Missbrauch von Velbert: Wie das Opfer (13) die Täter selbst überführte

In diesem Waldstück in Velbert soll die 13-Jährige auf dem Heimweg vom Parkbad missbraucht worden sein.
In diesem Waldstück in Velbert soll die 13-Jährige auf dem Heimweg vom Parkbad missbraucht worden sein.
Foto: Oliver Berg / dpa
  • Bereits am 21. April missbrauchten acht Jugendliche eine 13-Jährige
  • Sie filmten ihre Tat, ließen erst von dem Mädchen ab, als eine Passantin einschritt
  • Das Opfer hat durch eigenen Recherche einen „ersten Ermittlungsimpuls“ gegeben

Velbert. Immer weitere Details dringen nach dem Missbrauch einer 13-Jährigen in Velbert an die Öffentlichkeit. Acht Jungendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren filmten die Tat mit dem Handy, zerrten ihr Opfer durch ein Waldstück, hörten erst auf, als eine Passantin dazwischenging.

Den Anstoß zu den Ermittlungen hat wohl das 13-jährige Opfer selbst gegeben. Sie erinnerte sich, dass ihr einer der Jungen bekannt vorkam. Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert: „In solch einer kleinen Stadt kennt man sich schon eher. Durch eigene Facebook-Recherche erkannte sie einen ihrer Peiniger wieder.

Obwohl der 15-jährige Gesuchte unter falschem Namen in dem Netzwerk registriert war, gab das Mädchen einen „ersten wichtigen Ermittlungsimpuls“. Die anderen möglichen Täter waren ihr wohl nicht persönlich bekannt.

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Ermittler finden Missbrauchsvideo auf dem Handy des Verdächtigen (15)

Ihre Erkenntnisse lieferte sie an die Polizei. Daraufhin wurde ein Bild des Täters an alle Streifenbesatzungen weitergereicht. Auf der Straße erkannten die Beamten den mutmaßlichen Täter wieder und nahmen ihn mit. Auch auf der Wache stellte sich der 15-Jährige mit falschem Namen vor.

Da er sich weigerte, den Pin seines Handys herauszurücken, knackten Experten den Code des Geräts. In der Zwischenzeit musste er in U-Haft bleiben, da das Mädchen ihn zweifelsfrei identifiziert hatte. Auf dem Handy entdeckten die Ermittler dann das Video, welches die grausame Tat zeigt.

Staatsanwalt: „Mädchen hat herausragend mitgewirkt“

„Er hat erst gedacht, er kommt an uns vorbei. Dem war nicht so“, sagt Baumert: „Die acht Jugendlichen waren gegenüber der Polizei zuvor nie auffällig geworden. Es dürfte umso schwerer gewirkt haben, als sie in die Zelle gekommen sind und die Tür nicht mehr auf geht – ein einschneidenes Erlebnis.“

Weitere Ermittlungen der Polizei hätten zu den weiteren sieben Verdächtigen geführt, erklärt Sprecher der Staatsanwaltschaft.

„Das Mädchen hat herausragend mitgewirkt. In der Ermittlungsarbeit ist das etwas ganz besonders“, hebt er den Verdienst des traumatisierten Opfers hervor.

Weiterhin sind zwei der acht Jugendlichen auf der Flucht. Die Familien, allesamt in Velbert wohnhaft, sind aus ihren Wohnungen geflohen. Die Fahndung läuft im gesamten Ausland, ein besonderer Fokus der Ermittler soll auf dem Herkunftsland Bulgarien liegen.

 
 

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