Sparkasse in NRW: Düsseldorferin hat über 100.000 Euro auf dem Konto – Bank will ihr nun kündigen

Foto: imago images / F. Anthea Schaap

Wenn Sparkassen überschüssiges Geld auf Umwegen bei der Europäischen Zentralbank parken, müssen sie Negativzinsen zahlen. Unter anderem eine Filiale aus NRW will diese Kosten auf ihre Kunden umwälzen.

Vor allem Sparkassen-Kunden mit einem hohen Kontostand müssen mit solchen Zinsen rechnen. Eine Frau aus NRW traf diese Entscheidung schwer.

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NRW: Sparkasse kündigt Bestandskunden

Die Sparkasse hat eine neue Strategie angewendet, um sich in Zukunft von den Negativzinsen der EZB zu entlasten. Kunden mit einem Kontostand über 100.00 Euro sollen 0,5 Prozent negative Zinsen zahlen. Das teilte die Sparkasse in einem Brief an die Kontoinhaber mit.

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Das ist die Sparkasse:

  • Sparkassen-Finanzgruppe organisiert durch den Dachverband DSGV e.V. (Deutscher Sparkassen- und Giroverband): Verbund von Sparkassen, öffentlichen Versicherungen und sonstigen Finanzdienstleistern
  • Rund 385 Sparkassen
  • Mehr als 300.000 Mitarbeiter
  • 8.971 Zweigstellen und 380 Institute (2019)

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Was bislang nur für Neukunden galt, soll jetzt auch bei den Bestandskunden umgesetzt werden. Die „Rheinische Post“ berichtet, den Betroffenen sei angekündigt worden, dass der Minuszins fällig werden würde, sofern man sich nicht auf eine Anlagealternative einigen könne. Falls in einem Beratungsgespräch keine entsprechende Lösung gefunden werden kann, drohe eine Kündigung der Tagesgeld -und Girokonten.

90-Jähriger droht Kündigung ihres Kontos

Mit dieser neuen Regelung sieht sich nun auch eine 90-Jährige aus Düsseldorf konfrontiert. Auch sie erhielt einen Brief der Sparkasse, weil sie ein höheres sechsstelliges Guthaben besitzt. „Es ist absolut unfair, wenn auch in einem oberflächlich freundlich-korrekten Stil verfasst, so an ältere Menschen heranzutreten und diese zu verunsichern“, sagt sie gegenüber der „Rheinischen Post“

Der 90-jährigen Frau wurden Alternativen aufgezeigt, etwa das Investieren in Aktien. Allerdings wehrten sie und ihre Familie diesen Vorschlag ab. Nun droht die Kündigung ihres Kontos.

Die Sparkasse rechtfertigt sich. Genauso wie der Anleger habe auch sie das Recht, die Geschäftsbeziehung zu beenden. Schließlich werde gemeinsam nach einer Lösung gesucht. Dabei werden die Kunden unter anderem an andere Institute mit attraktiveren Konditionen verwiesen. Trotzdem sieht der Verbraucherschutz dieses Vorgehen kritisch an.

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In Deutschland dürften davon bereits Tausende Kunden betroffen sein. Auch andere Sparkassen sowie Privatbanken wählten dieses Vorgehen. (neb)