Essen

SPD-Herzkammer: AfD schneidet ausgerechnet im Revier überdurchschnittlich gut ab

Marcus Pretzell, Frauke Petry und Guido Reil bei einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Altenessener Markt: Im Ruhrgebiet konnte die Partei bei der NRW-Landtagwahl gut abschneiden.
Marcus Pretzell, Frauke Petry und Guido Reil bei einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Altenessener Markt: Im Ruhrgebiet konnte die Partei bei der NRW-Landtagwahl gut abschneiden.
Foto: FUNKE Foto Services

Essen. Auf die Arbeiter hatte es die Partei abgesehen, auf die Stimmen von Menschen, die eigentlich traditionell SPD wählen: Das Ruhrgebiet sollte der AfD viele Stimmen sichern, seit Monaten gehört das zur Strategie der Partei.

Zuletzt etwa hatte die AfD die „Alternative Vereinigung der Arbeitnehmer“ (AVA) gegründet, um Arbeitnehmer „zur aktiven Mitarbeit in der AfD zu gewinnen“, wie es auf der Ava-Webseite heißt.

Strategie der AfD hat offenbar funktioniert

Die Strategie der Partei hat offenbar funktioniert: Im Ruhrgebiet haben überdurchschnittlich viele Wähler ihre Stimme der AfD gegeben.

Besonders im Essener und Duisburger Norden konnte die Partei abräumen: Über 20 Prozent bekam die AfD in einigen Stadtteilen - im Essener Stadtteil Vogelheim ist die Partei zweitstärkste Kraft.

Stark in Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil

Auch in Gelsenkirchen schnitt die AfD gut ab: Nach dem bisherigen Wahlergebnis gaben über 13 Prozent ihre Zweitstimme und fast 15 Prozent ihre Erststimme der Partei. Ähnlich sieht es in Oberhausen aus.

Auffällig: Vor allem in Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil schnitt die AfD relativ gut ab - etwa in Duisburg-Marxloh. Dort war die Wahlbeteiligung erschreckend gering: Nur etwa 33 Prozent der Wahlberechtigten gingen zur Urne.

Ebenfalls auffällig: In Dortmund war die AfD mit 5,9 Prozent wesentlich weniger erfolgreich als in den anderen großen Revierstädten.

Die aktuellen Wahlergebnisse für die einzelnen Städte gibt es hier:

Essen

Duisburg

Gelsenkirchen

Mülheim

Bochum

Oberhausen

Dortmund

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