Volle Straßen, leere Klassen - der Warnstreik in NRW

Autos stauen sich in Düsseldorf neben Straßenbahnschienen.
Autos stauen sich in Düsseldorf neben Straßenbahnschienen.
Foto: dpa
Die Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen sind die heftigsten seit Jahren. Fast flächendeckend wurden die Nahverkehrsbetriebe lahmgelegt. Die Gewerkschaft hatte insgesamt mehr als 45.000 Beschäftigte in NRW zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Essen. Mit Warnstreiks überall in Nordrhein-Westfalen haben Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes ihre Forderung nach einer kräftigen Tariferhöhung unterstrichen. Die Gewerkschaft Verdi sprach von einer "sehr, sehr hohen Beteiligung". Rund 50 000 Beschäftigte ließen nach Angaben von Verdi-Sprecher Günter Isemeyer die Arbeit ruhen. Der öffentliche Verkehr in den Städten lag am Dienstag weitgehend still, viele Kitas und zahlreiche Hallenbäder blieben geschlossen. Die meisten Menschen hatten sich auf den Streiktag eingestellt, ein Chaos blieb aus.

Allein im öffentlichen Nahverkehr streikten rund 10 000 Mitarbeiter. Busse und Straßenbahnen blieben bis auf einige Ausnahmen in den Depots. Nur die Züge der Deutschen Bahn rollten, ebenso diejenigen privater Unternehmen. Der angekündigte Arbeitskampf zwang viele Berufspendler und Reisende zum Umstieg auf ihre Autos. Taxis waren stärker gefragt als sonst, aber auch auffällig viele Radfahrer und Fußgänger waren unterwegs.

Bestreikt wurde aber nicht nur der Nahverkehr, auch viele städtische Einrichtungen blieben geschlossen. Die Auskünfte der betroffenen Städte waren unterschiedlich: In Dortmund oder Köln zum Beispiel öffneten nur wenige Kindertagesstätten ohne Einschränkungen, in Mönchengladbach oder Münster dagegen rund zwei Drittel. Fast überall, wo die Betreuerinnen streikten, wurden aber zumindest Notgruppen eingerichtet.