Schulmöbel sollen Schuld an Formaldehyd-Belastung sein

Wegen der erhöhten Schadstoff-Werte ist der Verwaltungstrakt der Overbergschule in Lünen geschlossen.
Wegen der erhöhten Schadstoff-Werte ist der Verwaltungstrakt der Overbergschule in Lünen geschlossen.
Foto: Peter Fiedler
Noch immer suchen Gutachter den Grund für die hohe Schadstoffbelastung an der Lüner Overbergschule. Jetzt misst auch der TÜV — und räumt dafür die Möbel aus. Sie könnten Schuld sein an den Formaldehyd-Werten, die bei den Schülern Kopfschmerzen und Übelkeit ausgelöst haben sollen.

Lünen.. Möbelrücken in der Grundschule: Um den Ursachen für erhöhte Schadstoffwerte in der Overbergschule auf die Spur zu kommen, hat die Stadt einen weiteren Gutachter eingeschaltet. Jetzt wird auch der TÜV in Lünen-Süd messen. Dafür wird umgeräumt.

Der Technische Überwachungsverein (TÜV) wird im belasteten Verwaltungstrakt zwei Messreihen durchführen. Die erste schon in den nächsten Tagen und dann eine zweite, wenn alle Möbel ausgeräumt sind. Sie werden im Gebäude der früheren Paul-Gerhardt-Schule zwischengelagert.

Möbel und Fensterplatten in Verdacht

Das kündigte Jürgen Grundmann, Leiter der Schulverwaltung, am Dienstag bei einem Ortstermin der SPD Lünen-Süd an. Wenn sich große Unterschiede in den Ergebnissen zeigen, dürften die Möbel Verursacher der erhöhten Werte für Formaldehyd und flüchtige organische Verbindungen (VOC) sein. "Dann werden wir neue Möbel anschaffen müssen", erklärte Grundmann.

Als zweite "Tatverdächtige" gelten die perforierten Platten zwischen den Fenstern.

Der TÜV, so Grundmann, sei ergänzend zur Tauw GmbH eingeschaltet worden, "um eine zweite Meinung zu bekommen." Zudem sollen die TÜV-Experten unter energetischen Aspekten den Plan beurteilen, im Verwaltungstrakt eine Lüftungsanlage einzubauen.

Eine solche Lüftungsanlage existiert im Bereich der Klassenräume des Schulneubaus. Seit sie anders programmiert wurde und länger als früher läuft, gebe es in den Klassenräumen keine auffälligen Schadstoffwerte mehr. "Es sind auch von Eltern keine Beschwerden mehr gekommen, dass Kinder unter Kopfschmerzen oder Übelkeit leiden", berichtete Schulleiterin Silke Schnelle.

Dauerbrenner Schadstoffe:

  • Das Schadstoffproblem besteht seit April 2012. Kinder litten unter Übelkeit und Kopfschmerzen, meldeten Eltern.
  • Messungen ergaben erhöhte Werte für Formaldehyd und VOC. Im Verwaltungstrakt wurde daraufhin häufiger gelüftet, in den Klassenräumen die Lüftungsanlage anders gesteuert. Nach erneuten Messungen gab die Stadt Ende 2012 Entwarnung.
  • Kontrollmessungen im Sommer 2013 zeigten: Im Verwaltungstrakt (Lehrerzimmer, Sekretariat, Schulleitung) gab es erneut Probleme.
  • Der Verwaltungstrakt wurde am 10. September geschlossen. Lehrer und Sekretariat bezogen andere Räume.
 
 

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