Schulstart in NRW: Experten in großer Sorge – „Ganz großes Risiko“

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

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Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

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Am Montag ist Schulstart in NRW! Alle Schüler müssen dann wieder zurück in ihre Klassenzimmer.

Trotz des aktuellen Corona-Geschehens und der weiterhin grassierenden Omikron-Variante hält das Schulministerium NRW am Präsenzunterricht festn. Doch genau diese Entscheidung wird zurzeit heiß diskutiert.

Während sich unter anderem Virologen für Distanzunterricht aussprechen, würde sich ein Experte eine Alternative zu den zwei Optionen wünschen. Er hält an einer Leitlinie fest, die von zahlreichen Fachverbänden unterstützt und dennoch auch zum Schulstart am Montag immer noch nicht in NRW umgesetzt wird.

Schulstart in NRW: Warnung von Experten – „ganz großes Risiko“

Präsenzunterricht oder doch wieder Homeschooling? Das ist die Frage, die viele Eltern, Lehrer, Schüler und auch das Schulministerium in NRW umtreibt. Bisher wird allgemein noch am Präsenzunterricht festgehalten. Auf die Frage, ob er das für die richtige Entscheidung hält, antwortet Prof. Dr. Julian Schmitz mit „ja und nein“.

Der Professor für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie an der Universität Leipzig weiß, wie wichtig es für viele Kinder ist, täglich in der Schule zu sein.

Doch auch die Sorgen der Eltern, die ein weiteres Infektionsgeschehen befürchten, nimmt er ernst. Ihm ist jedoch besonders an dem Wohl einer bestimmten Gruppe von Schülern gelegen, für die ein erneuter Distanzunterricht ein „ganz großes Risiko“ darstellen würde.

Schulstart in NRW: Kinderpsychologe zieht erschreckendes Fazit

Es gebe viele Schüler, die sehr gut im Distanzunterricht klarkämen, so Prof. Dr. Schmitz. Das seien vor allem ältere und selbstständige Kinder und Jugendliche, die auch Unterstützung von zu Hause bekämen.

Doch vielen fehle genau das. Es seien vor allem sozial benachteiligte und bereits psychisch erkrankte Schüler, „für die es wichtig ist, jeden Tag in einer Institution gesehen zu werden“, wie der Leiter der psychotherapeutischen Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche erklärt.

Deren psychische Gesundheit leide besonders unter dem Unterricht von Zuhause, auch weil eine feste Tagesstruktur fehle. Ihre „psychosoziale Entwicklung und körperliche Gesundheit“ würde dadurch gefährdet.

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Das sieht er eindeutig durch die vermehrt aufkommenden psychischen Erkrankungen und auch körperlichen Misshandlungen bestätigt, die während des Lockdowns und Distanzunterrichtes aufgetreten sind.

Erschreckende Statistik aus Essen vor Schulstart in NRW

Auch eine Studie des Uniklinikums Essen kommt zu dem traurigen Ergebnis von 500 Suizidversuchen bei Schülern, alleine in der Zeit zwischen März und Juni 2021. Darüber berichtet die . „Diese Daten muss man total ernst nehmen“, findet der Kinder- und Jugendpsychologe, obwohl sie nicht rein auf den Distanzunterricht zurückzuführen seien.

Man müsse Infektionsschutz für Kinder und Kinderschutz zusammenbringen, fordert Prof. Dr. Schmitz, und damit auch ein alternatives Angebot für die besonders gefährdeten Schüler schaffen.

Schulstart in NRW: Kinderpsychologe fordert Alternative

Für Prof. Dr. Schmitz kommt weder reiner Präsenzunterricht, noch kompletter Distanzunterricht infrage. Auch die Notbetreuung aus dem vergangenen Lockdown möchte er so nicht wieder sehen.

Dadurch könne weder die Bildung noch die benötigte Förderung für die Schüler garantiert werden. Er fordert eine „an sozialen Kriterien orientierte Notbetreuung“, sollten die Verantwortlichen sich doch umentscheiden.

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Die könnte in Form eines Wechselunterrichts umgesetzt werden, jedoch mit einer Gruppe, „die fest in der Schule weiter beschult wird“. Genauso wenig wie Schutzmaßnahmen wegfallen zu lassen, dürften auch die besonders bedürftigen Schüler nicht vergessen werden. Im Distanzunterricht würden die sozusagen „verschwinden“, bekräftigt Prof. Dr. Schmitz seine Forderung.

Zum Schulstart in NRW am Montag würde er sich vom Schulministerium wünschen, dass sie sich endlich an der S3-Leitline für Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung an Schulen orientieren würden.

Dabei handelt es sich um ein mehrstufiges Konzept, dass Maßnahmen nach Grad des Infektionsgeschehens vorsieht. Unterstützt wird es von über 40 Fachverbänden und auch vom Bundesbildungsministerium. Die Bezeichnung S3 steht dabei für den „höchsten Gütegrad“ eines wissenschaftlichen und fachlichen Konsens. Und genau diese Leitlinie „wird nirgendwo umgesetzt“, beschwert sich der Kinder- und Jugendpsychologe. (mbo)

Auch ein Lehrer aus NRW spricht sich sowohl gegen reinen Distanzunterricht als auch die weitere Durchsetzung eines flächendeckenden Präsenzunterrichts aus. Sollte es so weiter gehen, wie bisher, hat er eine schlimme Befürchtung. Wovor es ihm besonders graut, erfährst du hier >>>