Dortmund

„Seni bekliyoruz!“ Warum verschickt die Dortmunder Polizei eine Pressemitteilung auf Türkisch?

Mit dieser Pressemitteilung sucht die Dortmunder Polizei nach neuen Kollegen.
Mit dieser Pressemitteilung sucht die Dortmunder Polizei nach neuen Kollegen.
Foto: Screenshot: Polizei Dortmund
  • Die Dortmunder Polizei sucht nach Bewerbern mit Migrationshintergrund
  • Dazu hat das Präsidium eine Pressemitteilung auf Türkisch verfasst
  • Dadurch sollen die Eltern potentieller Bewerber angesprochen werden

Dortmund. „Emniyet Müdürlügü, Markgrafenstr. 102.“ Aus dem Türkischen übersetzt, bedeutet das: „Polizeipräsidium, Markgrafenstraße 102.“ Dahin hat die Dortmunder Polizei in einer Pressemitteilung für den 4. Juli eingeladen.

Was sich nicht direkt erschließt, ist dann auf den zweiten Blick total logisch. Die Polizei sucht nach neuen Azubis - und zwar mit Migrationshintergrund. Denn die Beamten haben die Erfahrung gemacht, dass deren kulturelle und sprachliche Fähigkeiten den Arbeitsalltag erleichtern können.

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Pressemitteilung richtet sich vorwiegend an Eltern

„Die Einladung richtet sich vor allem an Eltern junger Menschen mit Migrationshintergrund“, berichtet Kim Freigang, Pressesprecher der Dortmunder Polizei. Denn die Angehörigen gelten im Präsidium als die wichtigsten Berater bei der Berufsfindung.

Doch in der älteren Generation von Migranten ist Deutsch häufig nicht die Muttersprache. Um sicher zu gehen, alle Interessenten zu erreichen, hat die Polizei eine Einladung in türkischer und auch polnischer Sprache aufgesetzt.

Infoveranstaltung auf Deutsch

Den Bewerbern mit Migrationshintergrund wird nun am 4. Juli eine zusätzliche Infoveranstaltung gewidmet. Damit möchte die Polizei ein zusätzliches Zeichen setzen, dass jeder Bewerber, egal welchen Backgrounds, die gleichen Chancen auf eine Stelle im Präsidium hat.

Eine Besonderheit an diesem Info-Tag: Kommissaranwärter mit Migrationshintergrund aus dem Jahrgang 2015 werden den Bewerbern als Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

Um Missverständnissen vorzubeugen, stellt Freigang klar: „Selbstverständlich wird die Veranstaltung auf Deutsch stattfinden.“ Die deutsche Sprache sei schließlich aus dem Polizeialltag nicht wegzudenken.

(ak)