Gruppenvergewaltigung in Velbert: Verdächtiger in Bulgarien geschnappt – sein junges Alter schockiert

In diesem Waldstück in Velbert soll die 13-Jährige auf dem Heimweg vom Parkbad missbraucht worden sein.
In diesem Waldstück in Velbert soll die 13-Jährige auf dem Heimweg vom Parkbad missbraucht worden sein.
Foto: Oliver Berg / dpa
  • Bereits am 21. April missbrauchten acht Jugendliche eine 13-Jährige
  • Sie filmten ihre Tat, ließen erst von dem Mädchen ab, als eine Passantin einschritt
  • 14-jähriger Tatverdächtiger in Bulgarien festgenommen

Velbert. Nach der Gruppenvergewaltigung eines Mädchens in Velbert ist ein weiterer tatverdächtiger Junge in Bulgarien aufgespürt und verhaftet worden. Besonders perfide: Die Gruppe filmte die Tat.

Wie die Staatsanwaltschaft Wuppertal gegenüber DER WESTEN bestätigte, ist der Junge gerade einmal 14 Jahre alt.

Gegen sechs der insgesamt acht mutmaßlichen Vergewaltiger im Alter zwischen 14 und 16 Jahren ist inzwischen Anklage erhoben worden, ein achter Junge im Alter von 15 Jahren ist nach wie vor auf der Flucht, wie die Wuppertaler Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.

Gruppenvergewaltigung in Velbert: Spaziergängerin rettete Opfer

Auch er soll sich in Bulgarien aufhalten (so lief die Fahndung). Die Jugendlichen sollen ein 13 Jahre altes Mädchen am 21. April in Velbert (Kreis Mettmann) in ein Waldstück gezerrt und missbraucht haben.

Bereits im Parkbad soll die Schülerin verbal von einigen Personen aus der Gruppe beleidigt worden sein. Auf ihrem Heimweg vom Schwimmbad machten sich dann mehrere Männer über sie her, filmten die Tat. Eine Spaziergängerin bemerkte die Tat und rettete das Mädchen aus den Fängen der Gruppe.

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Gruppenvergewaltigung in Velbert: Tatverdächtiger in Bulgarien festgenommen

Der nun verhaftete bulgarische Jugendliche sei am vergangenen Montag in Plovdiv (Bulgarien) von den dortigen Strafverfolgungsbehörden festgenommen worden, er sitzt in Untersuchungshaft. „Die Auslieferung des Beschuldigten an die hiesige Justiz ist bereits beantragt worden", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die spätere Hauptverhandlung soll wegen des geringen Alters von Opfer und Tatverdächtigen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Opfer entdeckte Peiniger durch eigene Recherche

Den Anstoß zu den Ermittlungen hat wohl das 13-jährige Opfer selbst gegeben. Sie erinnerte sich, dass ihr einer der Jungen bekannt vorkam. Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert: „In solch einer kleinen Stadt kennt man sich schon eher. Durch eigene Facebook-Recherche erkannte sie einen ihrer Peiniger wieder.“

Obwohl der 15-jährige Gesuchte unter falschem Namen in dem Netzwerk registriert war, gab das Mädchen einen „ersten wichtigen Ermittlungsimpuls“. Die anderen möglichen Täter waren ihr wohl nicht persönlich bekannt (hier mehr lesen).

Ermittler finden Missbrauchsvideo auf dem Handy des Verdächtigen (15)

Ihre Erkenntnisse lieferte sie an die Polizei. Daraufhin wurde ein Bild des Täters an alle Streifenbesatzungen weitergereicht. Auf der Straße erkannten die Beamten den mutmaßlichen Täter wieder und nahmen ihn mit. Auch auf der Wache stellte sich der 15-Jährige mit falschem Namen vor.

Da er sich weigerte, den Pin seines Handys herauszurücken, knackten Experten den Code des Geräts. In der Zwischenzeit musste er in U-Haft bleiben, da das Mädchen ihn zweifelsfrei identifiziert hatte. Auf dem Handy entdeckten die Ermittler dann das Video, welches die grausame Tat zeigt. (dpa/mb)

 
 

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