Thor-Steinar-Shirts im Phantasialand lösen Neonazi-Diskussion aus: Das sagt der Freizeitpark zu dem Vorfall

Im Phantasialand war angeblich ein Pärchen mit Thor-Steinar-Kleidung unterwegs.
Im Phantasialand war angeblich ein Pärchen mit Thor-Steinar-Kleidung unterwegs.
Foto: imago/teutopress - imago/Thilo Schmülgen

Brühl. Ein Tweet des Phantasialand hat in den vergangenen Tagen eine hitzige Diskussion ausgelöst. Ein User hatte via Twitter behauptet, er habe in den Freizeitpark in der Nähe Kölns ein Pärchen gesehen, das Kleidung der Marke „Thor Steinar“ trug.

Weil die Marke in der rechtsextremen Szene lange Zeit sehr beliebt war, stellte dem User sich die Frage: „Hey Phantasialand, lasst ihr eigentlich immer erkennbare Neonazis mit Springerstiefeln, weißen Schnürsenkeln und Thor-Steinar-Klamotten rein?“

Wirbel um Phantasialand-Tweet

Das Phantasialand antwortete prompt: „Es liegt uns fern, unsere Gäste aufgrund ihres Äußeren, der Herkunft, sexuellen Vorlieben, religiösen oder auch politischen Ansichten einzuordnen und daher den Zutritt zu einem phantastischen Erlebnis zu verwehren.“

Der kurze Dialog löste eine große Diskussion aus. Manch ein User war empört darüber, dass der Freizeitpark vermeintliche Neonazis duldet.

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Phantasialand: „Sind völlig unpolitisch“

Wir fragten bei Birgit Reckersdrees nach. Die Sprecherin des Phantasialands erklärte: „Wir sind völlig unpolitisch. Bei uns ist jeder Gast willkommen, der nichts Verbotenes trägt.“

Auch wenn die Kleidung der Marke „Thor Steinar“ an vielen Orten wegen ihrer Beliebtheit in der Neonazi-Szene nicht geduldet wird – grundsätzlich verboten ist sie nicht. „Wir kennen die verbotenen Zeichen aus den verschiedenen extremistischen Szenen. Kleidung mit diesen Zeichen dulden wir nicht. Doch Thor Steinar gehört nicht dazu“, so Reckersdrees.

Die Sprecherin weiter: „Auf welchem Grundsatz sollen wir Gästen mit dieser Kleidung den Zutritt verwehren? Auch die Kleidung anderer Marken wie Lonsdale, Fred Perry oder Ben Sherman sind oder waren lange Zeit in diesen Kreisen beliebt. Wo sollen wir da die Grenze ziehen?“

Zumal Thor Steinar seit zehn Jahren von vielen Neonazis boykottiert wird, nachdem das Modelabel an einen arabischen Investor verkauft wurde.

Phantasialand distanziert sich von rechtem Gedankengut

Bei den Kontrollen am Eingang könne das Phantasialand seine Besucher schlecht dazu auffordern, sich bis auf die Unterwäsche auszuziehen, um zu kontrollieren, ob die Gäste womöglich fragwürdige Kleidung tragen. „Stattdessen kontrollieren wir am Eingang, ob unsere Besucher womöglich potenziell gefährliche Gegenstände bei sich tragen, um die Sicherheit für alle Gäste zu gewährleisten“, erklärt Beckersdrees.

Die Sprecherin stellt klar, dass das Phantasialand nichts mit rechtem Gedankengut zu tun hat. Ganz im Gegenteil – der Freizeitpark bezeichnet sich bewusst als weltoffen und ist seit vielen Jahren stolzer Partner der „Fantasypride“, einem großen Event der LSBT-Gemeinde.

Besucher sollen Gästeservice aufsuchen

„Jeder, der die Hausordnung einhält und nicht gegen geltende Gesetze verstößt, ist bei uns willkommen“, sagt Beckersdrees. Ein Gesetz gegen das Tragen von Kleidung aus dem Hause „Thor Steinar“ gibt es nicht.

Sollten Besucher demnächst erneut Menschen in ähnlicher Kleidung im Phantasialand sehen, mögen sie sich doch bitte an den Gästeservice wenden, empfiehlt die Sprecherin: „Wenn der betroffene Gast das in diesem Fall getan hätte, wäre das sicher deutlich zielführender gewesen als dieser Tweet.“

 
 

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