Castrop-Rauxel

„Unsere Biere schmecken anders als Fernsehbiere“ 502 Jahre Reinheitsgebot und Craft Beer - So kreativ ist ein Castroper Bierbrauer

Beim Craft Beer werden verschiedene Hopfen- oder Malzkomponenten verwendet, um fruchtige oder karamellige Geschmackssorten zu erzeugen. (Symbolbild)
Beim Craft Beer werden verschiedene Hopfen- oder Malzkomponenten verwendet, um fruchtige oder karamellige Geschmackssorten zu erzeugen. (Symbolbild)
Foto: iStock/Ivan Bajic

Castrop-Rauxel. Malz, Hopfen und Wasser: Das sind die drei Hauptzutaten des deutschen Reinheitsgebotes. Vor genau 502 Jahren haben es die bayrischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. in der Bayerischen Landesverordnung in Ingolstadt erlassen. Am 23. April wird der „Tag des Deuschen Bieres“ gefeiert.

Später kam auch noch Hefe als vierte Zutat hinzu. Bei sogenannten „Craft Beers“ stehen viele verschiedene Aromen für Varietät im Geschmack. Und diese Biersorten sind gerade voll im Trend.

Noch macht der Marktanteil in Deutschland nach Angaben des Deutschen Brauerbundes nur 1 bis 2 Prozent aus. Doch der Boom dieses Bieres dokumentiere das Interesse der Verbraucher an Brauhandwerk und auch Biervielfalt.

„Craft Beer“: Handwerklich hergestelltes Bier

Denn „Craft Beer“ bedeutet ganz einfach übersetzt „handwerklich hergestellt“ und hat sich als Begriff für unabhängige Brauereien durchgesetzt. Der Trend kommt aus den USA und hat sich in den letzten Jahren auch in Deutschland etabliert. Craft Beer ist in vielen Bars und Getränkemärkten nicht mehr wegzudenken.

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So auch im Brauhaus Rütershoff in Castrop-Rauxel. Dort werden schon seit 2005 vier verschiedene Craft Beer Sorten hergestellt: Castroper Dunkel, Zwickel, Weizen und Pils. Alle sind aber auch als „normales“ klassisches Bier zu erhalten.

Bierbrauer Christoph Kirchhelle (42) achtet auch stets darauf, ein weiteres je nach Saison anzubieten. „Jetzt haben wir ein sanftes 6-prozentiges Mai-Bier im Angebot.“

Seit 13 Jahren stellt das Brauhaus Rütershoff „Craft Beer“ her

Der Craft Beer-Trend kam erst vor einigen Jahren nach Deutschland, schon lange davor hat das Brauhaus auch schon Craft Beer hergestellt. „Wir haben es da nur noch nicht so genannt“, sagt Kirchhelle und lacht.

Einzige Weizenbrauerei im Pott

Stolz ist er auch auf das Weizenbier, da die Castroper Brauerei nach eigener Aussage wohl die einzige Brauerei im Ruhrgebiet sei, die mit Weizen braut, das eben dank des Aromas nicht wie in Bayern schmecke.

Der Bierbrauer konzipiert seine Biersorten alle selbst. „Da ist natürlich Kreativität gefragt“, sagt er. Und er legt auch im Sudhaus selbst Hand an, ein echtes Handwerk eben. Produktion am Band wie in großen Brauereien sieht anders aus.

„Wir verwenden spezielle Malze, Karamellmalze. So wird das Bier dann bernstein- oder honigfarben“, so der 42-Jährige. Verschiedene Hopfensorten geben den Fruchtgeschmack ab. So hat die Brauerei Biere entwickelt, die etwa Maracuja-, Zitrus-, Melone- oder Polaris-Noten (schmeckt nach Ice-Bonbon) haben.

„Unsere Biere schmecken anders als Fernsehbiere“

„Unsere Biere schmecken anders als die bekannten Fernsehbiere“, sagt der Bierbrauer lachend. Sein Lieblingsbier ist das Zwickel, das mit dem Flavourhopfen Zitrus-Maracuja gebraut wird.

Wenn du dir das mal aus nächster Nähe anschauen möchtest, kannst du in dem Brauhaus in der Schillerstraße 33 auch eine Brauereibesichtigung buchen.

Craft Beer aus Castrop-Rauxel wird auch im Supermarkt verkauft

Probieren kannst du die Sorten natürlich im Brauhaus in Castrop-Rauxel. Das Bier steht aber auch in vier Supermärkten im Ruhrgebiet im Regal: Bei Edeka Gronemann in Castrop, bei Edeka Zierles in Oer-Erkenschwick, bei Edeka Driller in Bochum und bei Rewe Kaesler in Dortmund-Bövinghausen.

Doch nichtsdestotrotz trinkt der Experte auch ein gerne mal ein ganz „normales“ Pils. Norddeutsche herbe Sorten gefallen ihm gut. Oder zum Beispiel ein Fiege-Pils. „In dem noch familiengeführten Betrieb habe ich meine Lehre gemacht und weiß, dass es mit Liebe gemacht wird.“

Ist das Reinheitsgebot denn noch zeitgemäß? Kirchhelle findet es in Ordnung. „Mit nur vier Zutaten kann man echt schöne Biere brauen“, meint er. Aber: „Ich habe auch schon mal mit Orangen gebraut.“