Dortmund

Weil Michael Hansen bettelte, wurde dem Dortmunder Hartz IV gekürzt - doch nun gab es eine weihnachtliche Wende

Hartz-IV-Kürzung weil Michael Hansen (50) bettelt. (Symbolbild)
Hartz-IV-Kürzung weil Michael Hansen (50) bettelt. (Symbolbild)
Foto: Lino Mirgeler / dpa

Dortmund. Jeden Tag saß Michael Hansen in der Dortmunder Innenstadt und erbittete Spenden. Doch das wurde dem Dortmunder zum Verhängnis - denn er bekam auch noch gleichzeitig Hartz IV vom Jobcenter.

Anwältin hat mit Jobcenter gesprochen

Als ihn im Januar eine Jobcenter-Mitarbeiterin auf der Straße sitzen sah, wird er kurz darauf zum Gespräch geladen. Er solle bis zum Sommer 2018 sein gesamtes Einkommen vorlegen. Zudem werden ihm und seiner Frau seit August monatlich fast 300 Euro vom Hartz IV abgezogen. Nur weil er bettelt.

Nachdem Hansens Anwältin Einspruch eingelegt hatte, wurden ihm seit September nur noch 90 Euro von seinem monatlichen Satz abgezogen, das berichten die Ruhrnachrichten.

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Hansen bekommt Geld vom Jobcenter wiedererstattet

Am vergangen Freitag hatte Hansens Anwältin, die er beim Betteln kennenlernte, einen Termin beim Dortmunder Jobcenter. Mit einem erfreulichen Ausgang: Hansen darf nun die Hälfte seines Hartz-IV-Regelsatzes erbetteln. Rund 204 Euro über die er keine Rechenschaft ablegen muss.

Sollte er jedoch mal mehr verdienen, ist er selbst verpflicht, die Mehreinnahmen beim Jobcenter anzugeben. Die Regelung gilt nun auch für andere Dortmunder Hartz-IV-Empfänger.

Das seit August einbehaltene Geld, insgesamt 360 Euro, bekommt Hansen vom Jobcenter sogar wiedererstattet. Er ist mit der neuen Regelung sehr zufrieden: „Insgesamt hat sich die Sache gelohnt, wir freuen uns jetzt auf ein schönes Weihnachtsfest“.

(jgi)

 
 

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