Siegauen-Vergewaltigung bei Bonn: Darum wird der Prozess gegen Eric X. diesmal ganz anders ablaufen

Der Angeklagte Eric X. (l.) sitzt am 19.10.2017 vor der Urteilsverkündung im Prozess wegen der Vergewaltigung einer Camperin im Landgericht in Bonn im Gerichtssaal.
Der Angeklagte Eric X. (l.) sitzt am 19.10.2017 vor der Urteilsverkündung im Prozess wegen der Vergewaltigung einer Camperin im Landgericht in Bonn im Gerichtssaal.
Foto: Henning Kaiser / dpa
  • Erix X. soll eine Camperin in den Bonner Siegauen vergewaltigt haben
  • Den Schuldspruch des Bonner Landgerichts kassierte der BGH Anfang des Monats
  • Kann der Angeklagte überhaupt am neuen Prozess teilnehmen?

Bonn. Er soll im April 2017 eine Camperin (23) in den Bonner Siegauen vergewaltigt haben. Eric X. (31) wurde vor dem Landgericht Bonn bereits verurteilt, der Bundesgerichtshof (BGH) hob den Schuldspruch Anfang Juni auf. Laut Gutachten wurde X. eine Persönlichkeitsstörung attestiert, das Landgericht war aber dennoch von einer uneingeschränkten Schuldfähigkeit des Mannes ausgegangen.

Ein Gutachter soll nun im Herbst erneut die Schuldfähigkeit des 31-Jährigen zur Zeit der Tat prüfen. Dafür müsste X. vor einer anderen Kammer des Bonner Landgerichts erscheinen.

Doch ist er dafür gesundheitlich überhaupt in der Lage? Immerhin hatte er in seiner eigenen Zelle einen Brand gelegt, zog sich dadurch Verletzungen zu (hier die Chronologie der Ereignisse nachlesen) .

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Siegauen-Vergewaltigung: Gesundheitszustand von Eric X. ungewiss

„Zur Zeit ist noch unklar, ob der Angeklagte verhandlungsfähig ist oder nicht“, berichtet Gerichtspressesprecher Tobias Grülich. Letztlich muss die Kammer entscheiden, ob der Gesundheitszustand von X. eine weitere Verhandlung ab September zulässt. „Eine Möglichkeit wäre, dass er nur ein paar Stunden dem Prozess beiwohnt oder die Verhandlungen lediglich einmal die Woche stattfinden“, erklärt Grülich.

Eine Variante, die auch Martin Mörsdorf in Betracht zieht. Er verteidigt Eric X. vor Gericht. „Die Verhandlungsfähigkeit wird herzustellen sein. Und wenn der Prozess nur zwei bis drei Stunden die Woche stattfindet.“ Der Anwalt habe seinen Mandanten seit den letzten Prozesstagen nicht mehr besucht: „Ich weiß nur, dass er momentan zwischen dem Justizvollzugskrankenhaus Frödenberg und der JVA Bielefeld pendelt.“

Mörsdorf vermutet, dass ein Arzt der Klinik bei Menden entscheiden wird, ob der Gesundheitszustand weitere Verhandlungen zulässt.

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Prozess um Eric X.: Ähnlicher Fall vor 15 Jahren

Dass der Prozess stattfindet wird, steht allerdings außer Frage. Anwalt Mörsdorf erinnert sich an einen ähnlichen Fall vor 15 Jahren: „Damals lief der Prozess gegen Thorsten V. wegen Mordes und sexuellen Missbrauchs an einer Achtjährigen vor dem Landgericht Gießen.“

Der Angeklagte hatte versucht, Spuren im eigenen Keller mit einem Feuer zu vernichten. Dabei zog er sich lebensgefährliche Verbrennungen zu. Zu den Verhandlungen musste er trotzdem erscheinen: In einem Spezialrollstuhl wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

 
 

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