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Schweres Unwetter sorgte erneut für Überflutungen in NRW

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Unwetter, Gewitter, Starkregen, in Gladbeck Foto: Lutz von Staegmann
  •  Schwere Gewitter und starke Regenfälle sorgen im Ruhrgebiet und im Rheinland für überflutete Straßen
  • In den Städten arbeiten die Feuerwehren auf Hochtouren
  • In Wuppertal stehen Teile eines Krankenhaus unter Wasser

Essen. 

Und schon wieder hat ein Unwetter NRW im Griff: Vom Rheinland über das Ruhrgebiet bis ins Osnabrücker Land zog sich am Dienstag eine Gewitterzelle. In vielen Städten sorgten starke Regenfälle und Hagel für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller.

„Wir haben es mit einer ortsfesten Gewitterzelle zu tun“, sagte Dennis Dalter vom Wetterdienst Meteogroup am Dienstagnachmittag. Das Problem: Solche Unwetterzellen bewegen sich kaum, und geben viel Regen auf relativ kleinem Raum ab. Nur sehr langsam ziehe die Unwetterfront in nordöstliche Richtung, so Dalter.

„Fast alle Buslinien in Mitleidenschaft gezogen“

In Essen hatten die Meteorologen zwischen 14 und 15 Uhr eine Regenmenge von 10,4 Litern pro Stunde und Quadratmeter gemessen. „Das ist noch nicht viel, es sieht aber alles danach aus, dass das in den nächsten Stunden noch mehr wird“, hieß es am Nachmittag. In der Tat wurden in Mülheim später 80 Liter Wasser pro Quadratmeter und Stunde gemessen.

Auf den Radarkarten von Wetterdiensten war die Unwetterfront gut zu sehen: Über dem Ruhrgebiet und dem Rheinland dominieren die Farben Rot für „starkes Unwetter“ und Lila für „extrem starkes Unwetter“. Der Unwetteralarm etwa twittert dieses Bild hier:

In den Städten arbeiteten die Feuerwehren auf Hochtouren. Die Feuerwehr zählte am Abend 152 Einsätze. Vor allem der Essener Süden sei betroffen gewesen, so ein Feuerwehr-Sprecher. Hauptsächlich hätten es die Einsatzkräfte mit überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern zu tun. In der Nacht kam noch die Meldung hinzu, dass Wasser im Gleistunnel am U-Bahnhof Messe/Gruga stand; die Feuerwehr hatte bis zum Mittwochmorgen mit dem Abpumpen zu schaffen.

Das Unwetter hatte den Essener Süden offenbar besonders heftig getroffen, aber auch im Essener Westen häuften sich die Einsätze, sagte Feuerwehrsprecher Mike Filzen. „Im gesamten Süden waren fast alle Buslinien in Mitleidenschaft gezogen“, berichtete Evag-Sprecher Nils Hoffmann. Von zahlreichen Totalausfällen war die Rede, außerdem könnten viele Buslinien nur noch Kurzstrecke fahren. Ein Bus lief unterwegs voll, Wasser drang durch die Türen ein.

Erdrutsch an der Bahnstrecke

Auch die Deutsche Bahn war betroffen. Offenbar gab es am Nachmittag einen Erdrutsch am S-Bahnhof Stadtwald, die Strecke wurde gesperrt, war am Mittwoch aber wieder frei.

Die Linien 107 und 108 konnten Bredeney nicht mehr ansteuern. Als Grund nannte die Evag die herausgedrückten Gullideckel.

Vollalarm für alle Feuerwehrkräfte 

Die Feuerwehr Mülheim hatte am Dienstag Vollalarm für alle Kräfte und für die Freiwillige Feuerwehr ausgelöst. Die Einsatzstellen erstreckten sich über das ganze Stadtgebiet. Am Abend zählte man in Mülheim 150 Feuerwehr-Einsätze.

In Teilen von Duisburg gab es am Dienstagnachmittag heftige Hagelschauer. Der Unwetterwarndienst „Unwetteralarm“ twitterte unter anderem dieses Video hier:

Der wird durch diverse Entwässerungskanäle und aus dem Duisburger Wald gespeist.

Durch die starken Regenfälle war der Pootbach an mehreren Stellen über die Ufer getreten. An weiteren Stellen drohte der Bach überzutreten, meldet die Duisburger Feuerwehr. Dadurch waren Keller der angrenzenden Häuser mit Wasser vollgelaufen. Rund 40 Häuser seien betroffen.

Die Feuerwehr ging mit massiven Pump- und Sicherungsmassnahmen dagegen vor. Zudem wurden Teile des Deiches verstärkt sowie gefährdete Häuser durch Sandsäcke gesichert.

Blitz schlägt in Kindergarten in Duisburg ein

In einen Kindergarten an der Kaufstraße in Wanheimerort ist ein Blitz eingeschlagen. Es ist nicht zu einem Brand gekommen, nur einige Steckdosen hatten geschmort, die Kinder waren nicht betroffen.

Für Gelsenkirchen meldet die Feuerwehr am späten Nachmittag mehr als 90 Einsätze. In den meisten Fällen seien Keller und Straßen überflutet worden. „Betroffen waren vor allem die Stadtteile Buer, Resse, Hassel und Scholven“, teilt die Feuerwehr mit.

Demnach waren folgende Straßen überflutet:

  • Tunnel Vinckestraße
  • Ressestraße im Bereich Ewaldstraße
  • Hertener Straße
  • Emil-Zimmermann-Alle im Bereich Middelicher Straße

Um 17.30 Uhr hatte sich die Lage im Stadtgebiet dann „deutlich entspannt“, teilte die Feuerwehr am Abend mit.

Klinik in Wuppertal steht wohl unter Wasser

Auch das Bergische Land war heftig vom Unwetter getroffen worden. Räume des Petrus-Krankenhauses an der Carnaper Straße in Wuppertal standen Berichten zufolge unter Wasser. Im Wuppertaler Stadtteil Heckinghausen war die Fahrbahn der Ringelstraße stellenweise abgesackt. Die Feuerwehr zählte am Nachmittag über 60 Einsatzstellen.

In Oberhausen gab es bis 17 Uhr 19 unwetterbedingte Einsätze für die Feuerwehr. Am Schloss Oberhausen musste ein vollgelaufener Keller unter dem Gastronomiebereich abgepumpt werden. Ein Schwerpunkt war erneut die Lütticher Straße im Stadtteil Schmachtendorf. Dort liefen mehrere Keller voll Wasser. Vermutlich bedingt durch das Gewitter ist die Leitstelle der Oberhausener Feuerwehr zurzeit nicht erreichbar. Die Notrufleitungen sind aber von der Störung nicht betroffen. (pen/we)