Stichwahl in Köln: Reker verteidigt Rathaus – doch dann haut Kossiski noch DAS raus

Andreas Kossiski, Oberbürgermeisterkandidat der SPD (r), gratuliert im Rathaus Henriette Reker, Oberbürgermeisterin von Köln. Reker gewann die Stichwahl und verteidigte ihren Sitz im Rathaus.
Andreas Kossiski, Oberbürgermeisterkandidat der SPD (r), gratuliert im Rathaus Henriette Reker, Oberbürgermeisterin von Köln. Reker gewann die Stichwahl und verteidigte ihren Sitz im Rathaus.
Foto: dpa-Bildfunk

Kein Problem für Henriette Reker in der Stichwahl in Köln? Oder ist die parteilose Amtsinhaberin über ihren SPD-Herausforderer gestolpert?

Nein, am Ende hat Reker das Rennen um den Stadtoberhaupt-Posten der größten NRW-Stadt deutlich gemeistert. Reker hat letztlich gegen Andreas Kossiski souverän gewonnen. Sie verteidigt somit ihren Sitz im Rathaus der Stadt Köln.

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Stichwahl in Köln: Ergebnis der OB-Wahl 2020

Zwischenergebnis der OB-Stichwahl in Köln (1231/1231 Stimmbezirke ausgezählt)

Henriette Reker (parteilos): 59,27% (Ergebnis im 1. Wahlgang: 45,05%)

Andreas Kossiski (SPD): 40,73% (Ergebnis im 1. Wahlgang: 26,77%)

Wahlbeteiligung: 36,24% (Wahlbeteiligung im 1. Wahlgang: 51,38%)

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27. September 2020: Überraschung in Köln

20.25 Uhr: Andreas Kossiskis Chancen, an Henriette Reker vorbeizuziehen, schwinden. Aber der SPD-Politiker hat sich noch eine Überraschung aufgehoben, die er nach seiner Niederlage rausholte. Er kündigte an, für den Kölner SPD-Vorsitz zu kandidieren, wie der Express berichtet. Aber der bisherige Amtsinhaber wird nicht klein bei geben. Er stellte klar, ebenfalls kandidieren zu wollen. „Ich habe immer von Verantwortung und Führung gesprochen. Ich habe eine Aufgabe in der SPD, die sich gerade erneuert. Ich fühle mich gerade zu verpflichtet“, erklärte Kossiski gegenüber dem Express.

Henriette Reker darf derweil feiern. Sie wird wohl auch weiterhin Kölns Oberbürgermeisterin bleiben.

19.56 Uhr: Nach 1034 ausgezählten Stimmbezirken zeichnet sich ab: OB Reker könnte auch weiterhin das Stadtoberhaupt von Köln sein. Sie liegt aktuell bei 60,65 Prozent.

19.30 Uhr: 936 von 1231 Stimmbezirken sind ausgezählt. Vorne liegt die amtierende, parteilose OB Henriette Reker mit aktuell knapp 60 Prozent der Stimmen.

18.40 Uhr: In Köln ist ein leichter Trend erkennbar. Nach 759 ausgezählten Stimmbezirken liegt die amtierende Oberbürgermeisterin Henriette Reker vorne. Sie hat 15 Prozentpunkte mehr als ihr Herausforderer Andreas Kossiski von der SPD.

16.56 Uhr: Jetzt heißt es warten. Erst gegen 18.30 Uhr werden die ersten Ergebnisse der Stichwahl bekanntgegeben. Die Stadt Köln hat sich etwas einfallen lassen, um diese Wartezeit spannender zu gestalten: die „Kölnchallenge“. Wer der Stadt Köln auf Twitter folgt, wird es vielleicht schon bemerkt haben: die größte Stadt in NRW fordert die anderen Stichwahl-Städte heraus - und misst sich mit ihnen beim Thema Wahlbeteiligung. Die Städte Münster und Gelsenkirchen wurden schon herausgefordert:

Wie hoch die Wahlbeteiligung in Münster ist, liest du hier.

Wie hoch die Wahlbeteiligung in Gelsenkirchen ist, liest du hier.

15.20 Uhr: Nun meldete die Stadt Köln, dass bis 15 Uhr 23,7 Prozent der 820.527 Wahlberechtigten abgestimmt haben.

14.50 Uhr: In Köln lag die Wahlbeteiligung um 13 Uhr bei 16,4 Prozent. Bei der OB-Wahl 2015 - eine Stichwahl gab es damals nicht - habe der Wert um die gleiche Uhrzeit bei 17,1 Prozent gelegen, teilte die Stadt auf ihrer Internetseite mit. Es deutet sich also ein recht hohes Interesse an dem Wahlgang an.

9 Uhr: Alles andere als ein Wahlsieg von Henriette Reker, die von CDU und Grünen unterstützt wird und im ersten Wahlgang 45 Prozent holte, wäre eine Überraschung. Allerdings rechnete schon fast niemand damit, dass es überhaupt zu einer Stichwahl in Köln kommen würde.

SPD-Kandidat Andreas Kossiski macht sich allerdings bei Radfahrern vor der Stichwahl wenige Freunde. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club in Köln teilte nun ein Zitat von ihm in einem Interview mit dem Stadtanzeiger. Kossiki sagte zur Rolle des Fahrrads bei der Verkehrswende: „Es ist ein Teil, der aktuell auch eine sehr große Lobby hat. Eine Lobby, die derzeit vehement nach vorne geht und viel von der Politik fordert." Er erntet dafür sarkastische Reaktionen von den überzeugten Radlern auf Twitter.

Für die Grünen, die die parteilose Reker unterstützen, wäre eine Wiederwahl auch ein Sieg des Feminismus. Sie zählen Reker in einer Reihe mit den grünen Kandidatinnen in Bonn und Aachen auf und rufen zu ihrer Wahl auf.

17. September 2020: OB-Wahlkampf in Köln wird vor der Stichwahl bissiger! „Die Zeiten, in denen ältere Herren..."

Im Kölner Stadtgebiet sind nun neue Wahlplakate aufgetaucht. Henriette Reker wirbt mit dem Slogan: „Köln bleibt Chefinnensache“. SPD-Herausforderer Andreas Kossiski hat plakatieren lassen: „Fünf Jahre Stillstand. Und? Sooo? Weiter?“

In einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger hatte Kossiski (62) zudem gesagt, er wolle die 63-jährige Reker „in den Ruhestand schicken.“ Aus Sicht der amtierenden Oberbürgermeisterin ein Foul. Sie konterte über Twitter und machte ebenfalls auf sein Alter aufmerksam: „Die Zeiten, in denen ältere Herren darüber bestimmen, wann Frauen zuhause sitzen und wann nicht, sind vorbei. Ich habe noch viel vor, keine Sorge.“

Stichwahl in Köln: Termin, Briefwahl und die Oberbürgermeister-Kandidaten

Die Ausgangslage nach der Kommunalwahl 2020 in Köln

Nach einer infratest-dimap-Umfrage für den WDR vor der Kommunalwahl in Köln gingen viele von einem sicheren Sieg der parteilosen Oberbürgermeisterin Henriette Reker aus. Das Institut prognostizierte 61 Prozent für die Kandidatin von CDU und Grünen. Doch im ersten Anlauf reichte es nur zu 45 Prozent.

Eine Wiederwahl Rekers würde wohl eine Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition im Stadtrat mit sich bringen, dann nämlich hätten die Fraktionen die nötigen 46 Stimmen für eine knappe Mehrheit zusammen. Diesmal allerdings mit den Grünen als deutlich stärkste Fraktion, also grün-schwarz.

Würde dagegen SPD-Herausforderer Andreas Kossiski gewinnen, wäre ebenfalls mit dann 46 Stimmen (der OB-Stimme für die SPD) eine grün-rote Mehrheit im Stadtrat gegeben. Somit hat das Ergebnis der OB-Wahl in Köln auch eine hohe Symbolkraft für das ganze Land NRW, Ministerpräsident Armin Laschet und die Bundespolitik hinsichtlich einer möglichen schwarz-grünen Koalition auch in Berlin ab 2021.

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Mehr Informationen über Köln:

  • Köln ist mit knapp 1,1 Millionen Einwohnern die größte Stadt in NRW
  • Die Stadtgeschichte reicht zurück bis in römische Zeit. Das heutige Köln wurde bereits im Jahre 50 nach Christus zur Stadt erhoben.
  • Berühmt ist Köln für den den imposanten Dom, den Karneval, das Bier Kölsch, den Kölscher Dialekt, die Queer-Kultur, das Schokoladenmuseum und den Fußballverein 1. FC Köln.

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Stichwahl in Köln: Das sind die beiden OB-Kandidaten

Henriette Reker: Das Ergebnis des ersten Wahlganges war ein Dämpfer für die parteilose Oberbürgermeisterin, die seit 2015 im Amt ist. Zwar reichte es für die 63-Jährige nicht zur absoluten Mehrheit, jedoch kann sie immerhin auf eine breite Basis an Unterstützern für den zweiten Wahlgang hoffen: 74 Prozent der Kölner CDU-Wähler stimmten laut Nachwahlbefragungen für den WDR für sie. Ebenso wie 61 Prozent der Grünen-Wähler und 45-Prozent der FDP-Wähler. Wenn die Juristin die CDU- und Grünen-Anhänger mobilisieren kann, hat sie somit sehr gute Chancen, wiedergewählt zu werden.

Andreas Kossiski (SPD): Der 62-Jährige hat dagegen fast ausschließlich Stimmen aus dem SPD-Lager erhalten. Laut WDR stimmten 73 Prozent der SPD-Wähler für ihn, aber nur 16 Prozent der Grünen-Wähler. Möglicherweise kann der ehemalige DGB-Funktionär und Polizist im zweiten Wahlgang noch aus dem Linken-Lager Stimmen abgreifen, aber der Sprung über die 50-Prozent-Marke erscheint derzeit wenig realistisch.

Wann findet die OB-Stichwahl in Köln statt?

Der Termin der OB-Stichwahl ist der 27. September 2020, also genau zwei Wochen nach dem ersten Wahlgang. Dann wird in einer Stichwahl entschieden, wer neuer Oberbürgermeister in der Domstadt wird. Die Wahllokale sind an dem Wahlsonntag erneut zwischen 8 bis 18 Uhr geöffnet.

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Mehr zu den OB-Stichwahlen in NRW:

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Köln: Ist eine Briefwahl bei der Oberbürgermeister-Stichwahl möglich?

Ja, eine Briefwahl ist möglich. Wer schon beim ersten Wahlgang eine Briefwahl beantragt hat, erhält die Briefwahlunterlagen zur OB-Stichwahl automatisch per Post zugeschickt. Wer im ersten Wahlgang noch keine Briefwahl beantragt hatte, kann das jetzt für die Stichwahl noch tun. Es reicht ein schriftlicher, aber formloser Antrag bei der Stadt, etwa per E-Mail an wahlamt@stadt-koeln.de, unter Angabe des Namens, der Wohnanschrift und des Geburtsdatums. Man kann auch persönlich in das Wahlamt in der Dillenburger Straße 68-70 kommen. Ein telefonischer Antrag auf Briefwahl ist nicht möglich.

Für den Briefwahlantrag werden folgende Informationen benötigt:

  • Familienname und Vorname
  • Geburtsdatum
  • Wohnanschrift inklusive Straße, Hausnummer, PLZ und Ort

Mehr Informationen zum Ablauf und zum Antrag der Briefwahlunterlagen zur Stichwahl stehen in diesem Artikel.

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Ergebnis der Kommunalwahl in Köln 2020:

  • Die Grünen sind der große Gewinner der Stadtratswahl: Mit 28,5 Prozent (+9) stellen sie jetzt sogar die stärkste Fraktion.
  • Die SPD stürzte fast um den selben Wert auf nur noch 21,6 Prozent ab und ist nun exakt gleichauf mit der CDU, die auch deutlich verlor (-5,6)
  • Überraschung des Wahlabends wurde die Europapartei Volt, die fünf Prozent holte - mehr als die AfD (4,4 Prozent).
  • Mehr zur Kommunalwahl Köln findest du hier.

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So läuft die Stichwahl in Köln genau ab: Termin, Wahllokale, Wahlbenachrichtigung, Maskenpflicht und eigener Stift

Alle, die lieber in einem Wahllokal abstimmen wollen, können am 27. September 2020 im Zeitraum zwischen 8 und 18 Uhr ihre Stimme dort abgeben. Dazu sucht man einfach erneut das Wahllokal auf, in dem man bereits im ersten Wahlgang der NRW-Kommunalwahl abgestimmt hat.

Wer die Wahlbenachrichtigung in der Zwischenzeit verloren hat, kann trotzdem wählen. Nötig ist lediglich entweder ein Personalausweis oder Reisepass zur Identifizierung. Wie am 13. September 2020 sollen die Wählerinnen und Wähler wegen Corona einen eigenen Stift mitbringen. Außerdem gilt Maskenpflicht im Wahllokal. (mag)

 
 

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