Wer sonnt sich denn da?

Im Ruhrgebiet..  Der Nordpark in Gladbeck bietet zum Saisonstart 2015 eine tierische Frühlings-Sehenswürdigkeit der besonderen Art: Bei gutem Wetter sonnen sich auf einem beim Pfingststurm im Juni 2014 ins Wasser gekippten Baumstamm gleich mehrere Rotwangen- und Gelbwangen-Schildkröten! Auch in anderen Gewässern im Ruhrgebiet sind solche ausgesetzten oder ausgebüxten Tiere kein ungewöhnlicher Anblick geworden. Sonnenbadenden Schildkröten begegnet man z. B. auch in der Essener Gruga und am Baldeneysee oder am Wambachsee in Duisburg-Wedau.

„Mama, guck mal da!“ - Vor allem für die Kinder sind die gepanzerten Tiere derzeit ein echter Hingucker. Wolfgang Marga, Geschäftsführer der Angelfreunde Gladbeck, hat bis zu acht dieser Schildkröten im Nordpark gezählt, die sich gleichzeitig auf dem Baumstamm sonnen.

Schön anzusehen sind die Sonnenanbeter. Für die hiesigen Seen sind die Tiere aber nicht unproblematisch. Die Schildkröten haben einen enormen Appetit und treten damit in Nahrungskonkurrenz zur heimischen Tierwelt. Für Angler sind die Schildkröten oft eine wenig angenehme Überraschung, denn die Tiere lassen sich auch von üblichen Fischködern locken und baumeln dann plötzlich an der Angelschnur. Der Umgang mit den Schildkröten verlange stete Vorsicht, denn mit ihrem spitzen Schnabel könnten sie Menschen Verletzungen zufügen - Marga: „Auf seine Finger sollte man schon aufpassen, wenn man mit diesen Schildkröten zu tun hat.“

Der Gladbecker Teich-Fachmann berichtet zudem, dass die Gelbwangen- und Rotwangen-Schildkröten, die durchaus 30 Zentimeter groß und 2,5 Kilo schwer werden, oft in freier Natur an einer Infektion erkranken und schließlich verenden.

Eine trügerische Idylle also.

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