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Stadt Dorsten verbietet Feuerwehr „Cold Water Challenge“

Wer zu einer „Cold Water Challenge“ herausgefordert wird, der kneift nicht. Deshalb griffen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Dorsten zur Kamera. Doch sie hatten die Rechnung ohne die Stadtverwaltung gemacht. Weil die sich übergangen fühlte, darf das Dorstener Video nicht online stehen.

Dorsten. 

Die Freiwillige Feuerwehr Dorsten hat sich Ärger mit der Stadtverwaltung eingehandelt. Schuld sind eine Reihe von Videos, die die Feuerwehrleute gedreht und ins Internet gestellt haben. Darin waren unter anderem Feuerwehrleute zu sehen, die über eine Drehleiter versuchten, einen Plastikwal aus einem See zu retten.

Die Videos waren Teil der „Cold Water Challenge“ (zu deutsch: Kaltwasser-Herausforderung), an der schon Feuerwehren im ganzen Land teilgenommen haben. Dabei filmen sich Feuerwehrleute dabei, wie sie sich in kaltes Wasser stürzen, durch Regenwände laufen oder mit Schlauchbooten durch Waschstraßen fahren. Am Ende der Videos nominieren sie andere Wehren, ihrerseits entsprechende Filme zu drehen. Wer nicht mitmacht, muss den anderen zum Grillen einladen.

Feuerwehr-Leiter ließ Videos löschen

Was auf den ersten Blick nach Spaß, Stärkung des Teamgeistes und nicht zuletzt nach Nachwuchswerbung aussieht, kam beim Leiter der Dorsteiner Feuerwehren, Stadtbrandinspektor Andreas Fischer, nicht gut an: Er ließ alle Videos aus dem Internet löschen. Sie würden „nicht der Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr in Dorsten entsprechen“, sagte er der „Dorstener Zeitung„. Die Feuerwehr sei Teil der Verwaltung der Stadt Dorsten und müsse entsprechend nach außen dargestellt werden.


Inzwischen hat sich die Stadt auch offiziell zu Wort gemeldet: „Der durchaus raue Wettbewerb ‚Cold Water Challenge‘ der Freiwilligen Feuerwehr war mit niemandem abgestimmt – und auch nicht als Übung angemeldet“, heißt es, „In Abstimmung mit der Stadt, deren Geräte ja im Einsatz waren, hätte die Aktion ein schöner Werbe- und Spaßbeitrag sein können.“

Versicherungen zahlen bei Klamauk-Aktionen nicht

Auf Nachfrage führt eine Stadtsprecherin versicherungsrechtliche Bedenken an: Wäre beim Dreh etwas passiert, wäre die Versicherung nicht für den Schaden aufgekommen. Darauf weisen auch mehrere Feuerwehr-Versicherer hin.

Doch nicht nur bei der Freiwilligen Feuerwehr fragt man sich: Musste die Stadtverwaltung so radikal reagieren? Hätte man nicht einzelne Videos, die, so der Leiter der Feuerwehr, „nicht zur Nachahmung geeignet“ gewesen seien, bearbeiten oder kürzen können?

Kein klärendes Gespräch

Das sei „in der Kürze der Zeit nicht möglich gewesen“, teilt die städtische Pressestelle mit. Die Stadtverwaltung stehe zu der Entscheidung, die Videos löschen zu lassen.

Ein klärendes Gespräch mit den Freiwilligen Feuerwehren ist vorerst nicht angedacht. Erst beim „nächsten routinemäßigen Treffen“ des städtischen Feuerwehrleiters mit den Leitern der Löschzüge soll das Thema angesprochen werden.

Andere Städte scheinen nicht so rigoros gegen die Beiträge ihrer Feuerwehren zur Cold Water Challenge vorzugehen. Bei Youtube findet man zahlreiche Videos.