Verbotspläne steigern Verkaufszahlen von E-Zigaretten

E-Zigaretten verkaufen sich besser, seit Gesundheitsministerin Barbara Steffens über ein Verbot nachdachte.
E-Zigaretten verkaufen sich besser, seit Gesundheitsministerin Barbara Steffens über ein Verbot nachdachte.
Foto: Knut Vahlensieck
Seit Gesundheitsministerin Barbara Steffens erwägt, E-Zigaretten nur noch in Apotheken verkaufen zu lassen, boomt das Geschäft noch stärker als vorher. So sehr, dass die Lieferanten kaum mit der Produktion nachkommen. Ungeachtet der unbekannten gesundheitlichen Risiken.

Essen. Seinen Namen sagen möchte der Herr nicht. Zu groß sei die Furcht, mit seinem E-Zigaretten-Shop aufzufallen, „nachher machen die mir den Laden dicht.“ Nun heizte die NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) kurz vor Weihnachten die Diskussion, ob der Verkauf nikotinhaltiger Flüssigkeiten außerhalb zugelassener Stellen rechtens sei, an. Denn eben damit betanken die meisten Kunden ihre E-Zigaretten. Es kristallisiert sich heraus, dass die Diskussion das Geschäft wie ein Windhauch die Glut belebte – und das ist seither kaum wieder abgeebbt. „Die Lieferanten kommen mit der Produktion nikotinhaltiger Liquids nicht mehr nach. Ständig muss ich Kunden vertrösten und wegschicken“, sagt darum der namenlose Herr, „am liebsten würde ich den Laden schließen, bis ich wieder Ware habe.

“Ähnlich gut frequentiert ist der Laden e-Smokers an der Rellinghauser Straße. „Wir haben den Shop im Dezember eröffnet“, sagt Anna Gorges. Die Nachfrage sei von Anfang an nicht schlecht gewesen – doch seit dem ministerlichen Vorstoß rennen die Käufer ihr die Tür ein. Tanks für E-Zigaretten gibt es voraussichtlich in der kommenden Woche wieder. Liquids sind eingeschränkt zu haben. Über die Geschmacksrichtungen darf man schmunzeln: Wie wäre es mit Käsekuchen, angereichert mit 16 Milligramm Nikotin? Zur Auswahl stehen auch Pina Colada, Tiramisu und dreifach Menthol, wahlweise mit 6, 11, 16, und 24 Milligramm Nikotin – oder nikotinfrei.

E-Zigarette spart den Rauchern viel Geld - über die Risiken ist wenig bekannt

Und auch die Nachfrage bei Wolsdorff Tobacco in Kettwig brummt. Längst hat die Zigaretten-Handels-Kette, die in Deutschland mehr als 160 Filialen betreibt, das Geschäft mit der E-Zigarette für sich entdeckt. Wenn schon nicht mehr am Glimmstängel verdienen, dann zumindest an Liquids mit Erdbeer-, Vanille- oder Tabakgeschmack. „Ein paar Verdampfer und Mundstücke mit Tank habe ich noch ergattern können“, sagt Wilhelm Hümbs. Doch es sei nicht leicht gewesen, an Nachschub zu kommen. „Die Mund-zu-Mund-Propaganda läuft sehr gut.“

Und da werde mehr über die immensen Einsparpotenziale - rund 90 Prozent im Vergleich zu Zigaretten - gesprochen als über die gesundheitlichen Risiken, die noch als unwägbar gelten, weil es keine zuverlässigen Studien über den Konsum der nikotinhaltigen Flüssigkeiten gibt.