VRR-Kunden drohen nächstes Jahr schmerzhafte Preiserhöhungen

Die Ticketpreise im Einzelverkauf dürften deutlich steigen - aber auch den Abo-Kunden droht was.
Die Ticketpreise im Einzelverkauf dürften deutlich steigen - aber auch den Abo-Kunden droht was.
Foto: WAZ
Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr denkt über drastische Preiserhöhungen nach. Der Verwaltungsrat tagt diese Woche. Nicht nur Einzeltickets dürften teurer werden. Auch die Möglichkeit, auf dem Ticket 1000 jemanden mitzunehmen, könnte gekippt werden. Und für die großen Städte gibt es besondere Pläne.

Essen.. Im Ruhrgebiet und in der Landeshauptstadt sollen die Nahverkehrs-Tickets für Busse und Straßenbahnen wieder teurer werden. Der Verwaltungsrat des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) will in dieser Woche eine neue Preisrunde einleiten, die voraussichtlich zum 1. Januar 2015 umgesetzt wird.

Nach Informationen unserer Redaktion aus Verwaltungsrat-Kreisen könnten die Ticketpreise unterm Strich je nach Preisstufe und Ticket-Version zwischen zwei und sechs Prozent steigen.

Genaue Zahlen nennt der VRR aufgrund der erst für Freitag zu erwartenden Entscheidung derzeit nicht. Es zeichnet sich aber ab, dass bei Einzelfahrten der Kurzstrecken-Tarif von 1,50 Euro auf 1,60 Euro erhöht wird, der „normale“ Fahrschein steigt im Preis von 2,50 Euro auf 2,60 Euro.

Kommen "Premium"-Preise für die großen Städte?

Besonders schmerzhaft: Die Vorschläge, die dem Gremium zur Beratung vorliegen, sehen auch höhere Monatskarten-Preise in sieben Städten vor, die ein besonders dichtes Bus-und Bahnangebot haben. Für Düsseldorf, Dortmund, Essen, Wuppertal, Duisburg und Gelsenkirchen sind danach „Premium-Tickets“ (Gruppe A 3) geplant, die die bisherigen Monatskarten der Gruppe A 2 ablösen.

Beim Ticket 1000, dessen Tarif zwischen zwei und drei Prozent klettert, sollen überdies die Mitnutz-Möglichkeiten für zweite Personen abends und an den Wochenenden entfallen. Firmentickets werden um bis zu 5,1 Prozent teurer.

"Höhere Preise nur mit Verbesserungen"

Jürgen Eichel vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) sagte unserer Redaktion, seine Organisation sei angesichts des Defizits von einer halben Milliarde Euro nicht grundsätzlich gegen Preiserhöhungen. „Dies sollte aber mit Verbesserungen für die Kunden einher gehen“ wie einer Ausweitung des Geltungsbereichs auf den Niederrhein. Geplant sei aber das Gegenteil - wie beim Ticket 1000: „Entweder die Mitnahme abends oder am Wochenende bleibt, oder das Ticket müsste günstiger werden“, sagt Eichel.

Positiv: Der VRR wird nach Auskunft des VCD die elektronische Fahrplanauskunft ausweiten und zieht damit Konsequenzen aus dem Informationsdebakel nach dem Gewittersturm am Pfingstmontag. Bei Verspätungen sollen künftig auch viel öfter Fernverkehrszüge für Kunden des Nahverkehrs freigegeben werden.

 
 

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