„Sexpressung“: Polizei NRW warnt vor dieser miesen Sex-Falle beim Online-Flirt

Die Polizei Nordrhein-Westfalen warnt vor einer miesen Sex-Falle. Täter erpressen ihre Opfer mit intimen Fotos und Videos und fordern drei- bis vierstellige Geldsummen. (Symbolbild)
Die Polizei Nordrhein-Westfalen warnt vor einer miesen Sex-Falle. Täter erpressen ihre Opfer mit intimen Fotos und Videos und fordern drei- bis vierstellige Geldsummen. (Symbolbild)
Foto: dpa
  • Polizei NRW geht von hoher Dunkelziffer aus
  • Mit dieser Masche legen Erpresser ihre Opfer rein
  • Ein Mann muss deswegen seine Familie zusammenrufen

Das Internet kennt keine Gnade. Viele kennen es bereits, wenn sie sich auf 9GAG oder Youtube beispielsweise über die Fehler anderer lustig machen. Für Betroffene sind diese Späße dagegen manchmal ärgerlich.

Wenn einer jedoch der sogenannten „Sexpressung“ zum Opfer fällt, kann ihm sogar das Herz in die Hose rutschen – so wie bei dieser Person.

Sicherheitsgefühl durch Online-Dating

Heutzutage lernen sich einige Dating-Partner zuerst im Internet kennen. Dating-Plattformen wie Tinder, Parship und ElitePartner beweisen den Erfolg der digitalen Verabredungen.

Das Internet kann an dieser Stelle Fluch und Segen zugleich sein. Nutzer solcher Dating-Plattformen können die Distanz und Anonymität als eine Art Schutzwall nutzen und sich sicher fühlen. Wenn sie dem Chat-Partner nicht trauen, gehen sie auf ihn nicht ein und geben nichts von sich preis.

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Sexpressung: Vertrauen der Opfer gezielt aufgebaut

Bei der Sexpressung zielen Erpresser darauf ab, Vertrauen zu den Opfern aufzubauen, indem sie sich als Dating-Partner ausgeben. Erst flirten sie mit ihnen, später gehen sie zum Videochat über und lassen vor der Kamera die Kleidungsstücke fallen.

Wenn sie ihre Opfer dazu bekommen haben, vor der Kamera zu masturbieren, folgt bald darauf die Erpressung. Dann wird gedroht die Aufnahmen von den Webcam zu veröffentlich und drei- bis vierstellige Geldsummen gefordert.

Die Polizei nennt diese Vorgehensweise die Lockvogel-Masche. Nachdem die Erpresser das Vertrauen gewonnen und es dazu genutzt haben, um eine Videoaufzeichnung zu machen, drohen sie damit, es an sämtliche Freunde und Bekannte des Opfers zu senden.

„Es sind Fälle bekannt, bei denen tatsächlich kompromittierende Aufnahmen gestreut wurden“, warnt das Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen.

Mann ruft Familienrat zusammen – Polizei befürchtet hohe Dunkelziffer

Oberstaatsanwalt Markus Hartmann aus Köln berichtet, dass Sexpressung verheerende Wirkungen für einen älteren Mann hatte: „Er hatte schon den Familienrat zusammengerufen, um seiner Ehefrau zu beichten, dass demnächst Videos von ihm im Netz kursieren.“

Zahlen zur Sexpressung sind für Nordrhein-Westfalen noch nicht bekannt. Ermittler gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele den Gang zur Polizei scheuen, wenn sie einer solchen Erpressung zum Opfer gefallen sind.

Appell der Polizei

Die Polizei rät, im Ernstfall Beweise wie Chatverläufe zu sichern, oder auch Screenshots anzufertigen und Anzeige zu erstatten. Um sich erst gar nicht in eine solche Situation zu bringen, helfe ein einfacher Kniff: Das Abkleben der Kameralinse von Laptop oder PC - und der Verzicht auf freizügiges Verhalten, auch wenn das Gegenüber im Videochat es noch so verführerisch vormacht.

Die Polizei Bochum machte vor wenigen Tagen den Appell, sich weder bei intimen Handlungen nicht vor eine Webcam zu stellen noch Nacktfotos von sich zu machen, um sie zu versenden. Denn in unserer digitalen Welt würde ein solcher Fehler unter Umständen ein Leben lang nicht verziehen. (dö/dpa)

 
 

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