Veröffentlicht inRegion

Warum die A 46 bis heute eine unvollständige Autobahn ist

Ausbau A46--656x240.jpg
Foto: WP Florian Hückelheim

Meschede. 

Lückenschluss der A 46. Eine unendliche Geschichte. Seit mehr als 40 Jahren gibt es Pläne mit mehr als 40 Trassen. Blicken wir zurück und nach vorne.

Donnerstag, 12. Dezember 1968: Der Verkehr auf der A 46 zwischen dem Autobahnkreuz Hagen und Hohenlimburg-Ost wird freigegeben.

Es ist der Tag, an dem die letzte Karl-May-Verfilmung mit Pierre Brice und Lex Barker als Winnetou und Shatterhand im „Tal der Toten“ in München uraufgeführt wird. Zwischen beiden Ereignissen gibt es wohl keinen Zusammenhang.

Knapp acht Jahre später, Dienstag, den 4. Mai 1976, ist das vorerst letzte Teilstück der A 46 von Iserlohn-West nach Hemer fertig. Im Kino steht der Film Potato Fritz vor der Premiere. Hardy Krüger reitet mit Paul Breitner durch den Wilden Westen.

Nationalspieler Paul Breitner hat das Fußballspielen und Schauspielern längst aufgegeben und ist mittlerweile 60 Jahre alt, aber die ­A 46 hört immer noch in Hemer auf.

Warum? Nie hat sich ein Vorschlag durchgesetzt.

„Verantwortlich dafür“, sagt Ralf Kersting, Präsident der IHK Arnsberg, „sind sich immer verschärfende Umweltauflagen, einzelne Bürgerproteste, in diesem speziellen Fall aber auch lokale Egoismen der Kommunen im Einzugsbereich.“ Karl Schneider (CDU), Landrat des Kreises Hochsauerland gibt ihm recht: „Alle Bürgermeister sagen, sie seien für die A 46, aber jeder will sie anders.“

Der letzte Versuch für die A46

Eine Einstellung, die das Image der Region geprägt hat.

Jetzt sprechen Kersting und Schneider einhellig „vom letzten Versuch“ für den Weiterbau der A 46. Ein Titel, wie für einen Film geschaffen.

Bemerkenswert dabei, die rot-grüne Minderheitsregierung in Düsseldorf hat die ewigen Befürworter wach gerüttelt. „Aufgeschreckt worden sind wir durch die Landesregierung, die den zweiten Bauabschnitt ruhend gestellt hat“, gibt der IHK-Präsident zu. Landrat Schneider unterstreicht dies: „Das war für uns heilsam.“

Und jetzt?

Kersting macht aus der Zielrichtung der Einigung keinen Hehl: „Jetzt gilt es, in Düsseldorf Druck zu machen, damit der schwarze Peter dahin kommt, wohin er hingehört, zur Landesregierung.“

Landesregierung will das Votum zur A46 „zur Kenntnis nehmen“

Die Landesregierung antwortet unserer Zeitung nach Anfragen am Freitag um 16.55 Uhr per E-MaiL: Das Land werde das Votum zur Kenntnis nehmen und in seine Beratungen einfließen lassen, heißt es. Und weiter: „Das Land bleibt aber dabei, sich auf den Abschnitt der A 46 Hemer bis Menden zu konzentrieren.“

Punkt.

Mendens Bürgermeister Volker Fleige (SPD) wundert sich in der öffentlichen Diskussion über nichts mehr. „Mit der Stadt Menden hat niemand Kontakt aufgenommen. Ich habe noch keine Trassenführung für Menden vom Land oder der Bezirksregierung vorliegen.“

Am Ende ahnen in Meschede alle: Sie werden mit ihrem Wagen nie auf der A 46 von Hagen nach Neheim fahren.