einen Kaffee gemeinsam zu trinken, gäbe es allemal: In Deutschland gab es nach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) 10 726 Cafés, 2006 waren es noch etwa 500 weniger.


6 Goethe und das Koffein
Das Koffein wurde dank Johann Wolfgang von Goethe entdeckt. Er riet seinem Bekannten, dem Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge, Kaffeebohnen zu destillieren. Der fand daraufhin das Koffein. Deutschland ist heute Weltmeister in der Entkoffeinierung.


7 Wie der Kaffee nach Deutschland kam

Kaffee ist der „Wein des Orients“, weshalb sein Name einen arabischen Ursprung hat: „Quahwa“. Mitte des 15. Jahrhunderts gehörte „Quahwa“ zu den Lieblingsgetränken des Orients. Von dort aus begann auch sein Siegeszug: Über die Städte Mekka und Medina gelangte der Kaffee nach Kairo und Kleinasien, ehe er Syrien und schließlich Europa eroberte.


8 Entwässert Kaffee?
Und zuletzt räumen wir noch mit einem Mythos auf: Kaffee entzieht dem Körper Wasser. Das stimmt aber nicht. „So viel Kaffee können wir gar nicht trinken, dass es sich auf den Organismus auswirkt“, sagt Dorsel von der Patientenberatung. Koffein wirke sich zwar kurzfristig auf die Filterfunktion der Nieren aus, doch nur minimal. Für einen gesunden Mensch seien daher bis zu sieben Tassen pro Tag völlig unbedenklich.

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