Dortmund

Viele Gerüchte um geheimnisvollen Mann ohne Gedächtnis: Neue Details zur Identität von „Herrn W.“

 „Herr W.“ wurde in einem Güterwaggon gefunden - ohne Erinnerung. Jetzt ist seine Identität geklärt.
„Herr W.“ wurde in einem Güterwaggon gefunden - ohne Erinnerung. Jetzt ist seine Identität geklärt.
Foto: imago/imagebroker

Dortmund. Herr W. hat ein Problem: Er weiß nicht, wer er ist. Und auch „Herr W.“ ist nur ein vorläufiger fiktiver Name, damit er sich selbst irgendwie benennen kann.

Mann hielt sich für König Ludwig

Noch immer ist unbekannt, wer der Mann mit dem weißen Mann ist. Anfang April wurde er ein einem abgestellten Güterwaggon im Hauptbahnhof Dortmund gefunden. Er sei König Ludwig, sagte er damals der Polizei. In seiner Tasche fanden die Beamten geschichtswissenschaftliche Biographien und ein Asthmaspray.

Nach einigen Tagen im Krankenhaus war er wieder im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und wusste, dass er nicht König Ludwig ist - nur wer er in Wirklichkeit ist, dass weiß W. bis heute nicht.

W. malt und mag klassische Musik

Gebildet ist der Mann mit dem weißen Bart, sagt die Polizei. Er hört gern klassische Musik, zeigt künstlerisches Talent, kann gut malen. Religiös sei er.

Inzwischen gingen zahlreiche Hinweise bei der Polizei Dortmund ein, die seit Donnerstag öffentlich mit einem Bild Zeugen sucht. Abgelichtet ist W. nur im Profil - er selbst wollte das so, erklärt eine Sprecherin der Dortmunder Polizei. Er habe sich nicht sofort mit seinem Konterfei einer so breiten Öffentlichkeit stellen wollen. Wer ihn wirklich kenne, werde ihn auch so erkennen, habe W. argumentiert.

Verständlich: Wer will sein Gesicht im Internet verbreiten, wenn er noch nicht einmal weiß, wer er ist oder was mit ihm in der Vergangenheit passiert ist?

Mehrere Menschen wollen ihn nun tatsächlich auf dem Bild erkannt haben.

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„Wir wissen, dass es da jede Menge Gerüchte gibt und prüfen das jetzt. Öffentlich werden wir das erst dann machen, wenn wir uns zu 100 Prozent sicher sind“, so eine Sprecherin der Dortmunder Polizei gegenüber DER WESTEN.

Gedächtnisstörung durch Trauma ausgelöst

Ein Gedächtnisforscher hatte eine sogenannte dissoziative Amnesie bei dem Mann diagnostiziert. Eine solche seltene Gedächtnisstörung kann durch ein Trauma ausgelöst werden, etwa eine Gewalterfahrung.

Derzeit lebt W. in einer von der Stadt Dortmund finanzierten Wohnung. Bis er sein Ich wiedergefunden hat.

 

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