Vapiano in tiefer Krise: Restaurant-Kette schließt Standorte – und streicht dieses Gericht von der Karte

Vapiano steckt in der Krise.
Vapiano steckt in der Krise.
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Köln. Die Restaurant-Kette Vapiano aus Köln steckt in einer noch tieferen Krise als befürchtet: 101 Million Euro Verlust machte der Pizza-und-Pasta-Riese im Jahr 2018.

Das liegt vor allem am rasanten Expansionstempo, das Vapiano seit dem Börsengang 2017 an den Tag gelegt hat. Vor allem auch im Ausland: 35 Restaurants hat Vapiano letztes Jahr weltweit aufgemacht.

Vorstandschef Cornelius Everke räumt ein: „In der Vergangenheit haben wir uns bei der Auslandsexpansion etwas verhoben“, betonte zugleich aber: „Die Marke Vapiano ist nach wie vor erfolgreich.“ Man werde sich konsolidieren und fokussieren, um wieder profitabel zu werden.

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Das heißt im Klartext: Es werden Filialen schließen. Und weniger neu eröffnet als letztes Jahr.

Vapiano-Chef: „Es wird Schließungen geben“

Unrentable Restaurant-Standorte würden derzeit geprüft, berichtet die „Welt“ und zitiert Everke mit den Worten: „Alle Restaurants, die defizitär sind, kommen auf den Prüfstand. Es wird Schließungen geben. Wir sind da auch schon in Verhandlungen.“

Eine von zwei Vapiano-Filialen in Dortmund ist bereits geschlossen, der Standort Hanau ebenfalls. In München steht ein Restaurant auf der Streichliste. Die meisten Schließungen soll es aber im Ausland geben, so die Welt.

Vapiano rechnet erst 2021 wieder mit Gewinn

Insgesamt brauche die Restaurantkette Vapiano Zeit, um auf die Beine zu kommen. Erst 2021 rechnet Everke wieder mit einem Gewinn, wie er am Dienstag bei der Vorlage des Jahresabschlusses klarmachte. „Das vergangene Jahr war eine Enttäuschung für uns, nun blicken wir aber nach vorne - die Finanzierung ist bis 2022 gesichert.“

Erstes Quartal 2019 nicht ermutigend

Dennoch sind auch die ersten Zahlen des laufenden Jahres wenig ermutigend: Im ersten Quartal ging der Umsatz auf gleicher Fläche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um 3,5 Prozent runter. Inklusive neuer Lokale lagen die Erlöse zum Jahresauftakt bei 97,9 Millionen Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 9,3 auf 4 Millionen Euro.

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Für das Gesamtjahr geht Everke - bezogen auf die gleiche Fläche - von Einnahmen-Einbußen zwischen zwei und vier Prozent aus. 2019 wird voraussichtlich abermals ein Verlustjahr, wenngleich nicht so heftig wie zuvor: Der Konzernverlust soll „im mittleren zweistelligen Millionenbereich“ liegen. Damit dürfte man es trotzdem noch nicht einmal auf das Niveau des ebenfalls miesen Geschäftsjahres 2017 schaffen, als rund 30 Millionen Euro als Verlust verbucht werden mussten. „2019 wird ein Übergangsjahr“, sagte Everke.

Expansion von Vapiano soll langsamer werden

Die Expansion soll weitergehen, aber mit gedrosseltem Tempo - Vapiano will 2019 nur noch 10 bis 15 Läden neu aufmachen, einen Großteil davon in Frankreich - dort geben die Kunden im Schnitt deutlich mehr für das Essen im Restaurant aus als in Deutschland, dementsprechend lukrativ ist der Markt auch für Vapiano. Allein in Paris gibt es 11 Vapiano-Restaurants und damit mehr als in Berlin (9).

Der Konzern setzt künftig auf „nachhaltiges Wachstum“. Mit Blick auf die vergangenen Jahre sagte Everke: „Das ganze Unternehmen war auf Wachstum getrimmt und hatte dabei die Profitabilität nicht immer im Blick.“ Das werde sich ändern. Die Firma war 2017 an die Börse gegangen, danach hatte sie eine globale Expansion forciert - sogar in Australien, China und den USA gibt es Lokale mit dem roten Logo.

Teilweise betrieb Vapiano die Restaurants selbst, künftig will die Firma verstärkt auf Franchise-Partner setzen - so stellte Everke in Aussicht, den 75-Prozent-Anteil an einem australischen Gemeinschaftsunternehmen verkaufen zu wollen.

Vapiano will asiatischen Salat von der Karte streichen

Lange Warteschlangen sorgten bei Kunden immer wieder für Ärger. Dieses Problem will der Manager angehen, indem Arbeitsabläufe geändert und die Menükarte vereinfacht wird. 49 verschiedene Gerichte hatte man dauerhaft auf der Karte plus 10 saisonale Gerichte, zudem konnte man unter elf verschiedenen Pastasorten wählen.

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Das sei zu viel, zumal das Bestellungen kompliziert mache, sagte Everke. Einen asiatischen Salat brauche man zum Beispiel künftig nicht mehr. Die Menükarte werde bald verschlankt, sagte er. „Wir müssen zurück zu den Wurzeln, also zur klassischen, ehrlichen italienischen Küche.“ (dpa/lin)

 
 

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