VRR will Strecken künftig pro Kilometer abrechnen

Fahrgäste warten am Hauptbahnhof Dortmund.
Fahrgäste warten am Hauptbahnhof Dortmund.
Foto: Archiv-Foto: Helmuth Vossgraff
Kunden im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) können ab 2015 pro Kilometer bezahlen. Das kündigte VRR-Chef José Luis Castrillo jetzt in einem Medienbericht an. Eine weitere Neuerung: Fahrgäste sollen mit dem Smartphone ein- und auschecken können.

Gelsenkirchen/Essen. Fahrgäste im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sollen ab dem kommenden Jahr pro Kilometer bezahlen können. Das berichtet die "Rheinische Post". Bereits im Januar hatte VRR-Chef José Luis Castrillo im Gespräch mit der Funke Mediengruppe erklärt: "Wir haben derzeit ein strategisches Defizit bei Beantwortung der Frage: Wie komme ich von A nach B. Um das zu ändern, setzen wir künftig sehr aufs Smartphone."

Bezahlt werden sollen künftig nicht mehr die durchquerten Tarifzonen von A bis E. VRR-Chef José Luis Castrillo erklärte dazu: "Das ist für den Fahrgast transparenter und fairer." Wer nur eine kurze Strecke zurücklegen muss, werde nicht mehr bestraft, wenn er zufällig eine Tarifzonen-Grenze überquert.

Zudem sollen Kunden künftig per Smartphone ein- und auschecken können. Wer das entsprechende Programm auf sein Smartphone geladen hat, kann demnach an jeder VRR-Haltestelle in einen Bus oder eine Bahn einsteigen und sich vom Sitzplatz aus per Handy-Knopfdruck als Fahrgast anmelden. Während der Fahrt soll das Smartphone dann den Fahrschein ersetzen.

Computersysteme sollen laut Castrillo automatisch die zurückgelegte Entfernung aberechnen. Das Fahrtgeld werde wahlweise vom Bankkonto des Fahrgastes abgebucht oder mit einem vorher eingezahlten Guthaben verrechnet.

Castrillo betont: "Sowohl das neue Bezahlsystem als auch der neue Kilometertarif sind zusätzliche Angebote. Wer will, kann auch weiter Tickets nach dem alten Tarif lösen und wie bislang bezahlen."