Düsseldorf

Thomas Cook: Kaufhaus-Riese übernimmt Teile des Reiseveranstalters – das hat Folgen für die Mitarbeiter

Thomas Cook ist pleite und ein Kaufhaus-Riese übernimmt Teile des Konzerns.
Thomas Cook ist pleite und ein Kaufhaus-Riese übernimmt Teile des Konzerns.
Foto: imago images/rheinmainfoto

Düsseldorf. Was für die einen ein Verlust ist, könnte für den Kaufhaus-Riesen Galeria Karstadt Kaufhof zu einem Gewinn werden: Nach der Pleite von Thomas Cook will das Kaufhaus mehrere Anteile des Reiseveranstalters übernehmen. Das hat Folgen vor allem für die Mitarbeiter.

Die deutsche Thomas Cook war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten und hatte am 25. September den Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen hatte jüngst alle Reisen für 2020 abgesagt, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt waren.

Nach Thomas-Cook-Pleite übernimmt ein Kaufhaus-Riese viele Anteile

Thomas Cook wird in Einzelteilen verkauft. Einige dieser einzelnen Stücke gehen nun an Galeria Karstadt Kaufhof. Dabei geht es vor allem um die Reisebüros. Von 126 übernimmt der Warenhausriese 106 dieser Reisebüros.

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„Wir haben alles versucht, Thomas Cook als Ganzes zu veräußern. Das war allerdings im Markt nicht zu realisieren“, sagte Ottmar Hermann, einer der vorläufigen Insolvenzverwalter.

Zahl der Reisebüros verdoppelt sich beinahe

Das Reisegeschäft von Galeria Karstadt Kaufhof umfasste bislang 78 Reisebüros in Warenhäusern sowie weitere 22 innerstädtische Reisebüros. Durch die Übernahme wird die Zahl der Reisebüros also mehr als verdoppelt. Zum übernommenen Online-Geschäft von Thomas Cook zählen die E-Commerce-Plattform und eine für das Reisegeschäft maßgeschneiderte IT sowie entsprechende Kundendaten.

Für die Mitarbeiter von Thomas Cook bedeutet das vor allem erstmal eins: Aufatmen! Denn durch die Übernahme sollen 500 Jobs in dem Bereich gesichert werden.

Kaufhäuser sollen auch von der Übernahme profitieren

Stephan Fanderl, Chef des Warenhausriesen, hatte Reisen zum Wachstumsfeld für die Gruppe erklärt. „Wir werden nicht nur durch neue Reisebüros wachsen, sondern auch für unsere Kunden maßgeschneiderte Reiseangebote entwickeln“, hatte er im August angekündigt. Reisebüros sollten zudem zusätzliche Kunden in die Warenhäuser bringen. Das würde einen wirtschaftlichen Aufschwung auch für das Warenhaus an sich bedeuten.

Thomas Cook hofft, mit den angestrebten Verkäufen gut die Hälfte der etwa 2100 Jobs in Deutschland sichern zu können. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind bis Ende November 2019 durch das Insolvenzgeld gesichert. (fb/dpa)

 
 

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