Viel Lob für das „grüne Revier“

Holger Dumke

An Rhein und Ruhr.  Die Metropole Ruhr zeigt ihre neuen grünen Seiten. Im nächsten Jahr präsentiert sich Essen bekanntlich als „grüne Hauptstadt Europas“, 2020 steht die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort an, im gleichen Jahr soll auch das Ende des Emscher-Umbaus groß gefeiert werden. Und 2027 könnte dann die Region als Ganzes eine „Internationale Gartenschau“ (IGA) ausrichten. „Die Chancen stehen gut“, meint Helmut Selders, Präsident des Bundes deutscher Baumschulen.

Phoenixsee in Dortmund, Wasserkreuz an der Stadtgrenze von Recklinghausen, die Halde Hoheward in Herten: Eine zehnköpfige Delegation von Gartenbauvertretern nahm gestern mögliche IGA-Schauplätze in Augenschein – und zeigte sich beeindruckt. Im Anschluss übergaben Vertreter des Regionalverbandes Ruhr (RVR) im Oberhausener Haus Ripshorst die 84-seitige Bewerbungsbroschüre. Leitmotiv der Schau soll die Frage sein: „Wie wollen wir leben?“

Erste positive Signalekommen aus Düsseldorf

„Die Städte und Kreise der Metropole Ruhr haben schon bei der IBA Emscherpark und bei der Kulturhauptstadt gezeigt, dass sie im Schulterschluss ein solches Großereignis meistern können“, betonte RVR-Chefin Karola Geiß-Netthöfel. Für die geplante IGA ist ein betont dezentrales Konzept vorgesehen (die NRZ berichtete). Erhofft werden fünf Millionen Besucher.

Fünf sogenannte „Zukunftsgärten“ sollen als Hauptstandorte dienen; im Westen der Region zählen dazu die geplante Erweiterung des Rheinparks in Duisburg sowie die neue Emschermündung in Dinslaken. Zudem sollen aus dem ganzen Ruhrgebiet etwa zwei Dutzend der schönsten, bereits bestehenden Parks präsentiert werden. Und unter dem Stichwort „Mein Garten“ sollen Garteninitiativen vor Ort in den Blick gerückt werden (z. B. innovative Kleingärten).

Knackpunkt könnte die Finanzierung werden. Als kritisch gelten dabei weniger die mehr als 300 Mio Euro an Stadtentwicklungsinvestitionen, die durch die IGA gebündelt werden könnten (die Projekte sind ohnehin geplant), sondern die für die Durchführung veranschlagten 42 Mio Euro. Aufgebracht werden sollen die Gelder durch EU, Land, RVR sowie die Kommunen. Die Planungen müssen noch konkretisiert werden. Bei einem IGA-Zuschlag können RVR und Kommunen aber im nächsten Jahr immer noch die Notbremse ziehen und aus dem Projekt aussteigen, falls sie glauben, die IGA nicht stemmen zu können. Erste positive Signale kommen aus Düsseldorf. RVR-Vertreter haben die IGA-Pläne auf einer Kabinettssitzung vorgestellt. Nach NRZ-Informationen zeigte sich die Landesregierung beeindruckt und signalisierte Unterstützung.