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Warum Karneval in diesem Jahr kürzer ist als 2017 - und was Angela Merkel angeblich damit zu tun hat

Am Aschermittwoch ist alles vorbei: Aber warum ist Aschermittwoch in diesem Jahr früher als im letzten?
Am Aschermittwoch ist alles vorbei: Aber warum ist Aschermittwoch in diesem Jahr früher als im letzten?
Foto: dpa

Essen. Da hat man gerade in der Kiste auf dem Speicher die lustige Clownsnase gefunden und den (würg) kleinen Feigling einmal auf den Tisch geklopft - da ist Karneval auch schon wieder vorbei.

Am 14. Februar ist Aschermittwoch. Dann ist Schluss. Aber war die Session nicht im vergangenen Jahr irgendwie länger?

Ja, war sie: 2017 war Karneval erst am 1. März vorbei. Woran liegt das?

Und ja, es gibt im Netz schon die ersten Verschwörungstheoretiker, die sich sicher sind: Die Regierung ist schuld am kurzen Karneval. Und Angela Merkel. Und die Flüchtlinge. Und die Muslime, die uns das christliche Fest abnehmen wollen ...

Nun: Das ist Unsinn.

Die Länge der Karnevalssession variiert ständig. 2016 zum Beispiel waren die Tage, die wir manchmal „närrisch“ nennen, noch früher vorbei: Am 10. Februar nämlich. Und 2008 war der Aschermittwoch bereits am 6. Februar.

Woran liegt das?

Der Beginn der Session ist immer am 11. November. Das hat seinen Ursprung im Mittelalter. Denn an diesem Tag ist auch der St.-Martins-Tag. Früher folgte darauf eine Fastenzeit, die man heute nicht mehr kennt.

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Am 11. November haben die Menschen deshalb alle Vorräte, die in der Fastenzeit verdorben wären, aufgebraucht - und ein Fest daraus gemacht.

Das Ende der Session ist immer der Aschermittwoch. Dessen Datum richtet sich nach dem Osterfest. Der Aschermittwoch, der die Fastenzeit einläutet, ist immer nach dem siebten Sonntag vor Ostern.

Warum ist das so?

In der Spätantike hatten die Kirchenväter beschlossen, dass es eine 40-tägige Fastenzeit vor Ostern geben solle - in Anlehnung an die 40 Tage, die Jesus laut Bibel in der Wüste verbracht hat.

Ein paar Jahrhunderte später allerdings wurden die sechs Sonntage vor Ostern vom Fasten ausgenommen. Problem: Das mit den 40 Tagen kam dann nicht mehr hin. Also beschloss man auf einer Synode, den Anfang der Fastenzeit um sechs Tage nach vorn zu legen. So ist es bis heute geblieben.

Warum aber ist denn jetzt der Aschermittwoch immer an einem anderen Datum?

Das liegt schlicht daran, dass das Osterfest auch immer an einem anderen Datum gefeiert wird. Auf dem Konzil von Nicäa, einer frühchristlichen Zusammenkunft, wurde beschlossen: Ostersonntag ist immer der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Da der erste Vollmond naturgemäß nie am selben Tag ist, hat der Ostersonntag nie das selbe Datum.

Und weil der Aschermittwoch vom Datum des Osterfestes abhängig ist, liegt er immer an einem anderen Tag. Deshalb ist die Session manchmal kürzer und manchmal länger.

 
 

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